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Gremsdorf
Bürgerversammlung

Gremsdorfer Umgehung lässt auf sich warten

Bis die Gremsdorfer vom Verkehr der B 470 befreit werden, dürften noch viele Jahre ins Land ziehen.
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Der dichte Verkehr in der Ortsdurchfahrt bleibt den Gremsdorfern noch einige Zeit erhalten.   Foto: Andreas Dorsch (Archiv)
Der dichte Verkehr in der Ortsdurchfahrt bleibt den Gremsdorfern noch einige Zeit erhalten. Foto: Andreas Dorsch (Archiv)
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Verkehrsprobleme im Gemeindegebiet, Verzögerungen bei der geplanten Ortsumgehung und die finanzielle Lage der Gemeinde wurden bei der Gremsdorfer Bürgerversammlung im SC-Sportheim angesprochen.

Bürgermeister Norbert Walter (BB) berichtete zunächst über die aktuelle Lage der Gemeinde und kam dabei auf die geplante Ortsumgehung der Bundesstraße 470 zu sprechen. Man stehe zwar in dauerhaftem Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt, jedoch "sind wir hier nicht so weit wie gedacht", so Walter. Bereits im Juli wurde eine grobe Planung auf Verwaltungsebene vorgestellt. Im September dann konnten drei konkrete Lösungen präsentiert werden. Dabei werden eine Nordtrasse, eine Südtrasse und eine Tunnellösung gleichberechtigt geprüft.

Seit September konnte allerdings kein weiterer Fortschritt bei der technischen Planung verzeichnet werden, denn eine Umgehung im Norden fordert zwölf Hektar Ausgleichsflächen. Im Süden bestehen Bedenken hinsichtlich des Grundwasserflusses, weswegen ein hydrobiologisches Gutachten angefertigt werden muss. Laut Walter bedeute das eine garantierte Verzögerung um ein Jahr.

Länger dauern kann in Zukunft auch der Straßenausbau. Nachdem die Erneuerung der Brückenstraße und des Mühlenwegs die letzte Maßnahme ist, die über Ausbaubeiträge auf Anlieger anteilig umgelegt werden konnte, gestaltet sich die Erneuerung von Straßen für die Gemeinde finanziell deutlich schwieriger, so Walter.

Weitere Verkehrsprobleme wurden von Bürgern angesprochen. So stieß die Einbahnstraßenregelung in der Gremsdorfer Brückenstraße auf mehrfache Kritik. Die Verkehrsführung im Bereich des Zusammenführens mit der Straße Am Wageck sei unübersichtlich und führe vermehrt zu Rechts-vor-links-Verstößen. Walter verwies hierbei auf einen Ortstermin mit der Polizei, an dem das Anbringen von breiten, unterbrochenen Linien auf der Fahrbahn angeregt worden sei. Nichtsdestotrotz werde die Lage auch im Gemeinderat ein weiteres Mal besprochen. In diesem Zuge machte ein Bürger auf die Unterschriftensammlung gegen die Einbahnstraßenregelung aufmerksam.

Aus dem Ortsteil Buch kritisierte Heribert Hahn, dass am Ortsende in Richtung Klebheim keine sichere Möglichkeit für Fußgänger bestehe, die Straße als Weg zu meiden. Da die meisten Passanten nicht die Straße ungesichert überqueren möchten, wählen sie einen Weg über die angrenzende Wiese, die verpachtet ist. Durch die vermehrte Nutzung entstand dort bereits ein Trampelpfad. Nun soll im Gemeinderat über eine offizielle Lösung nachgedacht werden.

Solide finanzielle Lage

"Gremsdorf steht nach wie vor nicht schlecht da", so beschreibt Walter die Gemeindefinanzen, nachdem die letzten drei Jahre "finanzielle Highlights" waren, in denen über Rückführungen Rücklagen über zwei Millionen Euro angesammelt werden konnten. 2019 musste die Gemeinde Gremsdorf eine Kreisumlage in Höhe von 1,211 Millionen Euro zahlen. Zusätzlich nahm man einen Kredit über eine Million Euro auf, um einen Neubau des Bauhofs ohne Rücklagen finanzieren zu können. Schließlich haben einige Unternehmen umfirmiert, weswegen die Gemeinde Vorauszahlungen der Gewerbesteuer zurückerstatten musste. Anstatt 300 000 Euro einzunehmen, verbuchte Gremsdorf hier einen Verlust von 30 000 Euro. Aufgrund dieser Einwicklung wird eine Pro-Kopf-Verschuldung von 570 Euro erwartet, was immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt von ungefähr 600 Euro liegt.