Konzert

Gymnasium Höchstadt könnte ein musisches sein

Oberstufen-Schüler des Gymnasiums Höchstadt zeigen im Schlossgewölbe meisterhafte Darbietungen.
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Henrike Fröhlich und Lorenz Polifke spielten das Stück "Libertango".    Foto: Johanna Blum
Henrike Fröhlich und Lorenz Polifke spielten das Stück "Libertango". Foto: Johanna Blum
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Zu einem hervorragenden Nachwuchs-Konzert der Oberstufe im Schlossgewölbe Höchstadt hatte der Förderkreis pro musica am Sonntag in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Höchstadt eingeladen. Dabei hatten die Organisatoren nicht mit einem so großen Andrang gerechnet. Die 100 bereit gestellten Stühle reichten bei weitem nicht, und viele Besucher durften gute zwei Stunden stehen, ließen sich aber dadurch den Genuss nicht verderben.
Auf dem Programm standen die unterschiedlichsten musikalischen Werke und Gattungen. Lorenz Polifke (Gitarre) spielte neben seiner Eigenkomposition "After Sunset" Auszüge aus der Partita in a-Moll von Johann Anton Logy. Seine Eigenkomposition ging ins Ohr, klang harmonisch und besinnlich und alles lauschte andächtig den Gitarrenklängen.
Lorenz wohnt in Mühlhausen und besucht die Q11. Er hat vor, nach dem Abitur Musik zu studieren. Vor etwa acht Jahren begann er mit dem Gitarrenunterricht bei seiner Mutter, und mittlerweile fährt er sogar ein Mal im Monat nach München zu einem Gitarrenlehrer. "Ein bisschen aufgeregt bin ich schon gewesen", verrät er am Ende des Konzerts. Mittlerweile hat er schon mehrere Kompositionen geschrieben. Zusammen mit Henrike Fröhlich spielte er noch "Libertango", ein pfiffiges Werk und eines der berühmtesten Stücke von Astor Piazolla, der seit den 1950er Jahren den Tango neu belebte, sowie die "Pavane", ein ruhiges, getragenes Stück von Gabriel Fauré.


Musikstudium als Ziel

Petra Arneth, Laura Zinn und Henrike Fröhlich, drei begnadete Flötistinnen, Preisträgerinnen bei "Jugend musiziert", spielten die lyrisch anmutende "Fantaisie pastorale hongroise" von Franz Doppler, "Great Train Race" von Ian Clarke, temporeich und virtuos, und das rhapsodisch romantische "Concertino für Flöte und Klavier" von Cécile Chaminade.
Die drei Flötistinnen besuchen die Q12 und beherrschen ihr Instrument wirklich meisterhaft. Spielerisch trällerten, zwitscherten und jauchzten sie und zauberten wunderschöne weiche, aber auch bewusst überblasene Töne aus ihren Querflöten hervor. Nur Henrike Fröhlich möchte nach dem Abi Musik studieren. Laura und Petra wissen noch nicht so genau, wie es weitergeht.


"Cluster" ersetzen Notenblätter

Johann Sebastian Bachs "Doppelkonzert für zwei Violinen in d-Moll", eindrucksvoll gespielt von Jesko Fröhlich und Dominik Schwägerl, stand auch auf dem Programm. "Süßer Tod", ein zeitgenössisches Werk von Klaus Hinrich Stahmer, war eine Premiere für das Vokalensemble. Es gab kein herkömmliches Notenblatt, sondern nur "Cluster" (Klanggebilde).
Der Text ist verzahnt und verschachtelt, erzählt von einer Stubenfliege, die brummend umhersummt. Man konnte sich das Szenario bildhaft vorstellen. Das Ganze endete damit, dass die arme Fliege am Marmeladenglas klebt - passend dazu erklang ein Choral: "Jetzt liegt sie steif in der Marmelade" - ein tragisch-komischer Ausgang. Als Besonderheit des Abends war auch die Harfe zu hören. Vivien Ranger spielte zusammen mit Henrike Fröhlich, Petra Arneth und Laura Zinn (im Wechsel) und einem Quintett drei Sätze aus John Rutters "Suite Antique".
"Das Gymnasium Höchstadt könnte sich eigentlich auch musisches Gymnasium nennen", schwärmte ein begeisterter Besucher. Am Ende eines beeindruckendes Konzertes bedankten sich die beiden Organisatoren und Musikpädagogen am Gymnasium, Ariane Dammann-Ranger und Georg Schlee, beim Publikum, bei den hervorragenden Musikern, den beiden begleitenden Pianistinnen Jelena Roos und Anja Schaller, aber auch bei Querflötenlehrer Wolfgang Auer. Umgekehrt sagten auch die Schüler ihren Lehrern Dank. Weitere Instrumentalisten waren Michael Baumann, Jakob Lisch (Violine), Johanna Lisch, David Braune (Cello), Ariane Dammann-Ranger und Maria Thamm-Kaufmann (Bratsche) und Anja Schaller (Klavier).
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