Höchstadt a. d. Aisch
Trödelmarkt

Garagentrödel lockt Jäger und Sammler nach Höchstadt-Nord

In Höchstadt-Nord war beim Garagentrödel viel Interessantes im Angebot.
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Fotos: Britta Schnake
Fotos: Britta Schnake
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Eigentlich wollte Annette Reichel aus Zentbechhofen ja zum Bäcker im Aischparkcenter. Sie musste einen Umweg fahren und landete so beim Garagentrödel in der J.-S.-Bach-Straße in Höchstadt bei Wolfgang Först.

Zusammen mit seinen Zwillingen Theodor und Elisabeth (6) und Markus Blumenthal und dessen Zwillingen Rahel und Aaron (8) bot Först neben Spielzeug auch Schallplatten und Inflationsgeld an.

Das "richtige" Geld wandert in die Taschen der Kids. "Uns gefällt die Freude am Verkaufsrummel und die Möglichkeit, das eine oder andere auszusortieren", so Blumenthal.

Womit sie nicht alleine stehen, nutzten doch am Sonntag rund 50 Familien die Möglichkeit, im Rahmen des Garagentrödels in Höchstadt Nord ihre Schätze an den Mann oder die Frau zu bringen.

Judith Rehäußer aus der J.-S.-Bach-Straße bot unter anderem ein Portfolio von Olof Rudbeck aus Uppsala mit Illustrationen von Vögeln zum Verkauf an. "100 Euro wären schön", sagt sie. Das Teil stammt aus dem Nachlass ihres Vaters. Der Erlös des heutigen Tages fließt in die Urlaubskasse. Tanja Rose aus dem Kieferndorfer Weg bekam Unterstützung von ihren Verwandten. "Wir verkaufen ein Mischmasch aus allem, was in Bananenkisten paßt", so Stefan Hilpert augenzwinkernd. Und Siegfried Rose aus Würzburg erklärt: "Wir tun das, um dem Müllberg entgegenzuwirken, wir gehen auch auf den Trödelmarkt." Er selbst hat schonmal ein Ölgemälde bei "Bares für Rares" vorgestellt und letztendlich 900 Euro für das Stück erhalten.

Geld fließt in die Urlaubskasse

Tanja Stark und Andrea Rebelo sind mit dem Rad unterwegs und trödeln seit Jahren gemeinsam auf der Suche nach Spielzeug. "Wir finden eigentlich immer was", so Stark. In ihrem Fahrradkorb tummelt sich etwas von Playmobil. Christa, Tobias und Niklas Schwarz aus der Tilmann-Riemenschneider-Straße versuchen, Spielzeug und Kleidung zu verkaufen. Der Erlös fließt in den Urlaubstopf.

Was bei Roland Keller und den Kids Nina (6) und Romy (4) rüberkommt, landet vermutlich "in der Haushalts- und der Urlaubskasse, sowie in den Wünschen der Kinder", so Keller.

Ute Fischer möchte sich von einer großen Menge an Büchern trennen. "Wir gehen von dem Geld schön essen", sagt sie, während bereits der nächste Interessent anrückt.

Marga Dreßel aus der Peter-Vischer-Straße erhält beim Verkauf Unterstützung durch Martina Engel und deren Sohn Max. "Man soll sich mal von den alten Sachen trennen", erklärt sie. Bei ihr steht viel altes Geschirr aus einem Nachlass zum Verkauf.

Auch Anita Kopp, die vor vier Jahren die Idee mit dem Garagentrödel hatte, hat so einige Sachen, die ein neues Zuhause suchen. "Ich bin Sammlerin und trenne mich von einigen Lieblingsstücken", erklärt sie dann.

Unter anderem stehen Fotos ihrer Ausstellung beim Heimatverein "Menschen aus aller Welt" zum Verkauf, aber auch Mosaikstücke aus Pompeji. Die meisten ihrer Stücke sind über 100 Jahre alt und damit eigentlich schon Antiquitäten.

"Im Keller sammelt sich immer ein bisschen was an, gerade mit Kindern", sagt Stefan Schreppel und wendet sich dem nächsten Kunden zu.

Sabine Haupt und Jo Richman bieten ihre Schätze in der alten Klostergartenscheune neben dem Heldenfriedhof an. Flaschen aus der ersten Limonadenfabrik Höchstadts, gegründet von Hans Gemeiner, Haupts Urgroßonkel, dürfen dabei nicht fehlen. Wir haben uns ein Wohnmobil gekauft, weil wir uns die Welt anschauen wollen", erzählt Jo Richman, womit klar wird, wohin der Erlös der Verkäufe fließen wird.

Jeanette Exner, Organisatorin des Garagentrödels, hat die letzten drei Jahre selbst mitgemacht. "Dieses Jahr bin ich selber auf der Suche nach Schätzen."

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