Höchstadt a. d. Aisch
Erfolg

HEC: Eine neue Bande als Aufstiegsgeschenk?

Die Bayerischen Meister vom Höchstadter EC bekommen vom Bürgermeister Unterstützung für den Aufstiegskampf. Randalierende Fans werden nicht toleriert.
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Bürgermeister Gerald Brehm (Mitte) ist stolz auf den Erfolg des HEC. Spielertrainer Daniel Jun (links) und Kapitän Martin Vojak überreichten ihm ein Meisterschafts-Shirt und einen von den Spielern signierten Schläger.  Foto: Andreas Dorsch
Bürgermeister Gerald Brehm (Mitte) ist stolz auf den Erfolg des HEC. Spielertrainer Daniel Jun (links) und Kapitän Martin Vojak überreichten ihm ein Meisterschafts-Shirt und einen von den Spielern signierten Schläger. Foto: Andreas Dorsch
"Aushängeschild für die Stadt Höchstadt, Alleinstellungsmerkmal für unseren ländlichen Raum und Werbeplattform." Bürgermeister Gerald Brehm (JL) schwärmte am Freitagnachmittag, als ihn Spielertrainer und Kapitän des frisch gebackenen Bayerischen Meisters im Eishockey in seiner Amtsstube im Rathaus besuchten. Daniel Jun und Martin Vojak vom Höchstadter EC bedankten sich beim Bürgermeister für die Glückwünsche, die er der Mannschaft hatte zukommen lassen, und überreichten ein Meisterschafts-Shirt und einen Schläger mit Autogrammen.

Brehm bedauerte, dass er wegen eines grippalen Infekts das entscheidende Spiel gegen Dorfen am vergangenen Sonntag nicht live im Stadion verfolgen konnte. Was vielleicht sogar besser war, denn von zehn Spielen, die der Bürgermeister in der Vergangenheit besuchte, konnte der HEC nur eines gewinnen.

Mit dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft hat der HEC sein erstes Saisonziel erreicht. Jetzt beginnt am 19. Januar die Verzahnungsrunde der Bayernliga-Spitzenvereine mit der Oberliga, die der HEC mit dem Wiederaufstieg in die dritthöchste Liga Deutschlands abschließen will. "Ich gehe vom Aufstieg aus", ist Brehm zuversichtlich. Zum Zwischenziel Meisterschaft gratulierte das Stadtoberhaupt auch im Namen des Stadtrats und der Bevölkerung aus der ganzen Region. Stadtrat und die Politik müssten diese Leistung auch würdigen, findet der Bürgermeister.

Seine große Freude über den Erfolg zeuge auch vom engen Verhältnis zum Verein und zur Mannschaft. So habe Daniel Jun beim jüngst abgeschlossenen ersten Sanierungsabschnitt im Eisstadion mitgesprochen. Jetzt stehe die Erneuerung der Bande samt Plexiglasumrandung an. Während die Bande auf jeden Fall kommt, müsse man im Stadtrat überlegen, ob nicht auch gleich die Eisfläche samt Kühltechnik erneuert werden sollte. Brehm geht dabei von 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten aus.

Aus Sicht von Spielertrainer Jun ist dieser Ansatz zu hoch. Eine neue Umrandung der Eisfläche gäbe es bei tschechischen Firmen schon für 80 000 Euro, österreichische würden das für 200 000 Euro anbieten, ist Jun überzeugt. Bei solchen Konditionen könnte es die neue Bande als Aufstiegsgeschenk geben, kündigt Brehm an, der die Eisstadion-Sanierung auf dem richtigen Weg sieht.

Noch nicht auf dem richtigen Weg sieht er die wenigen Fans, die durch Randale und illegale Pyrotechnik am vergangenen Wochenende wieder für Schlagzeilen sorgten. "Wir lassen uns durch ein paar Fans nicht die Freude am Eishockey nehmen", sagt der Bürgermeister. Er möchte auch nicht, dass die Höchstadter in den Eisstadien Bayerns als "Rambos der Nation" gesehen werden.

Radikale Fans werde man nicht tolerieren. Wenn die Polizei die jüngsten Ermittlungen abgeschlossen hat und die Übeltäter feststehen, will Brehm persönlich mit ihnen reden. Wer gezielt und dauerhaft Unruhe stifte, habe im Stadion nichts verloren, sagt Brehm und zieht seitens der Stadt Stadionverbote in Erwägung. Warum kein Stadionverbot für die Rädelsführer?, fragt sich auch Spielertrainer Jun. Aus seiner Sicht müssten das die Fans untereinander klären: "Die Chefs der Fanclubs sind verantwortlich." Jun sieht durch randalierende Fans zudem die Gefahr, dass die Mannschaft in einem leeren Stadion antreten muss - und das am Ende noch in entscheidenden Spielen. Jun: "Es macht auch keinen Spaß, irgendwo zu spielen und überall steht die Polizei."

Jun ist wie Brehm überzeugt, dass es sich bei den Randalierern um einzelne handelt. Der Großteil der Fans sorge für eine tolle Stimmung, die die Mannschaft immer wieder motiviere - und das auch bei Auswärtsspielen. Das sei schon etwas besonderes.
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