Höchstadt a. d. Aisch
Projekt

Gymnasium hat jetzt ein Kunstwerk aus Plastikmüll

Mit einem Korallenriff aus Plastikmüll wollen Schüler des Höchstadter Gymnasiums und ihre Lehrerin Sonja Koenigk auf ein Umweltproblem aufmerksam machen.
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Das Korallenriff ist ein Blickfang in der Aula.    Foto: Yannick Hupfer
Das Korallenriff ist ein Blickfang in der Aula. Foto: Yannick Hupfer
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Bunte Farben, viele verschiedene Formen, Seepferdchen und Delfine: das Korallenriff des Gymnasiums Höchstadt. An der Wand in der Aula hängt es, ein Blickfang für die Schüler, die daran vorbeigehen.

Doch bleiben sie einmal stehen und betrachten das Kunstwerk genauer, fällt ihnen womöglich auf: Hier verwendete die Kunst-AG keine herkömmlichen Materialien. Stattdessen besteht das Kunstwerk aus Joghurtbechern, alten Füllerpatronen, Strohhalmen und verbrauchten Duschgel-Flaschen. Aus dem Plastikmüll, den die Schüler über Wochen gesammelt, anschließend sortiert und zusammengebaut haben.

Initiiert hat das Projekt Kunstlehrerin Sonja Koenigk. Vor zwei Jahren war sie in Island, als sie ein Erlebnis ganz besonders mitgenommen hat: "Man erfährt dort von den Fischern, wie viel Plastik im Meer ist." Seitdem fragt sie sich immer wieder: Warum braucht es so viel Plastik? Und vor allem: Warum werfen Menschen Plastik in der Natur weg? Auf Plastik zu verzichten sei in der heutigen Zeit schwierig, ein kompletter Verzicht fast unmöglich, meint Koenigk. Es komme auf die richtige Entsorgung an.

Die Schüler sammelten seit Anfang des Schuljahres Plastikmüll aus der Natur, hoben ihre eigenen Reste auf. "Irgendwann haben wir gesagt: Stopp! Sonst wären wir erstickt", erzählt die Lehrerin.

Vier bis fünf Kubikmeter Müll

Mit ihren zehn Schülern hat sie das gesamte Plastik auf den Tischen im Kunstsaal verteilt - und anschließend nach Farben sortiert. Immerhin vier bis fünf Kubikmeter Plastikmüll, schätzt die Pädagogin. Nach kurzer Zeit erweiterte Koenigk das Projekt auf weitere Klassen und so sind schließlich auch die elfte und zwölfte Jahrgangsstufen daran beteiligt. "Bei manchen Sachen ist es einem gar nicht bewusst, dass sie aus Plastik sind", stellt Schülerin Emilia Scharf während des Projekts fest. Es seien Unmengen, die tagtäglich verbraucht werden. Doch ihr gefällt auch die Art und Weise, wie das Problem mit dem Projekt thematisiert wird: "Man mahnt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern man führt es den Leuten mit dem Korallenriff vor Augen."

Auch am Gymnasium Höchstadt sieht Kunstlehrerin Koenigk noch Verbesserungsbedarf: "Es wird hier noch zu schlecht getrennt." Die Schule bräuchte mehr Mülleimer, eine Umwelt AG hat sich jedoch vor Kurzem erst gegründet, berichtet die Lehrerin. Junge Leute sollten es für selbstverständlich nehmen, Müll zu trennen. Das sei aber häufig noch nicht der Fall.

Mit ihrem Korallenriff-Projekt machen Koenigk und ihre Schüler auf das Plastikproblem aufmerksam. Ganz fertig ist das Kunstwerk aber noch nicht. Die Betonmauer im Hintergrund wird noch bemalt, einige Kleinigkeiten müssen die Schüler noch ausbessern.

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