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Gremsdorf
Literatur

Gremsdorferin schreibt über den Tod und gewinnt dafür Preis

Annegret Liepold aus Gremsdorf wird von der Literaturstiftung Bayern für ihre Kurzgeschichte ausgezeichnet.
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Annegret Liepold vor dem Weihnachtsbaum auf dem Höchstadter Marktplatz  Foto: Waltraud Enkert
Annegret Liepold vor dem Weihnachtsbaum auf dem Höchstadter Marktplatz Foto: Waltraud Enkert

Annegret Liepold kann sich noch gut erinnern. Ihr erster Artikel, den sie für den Fränkischen Tag geschrieben hat, war über einen Vortrag zur Krankheit Alzheimer. "Ich habe mich da richtig reinvertieft", sagt sie heute, zwölf Jahre später. Der berufliche Weg führte die junge Frau aus Gremsdorf zum Literaturstudium nach München. In München wurde sie jetzt mit dem ersten Platz der Literaturstiftung Bayern ausgezeichnet. Für ihre Kurzgeschichte "Auf dass der Tod".

"Den Tod schreiben" stand als Thema über der Ausschreibung. Über 80 Einsendungen hat es gegeben. Tot sind in ihrer Geschichte Hasen. "Es ging mir darum, Diskrepanzen darzustellen. Zwischen Stadt und Land, Alt und Jung, Tradition und Moderne", sagt sie. In ihrer Geschichte bekommt ein älterer Mann vom Landratsamt die Mitteilung, dass er viel zu viele Hasen habe. Was tut er? Er schlachtet sie. Und tritt damit eine Welle los.

Roman in Arbeit

Annegret Liepold ist 29 Jahre alt. Von 2007 bis 2011 war sie freie Mitarbeiterin beim Fränkischen Tag in Höchstadt. Nach dem Abitur am Höchstadter Gymnasium ging sie für ein Jahr nach Südamerika. Betreute Kinder, lernte Spanisch und kam zur Überzeugung, dass sie Literaturwissenschaft studieren möchte.

In München hat sie vier Jahre lang parallel zum Studium Radio gemacht beim Sender M 94,5, nach dem Bachelor beim ZDF hospitiert. Ihre Leidenschaft für die Literatur hat sich in dieser Zeit verfestigt.

Inzwischen arbeitet sie an einem neuen Projekt unter dem Arbeitstitel "Überlandfahrt". Noch ist der Roman nicht fertig, doch Annegret hat dafür bereits einen mit 3000 Euro dotierten Nachwuchspreis der Stadt München bekommen.

Lesung in drei Städten

In ihrem Roman arbeitet sie die Zeit während und nach dem Krieg auf, will darstellen, wie die Gesellschaft mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte umging und umgeht. Wie es von Teilen der Gesellschaft auch heute noch verdrängt wird. Im Mittelpunkt ihres Romans seht eine junge Frau, die in die rechte Szene geraten war und Jahre später ihre eigene Geschichte aufarbeitet. Für ihre Recherche hat Annegret Liepold jüdische Friedhöfe in der Umgebung, zum Beispiel in Zeckern, besucht. Oder in Adelsdorf das jüdische Mahnmal. Was sagen uns Straßennamen, die nach SS-Leuten benannt waren? "Wenn man an diesen Orten unterwegs ist, kommt man mit den Leuten ins Gespräch", sagt sie. Ihr Roman spielt in der Region um Nürnberg. Den NSU-Prozess hat die 29-Jährige genau verfolgt. Im nächsten Jahr soll ihr Werk fertig sein.

München ist für Annegret Liepold zur Heimat geworden. An der Uni hat sie eine Teilzeitstelle am Institut für Komparatistik. Sie hat an einem Hörspiel für Kinder mitgeschrieben, nächstes Jahr will sie außerdem als Dramaturgin am Theater arbeiten. Sie schreibt auch Liedtexte - ihr Freund ist Musiker. Die Weihnachtsfeiertage verbrachte sie bei ihrer Familie in Gremsdorf. Wer ihre prämierte Kurzgeschichte "Auf dass der Tod" kennenlernen möchte, kann ihre Lesungen am 17. März in Ingolstadt, am 18. März in der Stadtbücherei Lauf und am 19. März in der Stadtbücherei Coburg besuchen. Veröffentlicht wurde das Werk bislang noch nicht.

Auch zwei Erlanger erfolgreich

Bei den Lesungen ist dann auch ihre Freundin Elena Kaufmann dabei, eine gebürtige Erlangerin, die den zweiten Platz bei der Ausschreibung belegt hat. Kennengelernt haben sich die beiden übrigens in München beim Studium, nicht etwa in Erlangen. Auch Philip Krömer aus Erlangen erhielt einen 2. Platz.

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