Angriffe

HEC-Fans: Polizei hat konkreten Tatverdacht

Angebliche Eishockeyanhänger aus Höchstadt attackierten Fanbus aus Dorfen. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung.
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Im heimischen Eisstadion am Kieferndorfer Weg machen bestimmte Fans richtig Stimmung. Leider sorgen manche von ihnen immer wieder auch für Schlagzeilen.  Foto: yh
Im heimischen Eisstadion am Kieferndorfer Weg machen bestimmte Fans richtig Stimmung. Leider sorgen manche von ihnen immer wieder auch für Schlagzeilen. Foto: yh
Für das Aushängeschild des Höchstadter Eishockey Clubs (HEC) könnte es derzeit besser nicht laufen. Die Jungs um Spielertrainer Daniel Jun sind gerade Bayernliga-Meister geworden und kämpfen nun um den Wiederaufstieg in die Oberliga. Weniger erfreulich ist dagegen einmal mehr das Verhalten einiger weniger, die sich als HEC-Fans bezeichnen. Die Polizei ermittelt gegen sie wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung, wie Höchstadts Polizeichefin Christiane Lederer auf Anfrage des FT bestätigte.

Die Chancen stehen gut, dass diesmal die Randalierer dingfest gemacht werden können. "Nach umfangreichen Ermittlungen und der Beweislage haben wir einen konkreten Tatverdacht", sagte Lederer am Donnerstag, mochte mehr aber noch nicht preisgeben. Bei den Ermittlungen arbeitet die Höchstadter Polizei eng mit ihren Kollegen in Dorfen, Schongau und Fürstenfeldbruck zusammen. "Wir haben ein gutes Netzwerk innerhalb der Polizei", sagte die Chefin, das sei auch erfolgreich. Lederer lobte auch die Vereinsführung des HEC, "die die Aufklärung tatkräftig unterstützt".

Was war vorgefallen? "Attacke auf Dorfener Fanbus" meldete der Münchner Merkur und berichtete von Fans des Höchstadter EC, die am vergangenen Freitag auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Schongau auf einem Autobahnparkplatz zufällig auf einen Fanbus des ESC Dorfen trafen. Die Höchstadter sollen den Dorfener Bus mit Bengalos und Feuerwerkskörpern attackiert und mit Fäusten gegen das Fahrzeug getrommelt haben. Der Schaden am Bus wird auf 3500 Euro beziffert.

Dies hätten auch die Ermittlungen der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck ergeben, die die Fanbusse auf dem Parkplatz allerdings nicht mehr antraf. Weil mehrere Menschen auf den Bus eingeschlagen haben, ermittle die Polizei auch wegen Landfriedensbruch, erklärte ein Sprecher der Fürstenfeldbrucker Polizei auf Nachfrage des FT.

Als der Höchstadter Fanbus schließlich in Schongau ankam, war die dortige Polizei bereits über den Vorfall auf dem A-96-Rastplatz Lechwiesen informiert und durch einen Bereitschaftszug verstärkt worden. "Wir haben eine Vollkontrolle durchgeführt, jeden Einzelnen untersucht und die Personalien festgehalten", berichtete Einsatzleiter Manfred Maier von der Polizei in Schongau. Im Bus fanden die Beamten auch Bengalos, tschechische Silvesterkracher - "vieles, was bei uns verboten ist" - und geringe Mengen Drogen. Diese Vergehen nach dem Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz habe man allerdings nicht sofort bestimmten Personen zuordnen können, sagte der Einsatzleiter.

Unter den rund 50 teilweise stark alkoholisierten Eishockey-Fans aus Höchstadt seien auch ältere gewesen. Sie alle hätten sofort nach der Durchsuchung ins Stadion gehen können, wollten aber nicht, berichtete Maier. Sie wollten gemeinsam auftreten. Im Stadion selbst sei dann alles ruhig geblieben. Das verstärkte Polizeiaufgebot hätte laut dem Einsatzleiter auch nichts zugelassen.


Die Vereinsführung des HEC vertraut jetzt darauf, dass die Polizei die Vorgänge aufklärt. "Sobald dies der Fall ist, werden wir darauf natürlich angemessen reagieren", erklärte am Donnerstag Pressesprecherin Caroline Hauke. In den vergangenen Tagen hätten bereits zahlreiche Gespräche zwischen den Fanbeauftragten und Fans stattgefunden, teilte Hauke mit. Mit den Fanbeauftragten aus Dorfen hatte man bereits am Samstag Kontakt aufgenommen.
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