Austausch

Gymnasiasten reisen virtuell nach China

Der Austausch von Videofilmen soll nur ein weiterer Schritt zu einer Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Höchstadt und einer Schule in Zhuzhou sein.
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Michael Litz, Jan-Eric Hauber, Bernd Lohneiß und Sebastian Banas (v. l.) sehen sich den deutschen Film an.   Foto: Yannick Hupfer
Michael Litz, Jan-Eric Hauber, Bernd Lohneiß und Sebastian Banas (v. l.) sehen sich den deutschen Film an. Foto: Yannick Hupfer
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Ob eine Schülergruppe aus China, die das Gymnasium Höchstadt besucht, oder der Chinesisch-Wahlkurs, der an der Schule installiert wurde. Es gibt aktuell viele Bemühungen, um mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt in Kontakt zu treten. Die Entwicklung sei sehr interessant, ebenso wie die Wirtschaft, wenngleich natürlich nicht alles gut sei, erklärt Direktor Bernd Lohneiß. "Es ist eine spannende Sache", stellt er aber heraus. "Man sollte den Kontakt nicht aus den Augen verlieren."
Das tut das Gymnasium Höchstadt keinesfalls, denn es ist eine von deutschlandweit nur fünf Schulen, die bei dem Pilotprojekt "virtual student xchange" mitmachen. Unter der Leitung des Zeitbild-Verlags, der Mercator-Stiftung und des Goethe-Instituts Peking wurden jeweils fünf deutsche und fünf chinesische Schulen ausgewählt, die mittels einer 360-Grad-Kamera Videos ihrer Schule und ihrer Umgebung produzieren. "Ziel ist es, dass wir uns mit Filmen austauschen", erklärt Lohneiß. So schicken die Chinesen Videomaterial nach Deutschland und umgekehrt. Die Partnerschule des Höchstadter Gymnasiums ist dabei in der Millionenstadt Zhuzhou ansässig.


Der Film bewegt sich mit

Um die Videos auch passend abspielen zu können, bekam das Gymnasium 17 "virtual reality"-Brillen. Davor wird ein Smartphone geklemmt, auf dem die Videos abgespielt werden können. Wenn die Schüler dann den Kopf bewegen, bewegt sich der Film, den sie ansehen, mit, und gibt den Jugendlichen so das Gefühl, gerade im anderen Land zu stehen.
Sebastian Banas und Michael Litz sind die zwei Schüler der Technikgruppe, die die Videos produzierten und bereits einige davon den Chinesen zur Verfügung stellten. Lehrer Jan-Eric Hauber, der einen Foto- und Videokurs gibt, unterstützt sie dabei. Über einen privaten YouTube-Bereich können sie die Filme austauschen, da das öffentliche Video-Portal in China nicht zugelassen ist.
Der virtuelle Austausch soll aber nur ein erster Schritt sein zur Annäherung der beiden Schulen sein.


Realer Schüleraustausch als Ziel

Denn das große Ziel ist es, so Lohneiß, nicht nur einen virtuellen, sondern auch einen realen Schüleraustausch zu organisieren. Das Interesse der chinesischen Schüler sei groß: "Sie wollen unbedingt nach Deutschland". Andersherum sei aber durchaus auch großes Bestreben vorhanden, solch ein Projekt zur veranstalten. Als genau jene Schule aus Zhuzhou im Juli des vergangenen Jahres am Gymnasium Höchstadt zu Gast war, hielten die deutschen Eltern ihre Türen offen, um die Chinesen bei sich aufzunehmen. "Die Eltern sind daran interessiert, dass wir auch rübergehen", so Lohneiß.
Um sich persönlich einen Eindruck vor Ort zu machen, wird der Rektor in den Pfingstferien nach China fliegen, um sich geeignete Städte und Schulen für einen Austausch anzuschauen. Und auch die Schule aus Zhuzhou mit ihren rund 2000 Schülern soll dann ein Reiseziel sein, damit die Jugendlichen bald nicht mehr nur virtuell in China stehen.
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