Gremsdorf
Fachschule für Heilerziehung

Gremsdorfer Einrichtung investiert in die Ausbildung

2,1 Millionen Euro investiert die Fachschule für Heilerziehung Gremsdorf in einen Anbau. Dennoch: Die Behindertenbetreuung sucht dringend Nachwuchs.
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Beim Richtfest der Fachschule bei den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf waren auch viele Bewohner der Wohngruppen dabei. C Bauriedel
Beim Richtfest der Fachschule bei den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf waren auch viele Bewohner der Wohngruppen dabei. C Bauriedel
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Sie ist ein Magnet für die ganze Region, die Augustinus-Schule für Heilerziehungspflege in Gremsdorf. Aus Nürnberg, Fürth, Forchheim, Bamberg und natürlich aus dem eigenen Landkreis kommen die Azubis, die hier ihre Ausbildung als Heilerziehunspfleger oder Heilerziehungshelfer machen. "Unser Einzugsgebiet ist alles mit rund einer Stunde Fahrtzeit", sagt Schulleiter Andreas Keidel.

Zwischen 115 und 140 Schüler gibt es je nach Jahrgang in der Fachschule, die der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder angegliedert ist. Etwa die Hälte der Schüler hat ihre Praxisstelle bei den Barmherzigen. Der Rest arbeitet in der ganzen Region.
2,1 Millionen Euro investiert der Träger in die Erweiterung der Fachschule. Rund 50 Prozent davon seien gefördert, so Keidel. Am Donnerstag feierte man Richtfest.


"Es ist ein Mangelberuf"

Auch wenn für so viel Geld ans alte, teilsanierte Schulgebäude angebaut wird: Einen generellen Boom bei den Pflegeberufen könne man daran nicht ablesen. In Gremsdorf sei man, auch wegen des großen Einzugsgebiets, zwar mehr als gut mit neuen Schülern versorgt, sagt Keidel. Insgesamt sei die Lage aber schwierig. "Es ist ein totaler Mangelberuf. Im pädagogisch-pflegerischen Bereich gibt es zu wenige Fachkräfte und Azubis", sagt Keidel.

Er hofft, dass auch durch das neue Gebäude eine Ausbildung in diesem Bereich attraktiver wird.
Im Neubau, der im Frühjahr 2019 bezugsfertig sein soll, entstehen drei Klassenzimmer, ein Mehrzweckraum, zwei Fachräume für Lerngruppen, ein Pausen- sowie Sanitärräume. Das erklärt Albert Kastner, Architekt aus Würzburg, der für die Barmherzigen Brüder schon mehrmals im Einsatz war, etwa bei der neuen Werkstatt gegenüber.

Das Dach des Schulanbaus soll eine begrünte Terasse bekommen. Der Haupteingang liegt künftig im Neubau. Ob es ausreicht, durch eine modernere Lehrumgebung neue Leute für die Behindertenbetreuung zu gewinnen? Der Schulleiter ist sich sicher, dass das ein Element sei. Von der Politik wünsche er sich aber eine Stärkung der Pflegeberufe allgemein. "Es fällt auf, dass es den Zivildienst nicht mehr gibt", sagt Keidel. Viele seien früher erst so auf den Beruf gestoßen. Kindergarten oder Schule kenne jeder. Aber die Arbeit in einer Behinderteneinrichtung sie vielen unbekannt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Stärkung der Pflegeberufe sei die Entlohnung, meint Schulleiter Keidel. Der Fachschulabschluss in Gremsdorf sei eigentlich dem eines Meisters, etwa dem eines Technikers, gleichrangig. Bei der tariflichen Einstufung sei das allerdings mitnichten so. Zu anderen Meisterqualifikationen gebe es "eine deutliche Diskrepanz".


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