Spardorf
Nachhaltigkeit

Grüner Strom für Einkaufszentrum bei Erlangen

Auf zwei Dächern der ehemaligen Ziegelei in Spardorf entstehen zwei Photovoltaikanlagen, die die neuen Mieter mit Energie versorgen.
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Der Bau der Photovoltaikanlagen hat vor einigen Tagen begonnen.    Foto: Marc Stötzer
Der Bau der Photovoltaikanlagen hat vor einigen Tagen begonnen. Foto: Marc Stötzer

Das Nahversorgungszentrum, das an der Maukhalle auf dem Gelände der alten Ziegelei in Spardorf entstanden ist, wird sich mit grünem, vor Ort erzeugtem Sonnenstrom selbst versorgen. Die Bürgergenossenschaft Ewerg (EnergieWende Erlangen und Erlangen-Höchstadt) und der Öko-Energieversorger Naturstrom setzen dort ein nachhaltiges Energiekonzept um. Dafür startete nun der Bau von zwei Photovoltaikanlagen, teilt der Energieversorger mit.

Eine Ziegelfassade und Teile des Schornsteins erinnern noch an die ehemalige Ziegelei in Spardorf. In die fünfgeschossige Maukhalle an der Grenze zu Buckenhof sind Büros und verschiedene Gewerbe eingezogen, unter anderem mehrere Ärzte, eine Apotheke und ein Fitnessstudio. Dieses Gebäude soll zukünftig mit Solarstrom versorgt werden, der auf den benachbarten Dächern von zwei weiteren Markthallen produziert wird. Pro Jahr sollen rund 380 000 kWh elektrische Energie produziert werden. Das entspricht rein rechnerisch dem Jahresverbrauch von 110 Drei-Personen-Haushalten.

Eine Anlage in Bürgerhand

Überschüssiger Strom aus den Anlagen fließt in das öffentliche Stromnetz. Wird einmal mehr Strom benötigt, als durch die Anlage erzeugt wird, so wird dieser durch 100 Prozent Ökostrom von Naturstrom zugeliefert. Tim Meyer, Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Dezentrale Energieerzeugung, betont: "Gewerbetreibende können günstigen Solarstrom direkt vom Dach beziehen - auch dann, wenn sie selbst nicht Betreiber der Anlage sind. Sie sparen somit den Planungsaufwand und die Investition, profitieren aber von den Vorteilen einer nachhaltigen, lokalen Stromversorgung."

Eigentümerin der Photovoltaikanlage auf dem östlichen Markthallendach ist die Ewerg, die auch den Kontakt zum Immobilieneigentümer und wichtige Teile der Projektentwicklung in die Partnerschaft eingebracht hat. Die Genossenschaft hatte Bürger im Vorfeld dazu aufgerufen, sich an der Photovoltaikanlage zu beteiligen und so Teil der Energiewende vor Ort zu sein. Dieter Emmerich, Vorstand der Ewerg, legt Wert auf die nachhaltige Wirkung: "Unser Ziel ist es, erneuerbare Energien in der Region voranzutreiben und dass Bürger in die Anlagen investieren. Wir freuen uns sehr, wenn Immobilieneigentümer sich, wie in diesem Fall, selbst für eine ökologische Nutzung ihrer Gebäude einsetzen. So konnten wir auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei der Gebrüder Schultheiß eine nachhaltige Stromversorgung für die gewerblichen Mieter umsetzen."

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