Herzogenaurach
Nahverkehr

Gegen die Stub: Bürgerinitiative fordert "neutralen Faktencheck"

Die Bürgerinitiative Pro Aurachtalbahn erhebt Einspruch gegen das Raumordnungsverfahren für die Stadtumlandbahn.
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Vor dem Regierungsgebäude in Ansbach: Ulrich Bogen, William Borkenstein und Manfred Horn (von links) mit der Bescheinigung der Einspruch-Übergabe.  Foto: privat
Vor dem Regierungsgebäude in Ansbach: Ulrich Bogen, William Borkenstein und Manfred Horn (von links) mit der Bescheinigung der Einspruch-Übergabe. Foto: privat

Am 4. Juli hat die Regierung von Mittelfranken das Raumordnungsverfahren (ROV) für die geplante Stadt-Umland-Bahn zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach eingeleitet. Gesetzliche Grundlage für das ROV ist das Bayerische Landesplanungsgesetz (BayLplG). Bis zum 23. August haben die von dem Projekt betroffenen Kommunen, Behörden, Verbände sowie die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich zu äußern.

Diese Frist hat die Bürgerinitiative Pro Aurachtalbahn genützt: Dieser Tage übergab eine Delegation der Stub-Gegner aus Herzogenaurach der Regierung von Mittelfranken ihren Einspruch zum Raumordnungsverfahren für die Stadt-Umland-Bahn. Darauf weist die Initiative in einer Pressemitteilung hin.

Auf elf Seiten

Die Bürgerinitiative hat demnach auf elf Seiten Text ihre Sichtweise umfassend dargestellt. In der Erklärung heißt es: "Die gesamte Argumentation beruht auf Fakten, belegbaren Dokumenten, Links, Podcasts und Zitaten." Neben dem Schriftstück wurden der Regierung in einem Ordner die zitierten Original-Dokumente übergeben.

Für die Bürgerinitiave sind zunächst vor allem folgende Punkte wichtig: Sie sehen zunächst "weit überholte und irreführend dargestellte Entscheidungsunterlagen". Auch seien die Kosten- und Nutzenaussagen strittig, ebenso kritisiert man die Streckenführung und bezweifelt den Nutzen für die Stadt Herzogenaurach. Daneben geht es der Bürgerinitiative im Kern erneut darum, eine längst überfällige ernsthafte Prüfung der Aurachtalbahn als S-Bahn einzufordern.

"Geradezu skandalös"

"Nach den uns vorliegenden Unterlagen ist es geradezu skandalös, wie eine derartige Überprüfung bisher verhindert wurde", stellt Peter Dittrich als Erster Vorsitzender der BI Pro Aurachtalbahn fest.

Die BI ist der Pressemitteilung zufolge überzeugt, "dass bei einem neutralen Fakten-Check das StUB-Projekt in der vorliegenden Form landesplanerisch nicht befürwortet werden kann." Viele Herzogenauracher Bürgerinnen und Bürger erwarten nach Meinung der BI, dass eine ausstehende, neutrale und umfassende Prüfung vorrangig zu einer Reaktivierung der existierenden Trasse mit einer S-Bahn-Nutzung führen würde. Eventuell könne das auch im Zusammenspiel mit einer modifizierten Stadt-Umland-Bahn in einem Nord-Korridor geschehen.

Die Delegation der Bürgerinitiative wurde von zwei Mitarbeitern der Regierung von Mittelfranken "überaus freundlich empfangen", wie es heißt. In einem längeren Gespräch hatten die Gäste die Gelegenheit, bereits einige vertiefende Einblicke geben zu können.

Nach dem Bayerischen Landesplanungsgesetz beträgt die maximale Laufzeit eines Raumordnungsverfahrens sechs Monate. Nach Abschluss des Verfahrens gibt die Regierung von Mittelfranken eine so genannte landesplanerische Beurteilung ab. Diese hat für das nachfolgende Planfeststellungsverfahren in der Gesamtbewertung ein hohes Gewicht.

Die vollständige Dokumentation, wie sie in Ansbach übergeben wurde, kann ab sofort auf der Web-Seite der Bürgerinitiative Pro Aurachtalbahn unter dem Link https://pro-aurachtalbahn.com/raumord-verfahren/ eingesehen werden.

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