Herzogenaurach
Bauvorhaben

Großbaustelle Rathaus: Bohrer steht bereit

Projektentwickler Ziegler gab einen Überblick über Kosten und Zeitplan des Großprojekts. Finanziell ist der Spezialtiefbau ein Ausreißer nach oben.
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Das Großdrehbohrgerät "Bauer BG 28 H" steht bereit.  Foto: Bernhard Panzer
Das Großdrehbohrgerät "Bauer BG 28 H" steht bereit. Foto: Bernhard Panzer
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Das große Bohrgerät ist montiert und aufgestellt, es ist 22 Meter hoch und bereit für große Taten. Und für teure Taten, denn der Spezialtiefbau allein verschlingt die Summe von 2,8 Millionen Euro. Damit bildet die Baugrube mit den zahlreichen Bohrpfählen, die die sechs Meter tiefe Grube festigt und auch die Statik des angrenzenden Schlossgebäudes sichert, den bislang größten Brocken im Großvorhaben Rathausneubau. Die nächsten zehn Wochen wird das in Anspruch nehmen. Ab Mai folgt mit dem Rohbau dann der größte Brocken, Kosten: fünf Millionen Euro.

Komplizierte Berechnungen

Projektentwickler Jürgen Ziegler gab in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag einen Bericht über Kostenentwicklung und Zeitplan. Er nannte da erneut den Spezialtiefbau, denn dieser fiel als einziges Gewerk bislang deutlich aus dem Rahmen: 714 000 Euro liegen die Kosten über dem berechneten Ansatz.

Ziegler verdeutlichte auch, wie kompliziert dieser Bereich der Kosten zu betrachten sei. Er entwickle sich über zwei Schätzungen über die Kostenberechnung hin zum Kostenanschlag und der letztendlichen Kostenfeststellung. Rund 3000 einzelne Kostenansätze habe es bisher gegeben, die einen 100 Seiten starken Ordner füllen und letztlich in die Kostenberechnung münden. 20 Prozent dürfe die nach Aussage Zieglers von der Entwurfsplanung noch maximal abweichen.

Die bisherigen Kosten (Summe: 7,8 Millionen Euro) liegen um eine Dreiviertelmillion (10,6 Prozent) über dem aus der Berechnung zugewiesenen Kostenansatz. Für Walter Drebinger (CSU) ist das eine mahnende Zahl, wie er in der Diskussion anmerkte. Denn wenn man den schon eingeplanten zehnprozentigen Inflationsausgleich dazu nimmt, sei man schon bei über 20 Prozent.

Deutlich besser klingt die Zahl allerdings, wenn man die Archäologie mit einberechnet. Diese Kosten waren ob der ungewissen Funde sehr hoch angesetzt worden (935 000 Euro), bleiben nun aber bei 320 00 Euro hängen. Die Ersparnis dämpft die Kostensteigerung auf nur noch 1,7 Prozent.

Generell liege es "in der Natur der Sache, dass es Abweichungen gibt", sagte Ziegler. Mit dem Spezialtiefbau habe man bislang aber nur den einen Ausreißer nach oben.

Freilich hat man trotzdem schon mit Einsparungen reagiert. So könne man unter anderem auf eine Aufstaudrainage und ein Regenrückhaltebecken verzichten, was insgesamt 290 000 Euro spart.

Schäden im Schloss

Große Schäden in den Balken wurden bei der Entkernung des Schlossgebäudes festgestellt. Darüber informierte Architekt Christoph Schmidt. "Manche Balken sind komplett pulverisiert", sagte er. Sie müssen ersetzt werden, was immer dann pikant sei, wenn im Stockwerk drunter eine Stuckdecke ist.

Die Stadträte erhielten bei einer Besichtigung kürzlich die Gelegenheit, sich über die Schlosssanierung selbst ein Bild zumachen. Walter Drebinger, von Beruf Handwerker, bescheinigte mit Respekt: "Das ist eine enorme Arbeit".

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