Adelsdorf
Immobilie

Günstiger wohnen in Adelsdorf

Sozialer Wohnbau schafft in Adelsdorf Perspektiven für rund 50 künftige Mieter des geförderten integrativen Projekts.
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Günther Allinger, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder, spricht mit  Bürgermeister Karsten Fischkal und Jutta Köhler  über die Fortschritte am  Bauprojekt.Johanna Blum
Günther Allinger, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder, spricht mit Bürgermeister Karsten Fischkal und Jutta Köhler über die Fortschritte am Bauprojekt.Johanna Blum

Vor ungefähr zwei Jahren, so erinnert sich Günther Allinger, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf, habe er bei Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) angeklopft und ihm von seiner Idee eines geförderten integrativen sozialen Wohnbauprojekts erzählt. "Und ich war dann selbst überrascht, wie begeistert der Bürgermeister reagiert hat", berichtet er weiter.

Dass er bei Fischkal offene Türen einrannte, hatte einen guten Grund. Etwa ein Jahr zuvor hatte die Gemeinde in der Oberen Bachgasse ein großes Grundstück erworben, um dort sozialen Wohnungsbau zu verwirklichen. Der Kauf ging zu der Zeit über die Bühne, als Förderprogramme zu sozialem Wohnungsbau aufgelegt wurden.

"Eigentlich ist es ja nicht Kernaufgabe einer Gemeinde, sozialen Wohnungsbau zu betreiben", sagt Fischkal. Und so waren er und der Gemeinderat sehr glücklich über die Anfrage der Barmherzigen Brüder.

Auch Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (FW) schwärmt: "Das passt bei uns wunderbar rein. Nun ist die komplette Wohnungspalette in Adelsdorf abgedeckt!"

Das Grundstück wechselte also den Besitzer, und der Orden machte sich an die Planung des Bauprojekts. Das Architekturbüro Albert Kastner aus Höchberg bei Würzburg wurde mit der Errichtung des Projekts beauftragt.

Auf dem 2058 Quadratmeter großen Grundstück werden 21 Wohnungen mit jeweils 38 bis 86 Quadratmetern auf einer Gesamtwohnfläche von 1200 Quadratmetern für etwa 50 Menschen entstehen - geeignet also für ein bis vier Personen und dazu gibt es noch 20 Stellplätze. Einziehen dürfen Menschen, die einen sogenannten Wohnberechtigungsschein vorlegen können, wenn das Gesamteinkommen des Haushalts unter einer bestimmten Schwelle liegt.

Die Wohnungen sollen in erster Linie Adelsdorfern zugutekommen. "Es gibt bestimmt ältere Menschen, die allein in einem Haus wohnen. Wenn diese in eine kleine Wohnung hier einziehen, werden wieder Häuser für Familien frei", überlegt Fischkal.

Aber auch für etwa acht bis zehn Menschen mit Behinderung aus der Einrichtung in Gremsdorf, die allein leben können oder nur wenig Hilfe brauchen, sei der Bau gedacht. Einige Appartements seien auch rollstuhlgerecht.

Zentrale Lage

Sehr positiv sei auch die Lage. "Die Mieter haben es nicht weit ins Dorf, zu den Einkaufsmärkten und auch zur Bushaltestelle", findet Fischkal. Die Heizung ist ans Nahwärmenetz der Gemeinde angeschlossen. Über eine Dachterrasse auf dem Flachdach denke man noch nach, aber um das Mehrfamilienhaus herum werde alles begrünt.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 4,1 Mio Euro. 1,6 Mio Euro bringen die Barmherzigen Brüder aus Eigenmitteln auf (das heißt durch Mieteinnahmen) und 2,4 Mio Euro kommen aus öffentlichen Darlehen.

Die Kaltmiete liegt bei 8,50 Euro pro Quadratmeter - bei entsprechend niedrigem Einkommen sinkt der Quadratmeterpreis in drei Stufen. Die Differenz übernimmt die Wohngeldstelle.

Die ersten Interessenten hätten sich bereits gemeldet, so Günther Allinger. Und warum engagiert sich der katholische Orden derart? "Es ist uns wichtig, Geld da zu investieren, wo es benötigt wird, und ich sehe es als eine notwendige soziale Aufgabe", betont der Geschäftsführer. Und das sei zurzeit der sozial geförderte Wohnungsbau.

Die Fertigstellung des im März begonnenen Baus ist bei normalem Baubetrieb im November 2020 geplant. Die ersten Mieter sollen am 1. Dezember 2020 einziehen können.

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