Adelsdorf
Naschwerk

Gummibärchen made in Adelsdorf: ein süßer Traum aus Gelatine

Holger Müller verriet beim Kontaktcafé der Caritas in Adelsdorf Geheimnisse der Gummibärchenherstellung.
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Die Besucher durften auch selbst Gummibärchen gießen.   Foto: Yannick Hupfer
Die Besucher durften auch selbst Gummibärchen gießen. Foto: Yannick Hupfer
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Zart fließende, süß duftende Bonbonmasse. Der Geruch von Früchten liegt in der Luft, Gummibärchen für Gummibärchen wird abgepackt. Doch zuvor müssen sie probiert und getestet werden: Stimmt der Geschmack, die Konsistenz? Jede Stunde einmal. Was klingt wie in einem Traum für Süßigkeitenliebhaber ist Realität für Holger Müller. Er arbeitet bei der Firma Dr. C. Soldan und stellt Tag für Tag Gummibärchen und Bonbons her - in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Sich selbst bezeichnet Müller als "Bonbonkocher mit Leidenschaft".

Vor kurzem verriet er einige Geheimnisse aus 28 Jahren Berufserfahrung im Kontaktcafé der Caritas in Adelsdorf. Rund 50 Besucher waren gekommen. "Es ist hier bunt gemischt und für alle Altersgruppen", sagt Verena Zepter von der Caritas. Neben kostenlosen Süßigkeiten von Müllers Arbeitgeber gab es auch Kaffee und Kuchen für die Interessierten. Übers ganze Jahre verteilt finden immer wieder Vorträge im Kontaktcafé statt, die Firma Soldan unterstützt das Projekt.

Zwei Tage warten

Die Grundzutaten eines jeden Gummibärchens seien Sirup, Gelatine, Vitamine, Wasser, Zucker und Zitronensäure. Je nach Geschmack fügt Müller dann noch Aroma, Farbe und Saft hinzu. Alles wird vermengt, verrührt und anschließend in einen Trichter gefüllt: "Das wäre mal ein Traum, darin zu baden!" Wie der Bonbonhersteller am Freitag zeigte, drückt eine Maschine in Maismehl die typischen Formen ein, anschließend werden die mit der Gummibärchenmasse befüllt. Zwei Tage dauert es jetzt, bis die Süßigkeiten aushärten und gegessen werden können.

Dabei bleibt die Firma Soldan Adelsdorf schon seit vielen Jahren treu. Bereits 1960 bauten sie das Werk in dem Dorf, 2014 zog auch die Verwaltung von Nürnberg nach Adelsdorf. "Es wäre schade gewesen, wenn die Firma von Adelsdorf nach Nürnberg gezogen wäre", meint Müller. Doch die Produktionsabläufe haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. Früher, so erzählt Müller, habe ein Arbeiter in acht Stunden rund 60 bis 70 Kilogramm Bonbons per Hand hergestellt. "Heute macht eine Maschine in der gleichen Zeit zehn Tonnen."

Eines kann die Maschine aber nicht übernehmen: den Geschmackstest. Unter anderem eine Aufgabe von Holger Müller: "Ich werde zum Naschen gezwungen." Einmal pro Stunde muss er Gummibärchen und Bonbons testen. Da kam im Kontaktcafé am Freitag schnell die Frage auf: "Wie können Sie da die Figur halten?" Dafür hat Müller allerdings kein Rezept, nur so viel: "Ich kenne keinen bei uns in der Firma, der dick ist."



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