Herzogenaurach
Sommerkirchweih-Countdown

Haundorfer Schausteller hat bei der Sommerkirchweih ein Heimspiel

Noch drei Tage, dann geht's los. Auf dem Festplatz wird bereits aufgebaut, die Stadt freut sich auf ein buntes Programm.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rudolf Jäckel ist seit vielen Jahren dabei. Er mag die Sommerkirchweih.  Fotos: Bernhard Panzer
Rudolf Jäckel ist seit vielen Jahren dabei. Er mag die Sommerkirchweih. Fotos: Bernhard Panzer
+5 Bilder

Es ist bereits die 68. Sommerkirchweih, die am Freitagabend eröffnet wird. Geboten wird das bewährte Programm, das sich seit Jahren eingespielt hat. So ergibt sich nahezu täglich etwas Besonderes auf dem Gelände an den Kellern und auf dem Festplatz.

Dort, wo sonst Autos parken oder Kinder ihren Verkehrsunterricht machen, sind die Schausteller schon seit Tagen am Aufbau. Für viele zählt die Sommerkirchweih an der Aurach, das einst auch als Aurachgründer Volksfest bezeichnet worden war, zu den festen Bestandteilen einer jeder Saison. Und nicht wenige kommen schon über Jahrzehnte hinweg immer wieder gern.

So wie Rudolf Jäckel zum Beispiel. 42 Jahre schon ist er auf der Herzogenauracher Sommerkirchweih vertreten. Am Dienstag war der Schausteller mit seinen Mitarbeitern dabei, das Kinderfahrgeschäft Babyflug aufzubauen. Jäckel bestückt jedes Jahr, zwischen Frühjahrsfest an Ostern und der Herzogenauracher Martinikirchweih, so an die 15 Plätze. Doch am liebsten sei ihm die Sommerkirchweih, sagt er. "Das ist der schönste Platz im ganzen Jahr", freut sich der Erlanger, der Stätten zwischen Erlangen und Schwabach bereist und auch auf der Erlanger Bergkirchweih präsent ist. Herzogenaurach ist ihm ans Herz gewachsen, hat er hier doch gewissermaßen ein Heimspiel. "Ich bin gebürtiger Haundorfer", sagt der 65-Jährige, der noch lange nicht ans Aufhören denken mag. Denn "Schausteller ist man, solange man kann", sagt er. Was soll er zuhause sitzen, wenn gerade Kirchweih ist und er da mitwirken kann?

Dass er gerne zur Sommerkirchweih fährt, hat auch einen weiteren Grund. "Hier ist es beständig" , sagt er. Man sei nicht so sehr vom Wetter abhängig. Denn die Herzogenauracher kommen, wenn es tagsüber zu heiß ist, mit ihren Kindern dann halt am Abend, weiß er zu berichten.

Am Dienstag war auch Sabine Paul aus Langenzenn vertreten und öffnete schon mal probehalber die Rollladen der Imbissbude. Auch diese hat schon Tradition im Weihersbach, ist die Familie Paul doch auch schon seit vier Jahrzehnten dabei. Die junge Unternehmerin und Mutter betreibt selbst noch einen Brotzeitstand, und das auch schon zum vierten Mal. Am Dienstag traf sie sich mit Elektriker Oliver Cantarella am Imbiss, der im Auftrag der Stadt den Strom prüfte.

Zwei wilde Fahrgeschäfte

So gibt es in der Woche vor dem Fest immer etwas zu tun. Und die Passanten freuen sich, wenn der Festplatz zusehends voller wird. Der Autoscooter von Nadja Kunstmann aus Erlangen steht beispielsweise schon seit Tagen. Raymond und Gilbert Armbrecht aus Eschershausen präsentieren die zwei wildesten Fahrgeschäfte, das "Night Style" und "Heiße Räder". Beide waren schon mal vertreten, wie Ordnungsamtsleiter Gerd Lorenz sagt. Das Rundfahrgeschäft "Heiße Räder" gilt als Klassiker auf jedem Festplatz. Die Gäste sitzen in Fahrzeugen, die Buggys nachempfunden sind, und sausen darin im Kreis auf einem Schienenkranz, der über drei Berge und drei Täler führt, wie es in de Beschreibung heißt. Und das "Nightstyle" wird nicht nur als Hochfahrgeschäft angepriesen, sondern auch als ein "Überkopfgeschäft mit beliebig vielen horizontalen, vertikalen und diagonalen Überschlägen". Jede Fahrt sei einzigartig, weil sie manuell mit dem Joystick gesteuert wird.

Nicht mehr vertreten ist erstmals die Ponyreitbahn von Yvonne Störzer. Die Höchstadterin ist aber weiterhin mit ihrer Schiffsschaukel dabei. Im Pressegespräch zur Sommerkirchweih betonte Bürgermeister German Hacker, dass es keinesfalls um irgendwelche Verstöße gegen den Tierschutz gehe. Vor Jahren war mal anonyme Kritik laut geworden, die die Stadt und die Familie jedoch schnell entkräften konnten. Der Verzicht habe private Gründe.

Brezen-Rudi ist neu

Freilich findet sich auf dem Festplatz auch jede Menge Kulinarisches. Neu ist der Brezen-Rudi aus Gremsdorf, der die Bäckerei Römmelt ablöst, die nach der Aufgabe ein großes Loch reiße, wie Lorenz sagte. Es gibt wieder eine Fischbraterei und belgische Pommes, mehrere Imbiss-Buden und (neu) den Kleine-Welt-Wirt Axel Deistler mit Pulled Pork und Hamburger.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren