Herzogenaurach
Medizin

Großeinsatz in Asylunterkunft in Herzogenaurach

In Herzogenaurach hat am Samstagabend ein Großeinsatz von Rettungskräften für Aufsehen gesorgt. 14 Rettungswagen und Feuerwehr waren in einer Flüchtlingsunterkunft im Einsatz.
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Fotos: Richard Sänger
Fotos: Richard Sänger
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Am frühen Samstagabend wurde für den Herzogenauracher der Alarm "MANV" (Massenanfall von Verletzten und Erkrankten) ausgelöst und aus dem gesamten Großraum wurden Rettungsfahrzeuge nach Herzogenaurach beordert. Das sorgte natürlich für viel Aufsehen und Gesprächsstoff sowie für Gerüchte, denn das Ziel der Rettungskräfte war die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Praktiker.

Was war passiert: Am Nachmittag wurde der Notarzt in die Unterkunft zu einem Kind mit hohen Fieber gerufen. Wenig später waren weitere Kinder und auch einige Erwachsene betroffen. Daraufhin wurde MANV ausgelöst und weitere Notärzte machten sich auf den Weg nach Herzogenaurach. Das Areal des Praktikers wurde von der Herzogenauracher Feuerwehr großräumig abgesperrt und Zutritt hatte nur noch das Rettungspersonal und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes.
Der leitende Notarzt Dr. Thomas Ruppert gab sich gegen 19 Uhr vorsichtig optimistisch. "Ich kann den Norovirus definitiv ausschließen und es ist jetzt unsere Aufgabe, die Erkrankten von den Gesunden zu trennen", erklärte der Mediziner. Wie Thomas Heideloff vom Kreisverband Erlangen-Höchstadt vor Ort erläuterte, wird bei allen Flüchtlingen das Fieber gemessen und erkrankte Personen in die Krankenhäuser der gesamten Region gebracht.

Bis gegen 19.30 Uhr wurden 10 Kinder und 4 Erwachsene in Kliniken gebracht. Zwischenzeitlich wurde in der integrierten Leitstelle ein Koordinierungsstab eingerichtet, der ausschließlich die Transporte organisierte und sich um freie Betten in den Kliniken kümmerte, denn nach Aussage des Notarztes dürfen die Patienten aus dem Praktiker nicht auf Normalstationen gebracht werden.

Vor Ort informierte sich auch Bürgermeister German Hacker über die Lage und Landrat Alexander Tritthart stand mit der Einsatzleitung im ständigen Kontakt. Im Einsatz waren neben der Feuerwehr auch 14 Rettungswagen, Vier Notärzte und weiteres medizinisches Personal des Gesundheitsamtes. Wenn sich die Lage beruhigt und keine weiteren Fälle auftreten, werden während der Nacht eine Bereitschaft des Rettungsdienstes und ein Notarzt in Herzogenaurach bleiben.
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