Hemhofen
Gemeinderat

Hauptstraße ist das Sorgenkind der Hemhofener

Hemhofen will in den Genuss der Städtebauförderung kommen. Die Bürger wünschen sich eine Aufwertung der Ortsmitte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Entlang der Hauptstraße sehen die Hemhofener Bürger den größten Handlungsbedarf. Foto: Pauline Lindner (Archiv)
Entlang der Hauptstraße sehen die Hemhofener Bürger den größten Handlungsbedarf. Foto: Pauline Lindner (Archiv)
+1 Bild
Der dichte Verkehr auf der Hauptstraße und ihre dadurch schwierige Querung beschäftigt viele Hemhofener. Das zeigt auch das Ergebnis der Befragungen von Bürgern, die das Büro Wittmann, Valier und Partner für die Gemeinde durchführte. Diese vorbereitenden Untersuchungen sind notwendig, damit Hemhofen ein langfristiges Konzept zur Teilnahme an der Städtebauförderung erstellen kann.

Vorrangig geht es um die Ortsmitte. Deren Stärkung ist der Regierung von Mittelfranken "sehr, sehr wichtig", erläuterte Leonhard Valier dem Gemeinderat am Donnerstagabend bei der Präsentation der bisherigen Ergebnisse. Vor etwa zwei Jahren hat Hemhofen als Untersuchungsgebiet die Achse entlang der Staatsstraße und deren Umgriff, insgesamt rund 38 Hektar, festgelegt.

Die 250 Haushalte dort wurden per Fragebogen zu ihren Vorstellungen, den Problemen und Stärken befragt. Allerdings sandten nur 40 die Bögen zurück. Weiter sprachen die Fachleute mit sogenannten Schlüsselpersonen. Das sind Menschen, die in der Gemeinde ehren- oder hauptamtlich aktiv sind und dadurch Einblicke in die Situation haben, aber nicht dem Gemeinderat angehören.

Übereinstimmend nennen alle Befragten bei den "Schwächen" das Ortsbild und den (Durchgangs-)Verkehr auf der Hauptstraße. Die Versorgung mit Lebensmitteln schätzen sie als gut ein; dagegen beklagen sie einen Mangel an sonstigem Einzelhandel, bei der Gastronomie und bei der Naherholung. Viele vermissen einen Drogeriemarkt und ein Café sowie Fachärzte. Über die Hälfte sieht Bedarf für eine Neugestaltung im Bereich der Hauptstraße.

Zu den ganz "glücklichen" Gemeinden darf sich nach der Einschätzung der Antwortenden Hemhofen nicht zählen. Bei einer Einteilung nach Gegensatzpaaren wie hübsch-hässlich oder leise-laut liegt der Schwerpunkt außerhalb der Mitte auf der negativen Seite. Die besten Bewertungen erhielt Hemhofen bei zentral, sozial und sympathisch. Umso mehr tendieren die Antworten zu alt, verschlossen und hausbacken.


Das "Plätzla" in der Diskussion

Wichtigste Themen sind den Befragten die Gestaltung von Straßen und Plätzen, das Freizeit- und Kulturangebot, die Ansiedlung von Betrieben, Gebäudesanierungen sowie Stärkung von Tourismus und Naherholung.

Von Norden nach Süden haben die Planer neun Handlungsfelder ausfindig gemacht: Gestaltung und Nutzung des ehemaligen Bahnhofsgeländes sowie der Grünflächen der ehemaligen Bahntrasse, die Verkehrssicherheit der Hauptstraße, kommunale Einrichtungen bei der Schule in der Blumenstraße als mögliches Ortszentrum, innerörtliche Leerstände, die Gestaltung des Plätzlas vor dem Schloss, der Straßenzustand im Altort Richtung katholische Kirche, fehlende innerörtliche Wegverbindungen wie zur Schafscheune und die Nutzung der Weiherkette im Südosten. "Diese Feststellungen sind alle unabhängig von Eigentumsrechten", betonte Valier, um aufkommenden Missverständnissen vorzubeugen.

Am meisten Diskussionsbedarf hatte der Rat beim "Plätzla", nicht zuletzt deshalb, weil die Planer eine Überlegung aufgenommen haben, das Gasthaus Schwan abzureißen, die Kurve damit zu entschärfen und einen wirklichen Platz vor dem Schloss zu schaffen. Gerade der Wegfall der bremsenden Kurve schien etlichen Räten unklug.

"Die Ideen sind für den Ort wünschenswert, aber ich sehe kein Verwirklichungspotenzial", betonte nicht nur Thomas Koch (FW). Man sieht herzlich wenig Umsetzungschancen, auch wenn man im vorgegebenen Planungszeitraum von 20 bis 25 Jahren denkt. "Das geht ein bisschen Richtung Utopie", formulierte Reimer Hamm (CSU) seine Skepsis.

"Ich werbe dafür, das wir hier unterwegs sind", meldete sich Konrad Großkopf (SPD). Ihm geht es um ein politisches Signal, nicht um baldige Realisierbarkeit. Vier Ratsmitglieder stimmten gegen die vorgestellten Erkenntnisse und Handlungsfelder.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren