Unfall

Höchstadt: Gas-Alarm in Eisstadion - mehrere Feuerwehren im Einsatz

Im Höchstadter Eisstadion ist es zum Austritt von stark reizendem Gas gekommen. Mehrere Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz.
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Die Feuerwehr ist mit mehreren Trupps in Schutzanzügen im Einsatz am Höchstadter Freizeitgelände aus Eishalle und Freibad.Jann Weckel
Die Feuerwehr ist mit mehreren Trupps in Schutzanzügen im Einsatz am Höchstadter Freizeitgelände aus Eishalle und Freibad.Jann Weckel
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Zwei Mal heulte zur Mittagszeit die Sirene der Höchstadter Feuerwehr. Der Notruf kam aus dem Eisstadion am Kieferndorfer Weg: Eine Meldeanlage hatte automatisch die Leitstelle alarmiert, als sie Ammoniak in der Luft festgestellt hatte.

Ammoniak wird im Eisstadion als Kühlmittel verwendet, doch einer der zwei Kompressoren im Keller des Gebäudekomplexes hatte das Gas aufgrund eines Defekts entweichen lassen. "Ammoniak wirkt reizend und ätzend", erklärt Sebastian Weber, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt. Das stark riechende, farblose Gas kann im schlimmsten Fall zum Ersticken führen.

Zu Beginn waren die Feuerwehren aus Höchstadt und Neuhaus vor Ort und erkundeten den Keller unter Einsatz von schwerem Atemschutz. "Das Gas war deutlich wahrnehmbar", sagt Weber. Schnell war klar, dass schwerer Chemieschutz nötig sein würde, um die Gefahr in den Griff zu kriegen. Über den verfügt die Feuerwehr Adelsdorf, die deshalb mit zwei Löschzügen zur Verstärkung gerufen wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren dann rund 60 Feuerwehrkräfte vor Ort.

Nur jeweils 20 Minuten

Mit vier Trupps - bestehend aus je zwei Feuerwehrleuten, mit speziellen Schutzanzügen gekleidet - wurde versucht, im Keller das Leck an den Kompressoren zu schließen. Da pro Team aus Sicherheitsgründen immer nur zwanzig Minuten in der kontaminierten Luft gearbeitet werden darf, gingen die Teams nacheinander ins Gebäude. Nach jeder Schicht mussten die Trupps eine eingerichtete Dekontaminierungsstrecke durchlaufen. Im Lauf der Einsatzes wurden mit der Feuerwehr Herzogenaurach und der Werksfeuerwehr der Firma Schaeffler weitere, auf Chemieunfälle spezialisierte Feuerwehren hinzugerufen.

Neben den Feuerwehren, der Polizei und zwei Sachverständigen des THW, waren auch zwei Rettungswagen alarmiert worden und blieben während des Einsatzes zum Schutz der Einsatzkräfte vor Ort. Da sonst niemand verletzt wurde, rückte der ebenfalls anwesende Notarzt nach etwas mehr als einer Stunde wieder ab. Die Eishalle war zur Zeit des Vorfalls nicht geöffnet. Da durch den Einsatz das Eis angetaut ist, wird das voraussichtlich auch noch einige Tage so bleiben.

Der Einsatz dauerte bis in den Nachmittag. Der Verkehr wurde erst über den Freibadparkplatz umgeleitet, später wurde die Straße komplett gesperrt. Die kontaminierte Luft wurde aus dem Gebäude geleitet und mit Wasser niedergeschlagen. "Dadurch entsteht eine Base, die für die Natur nicht schädlich ist", sagt Weber.

Laut Weber kommen derartige Einsätze wegen chemischer Stoffe immer häufiger vor: "Es sind einfach immer mehr Gefahrenstoffe im Umlauf." Das erfordere besonderen Aufwand: "Das ist auch für die Feuerwehren ein spezieller Fall. Hier mussten höchste Schutzmaßnahmen ergriffen werden."



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