Großenseebach
Brauchtum

Großenseebach: Bei der Kerwa lief alles rund

Wie es sich bei einer richtigen Kerwa gehört, standen in Großenseebach am Sonntag "Kiegli zammspiln" und der Kerwaswagen, am Montag "Maien rausdanzn" mit 13 Paaren und das "Geeger rauschlogn" auf dem Programm.
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Kerwa raustanzen in GroßenseebachManfred Welker
Kerwa raustanzen in GroßenseebachManfred Welker
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Am Montagabend klang für die Ortsburschen die Kirchweih in Großenseebach mit dem "Maien rausdanzn" und dem "Geeger rausschlogn" aus. Nach 18 Uhr zogen die Ortsburschen vom Festplatz mit Unterstützung von Musikern ins Dorf, um dort ihre Tanzpartnerinnen abzuholen. An der Spitze wurde ein mit bunten Bändern geschmückter Weidenbuschen getragen. Erst am Treffpunkt erhielten die Ortsburschen die geschmückten Schürzen von ihren Tanzpartnerinnen umgelegt. Zum Festplatz zurückgekehrt, mussten die 13 Paare den Kirchweihbaum umrunden. Auf einem Tisch befand sich unter einem Tuch der Wecker, der zu einer unvorhersehbaren Zeit laut schellen würde. Wer den Weidenbuschen gerade in Händen hielt, der musste auch ein Kirchweihlied zum Besten geben.

In den Liedern wird auf aktuelle Geschehnisse Bezug genommen, etwa auf Weisendorf und seine Kerwa, die eine Woche davor stattfand, genauso wie auf einen Kerwasburschen, der beim Holz aufschichten für das Feuer zur Wache Bekanntschaft mit einem Nagel gemacht hatte.

Beim "Geeger rausschlogn" gewann Kilian Soba. Bei dieser Disziplin mussten die Ortsburschen mit einem armdicken Stamm einen Blecheimer treffen, der stellvertretend für den Hahn stand. Zuvor wurden den Kandidaten die Augen verbunden und ihr Orientierungssinn durch mehrmaliges Drehen durcheinandergebracht. Auf Zurufe aus dem Publikum versuchten sie dann, den Eimer zu treffen. Ging der Wurf daneben, so ließ sich die Musik lediglich einige traurige Töne entlocken. Erst beim Treffer durch Kilian Soba gab es einen Tusch. Der "Geeger", ein prächtiger Hahn, war bereits am Donnerstag bei Georg Schaub "organisiert" worden und wurde nach der Aktion auch wieder unversehrt zurückgebracht.

Nach diesen Anstrengungen zogen die Paare in das Festzelt, wo Lukas und Verena gemeinsam ihre Tanzkünste vor dem Publikum zum Besten gaben.

Gemäß altem Brauch erhielt der Sieger beim "Maien rausdanzn" einen Krug, musste aber auch die Mitwirkenden freihalten. Die Siegerin des "Maien rausdanzn" konnte ein Kaffeeservice in Empfang nehmen. Nach der Beendigung der Kirchweih, irgendwann in den Morgenstunden, war Kaffeetrinken angesagt.

Die Ortsburschen konnten auf eine gelungene Kirchweih 2018 zurückblicken. Sie stellten den höchsten Baum im Seebachgrund auf und es gelang keinen Burschen aus der Umgebung, ihn zu schälen.



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