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Gymnasium Spardorf: Erlangen-Höchstadt plant Neubau für 55 Millionen

So viel Geld hat der Landkreis noch nie für ein Bauprojekt ausgegeben: 54,5 Millionen Euro sollen in einen Neubau des Gymnasiums in Spardorf fließen.
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Das Gymnasium in Emil-von-Behring-Gymnasium in  Spardorf  soll abgerissen und durch einen  Neubau ersetzt werden. Foto: Landratsamt Erlangen-Höchstadt
Das Gymnasium in Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Landratsamt Erlangen-Höchstadt

Fast 40 Millionen Euro hat das neue Landratsamt gekostet. Für den Landkreis galt der schmucke Verwaltungsbau bisher als historisch größte Bauinvestition. Bisher. Denn fast 55 Millionen Euro plant man nun für einen Neubau des Gymnasiums in Spardorf. Davon würden etwa 18 Millionen Euro vom Freistaat kommen.

Am Donnerstag gaben die Kreisräte in einer gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss ein wichtiges Signal. Sie erteilten einer Sanierung des bestehenden Gebäudes eine Absage und favorisierten einstimmig einen Neubau. Letztendlich muss aber der Kreistag noch entscheiden.

Sanierung fast genauso teuer

Grundlage für die gestrige Entscheidung pro Neubau waren die baulichen und kostentechnischen Ausführungen von Kreisbaumeister Thomas Lux. Penibel habe man die Varianten geprüft. Fazit: Eine Sanierung und Erweiterung käme, wenn man die benötigte Mehrfläche, die Barrierefreiheit und die moderne Energieeffizienz ansetzt, mit 52,5 Millionen Euro "nur" zwei Millionen Euro günstiger.

Zudem böte ein Neubau den Vorteil, dass keine Unterrichtung in einem Interimsbau nötig wäre. Der Neubau soll auf dem Schulgelände gleich nebenan entstehen. Baubeginn soll 2022 sein, Bauzeit drei Jahre.

Die Kreisräte machten sich die Entscheidung nicht leicht. Es gab etliche Wortmeldungen. Fast 55 Millionen Euro seien schließlich kein Pappenstiel, merkte Elke Weis (FDP) an. Mit der Investition sei man "an der Schallgrenze". German Hacker (SPD) forderte, auf ein "Nullenergiehaus" zu setzen. Die geringe Kostendifferenz sei ein schlagendes Argument pro Neubau. "Bei der Bausumme sind zwei Millionen Unterschied wie ein Rauschen, quasi das Wabern an der Oberfläche", so Hacker. Eine Sanierung könne schnell teurer werden, als gedacht.

Andreas Hänjes (SPD) mahnte, den Bürgern zu erklären, dass nicht leichtfertig mit Steuergeld um sich geworfen werde, sondern, dass es dringende Gründe für den Neubau gebe. Diese liegen in der Substanz des Gebäudes. Es stammt von 1972, hat also mehr als 50 Jahre auf dem Buckel. Aktuell hat das Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf 1100 Schüler. Die Zahl soll auf 1300 wachsen.

Von der CSU-Fraktion, ebenso von Landrat Alexander Tritthart (CSU), wird ein Neubau als wirtschaftlich am sinnvollsten befürwortet. Etwas länger hatte die Grünen-Fraktion gehadert. Hier bedachte Kreisrat Lutz Bräutigam das Gremium ausführlich mit der Frage, ob man wirklich so viel Beton verbauen müsse. Aber letztlich schwenkten auch die Grünen zum Neubau über.

Für Höchstadt wird geprüft

Und wie sieht es am Gymnasium Höchstadt aus? Nachdem Westbau und Pausenhalle saniert sowie der Hauptbau abgerissen und neu gebaut wurde, wird derzeit der Kollegstufenbau überprüft. Die Grünen hatten der Kreisverwaltung einen Fragenkatalog gestellt. Insbesondere, ob und wann mit einem Neubau/Erweiterung des Kollegstufenbaus zu rechnen sei. Die Antworten lagen gestern dem Kreisbauausschuss vor. Demnach laufe aktuell eine Prüfung, ob mehr Platzbedarf durch die Wiedereinführung des G9 besteht. Falls ja, sei der Kreis auf der Liste für Fördermittel des Freistaats. Um "im Bedarfsfall handlungsfähig zu sein", seien im Haushalt 200.000 Euro für Planungskosten eingestellt.

Der Zustand werde alle zwei Jahre überprüft, da im Kollegstufenbau "bauzeitüblich" unter anderem Asbest verarbeitet wurde. Aktuell bestehe deshalb aber kein Sanierungsbedarf. Die Grünen hatten auch gefragt, ob der Brandschutz voll gewährleistet ist. Laut Hochbauverwaltung ja. Ob Feuerschutztüren nötig sind, werde derzeit geprüft. Zuletzt wurden (an dem eventuell bald abrissreifen Bau) wegen zwingender Sicherheitsauflagen Rettungstreppen für rund 90 000 Euro angebracht.

Zahlen zum Vergleich:

Realschule Höchstadt:

17 Mio. Euro, 2005 eingeweiht, damals rund 1000 Schüler.

Gymnasium Höchstadt:

Ersatzneubau Hauptbau: 8,9 Mio. Euro, 2015 eingeweiht; Sanierung Westbau: 2,6 Mio. Euro, etwa 1000 Schüler.

Gymnasium Scheinfeld:

Derzeit läuft im Landkreis Neustadt/Bad Windsheim ein Neubau des Gymnasiums in Scheinfeld, geplante Kosten: 25 Millionen Euro bei rund 500 Schülern.

Gymnasium Ebern:

Aktuell baut der Landkreis Haßberge für 28 Millionen Euro für 600 Schüler ein Gymnasium in Ebern.

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