Kairlindach
Landwirtschaft

Getreideernte ist drei Wochen früher reif

Das Getreide ist abgereift, Regen braucht's jetzt nicht mehr. Landwirte trafen sich bei Kairlindach zur Sommerbilanz.
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Foto: Bernhard Panzer
Foto: Bernhard Panzer
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Zu wenig Regen und schon im April sommerliche Hitze - das machte den Landwirten zu schaffen und beeinträchtigt die Ernte. So berichtet es der Bayerische Bauernverband anlässlich der diesjährigen Ernte. "Die extreme Wettersituation sowie viele Unwetter und andere Wetterkapriolen spüren die bayerischen Bauern nun schmerzlich bei der Ernte", stellte BBV-Präsident Walter Heidl dieser Tage fest.
Die allgemeine Wetterlage traf auch die Landwirte im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Die Getreideernte kam heuer drei Wochen früher, wie Gerhard Schmidt vom Amt für Landwirtschaft Fürth feststellt. Das habe zu einer zusätzlichen Belastung für die Bauern geführt. "200 Liter Wasser fehlen", bilanzierte Schmidt die bisherigen Monate im Landkreis.


Guter Start bis April

BV-Kreisobmann Robert Ort kann das bestätigen. Seit Wochen habe die Feuchtigkeit gefehlt, auch nachts. "Nachts ist trockene und kühle Luft", sagte er bei einem Erntetermin mit Vertretern der Presse in Kairlindach. "Das nimmt die Feuchtigkeit von den Feldern weg."
Dabei sei man ja ganz gut ins Frühjahr gekommen, ergänzt der BBV-Kreisvorsitzende. Bis zum April habe es ausreichend Niederschlag gegeben. Dann aber sei es schnell zu warm geworden. 30 Grad im April und dazu Trockenheit seien dem für Natur und Landwirtschaft so wichtigen Wachstumsmonat nicht förderlich gewesen. Das BBV-Generalsekretariat in Neufahrn liefert eine passende Zahl dazu: Es sei heuer der heißeste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gewesen.


Leicht unter dem Schnitt

Trotzdem verfallen die Landwirte nicht ins Jammern. Jetzt wäre es wichtig, dass das Wetter einigermaßen trocken bleibt, sagt Ort. Schädlich wäre jetzt, zu einem bereits späten Zeitpunkt der Ernte, ein Dauerregen. Die Getreidekörner seien freilich kleiner als sonst. Bayernweit rechnet der Bauernverband auch nur mit einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte. Denn Wärme und Sonne bedeuten ja auch Wachstum. Wenn der Boden in der Lage ist, Wasser zu speichern.
Auch der Kairlindacher Haupterwerbslandwirt und Vorsitzender des Maschinenrings, Rudolf Groß, musste sich auf die Wetterkapriolen einstellen. Er bemüht ein Bild: "Früher haben wir im Pelzmantel Spargel gestochen", sagt er. Und nun gebe es schon mehrere Wochen Hochsommer. Dem Spargel freilich "hat's gefallen", ergänzte Sohn Stefan. Und zeigte sich auch sonst nicht allzu enttäuscht: "Es war nicht alles schlecht." Und auch der Mais profitiere von Wärme und Feuchtigkeit.
Auch Hans Volland, Fachberater bei der BBV-Geschäftsstelle Herzogenaurach, bilanziert das bisherige Jahr. Ein Landregen wäre im Frühjahr schön gewesen, dass sich die Pflanzen entwickeln können, sagte er. Jetzt aber sei es zu spät hierfür, das Korn sei abgereift. "Regen hilft jetzt auch nicht mehr", so Volland.
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