Engagement

Gabor Ronay aus Höchstadt spendet 20.000 Euro für Schule in Uganda

Vor drei Jahren liest er im Fränkischen Tag einen Bericht über eine junge Unterfränkin, die sich freiwillig in Ostafrika engagiert. Gabor Ronay aus Höchstadt entscheidet sich, Michaela Schraudt zu unterstützen. Er spendet 20.000 Euro für einen Schulbau in Uganda.
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Gabor Ronay, Jeanine Ronay und Michaela Schraudt (von links) beim Pressegespräch in einem Café in Erlangen. Foto: Stefan Reinmann
Gabor Ronay, Jeanine Ronay und Michaela Schraudt (von links) beim Pressegespräch in einem Café in Erlangen. Foto: Stefan Reinmann
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Es ist ihr vierter Schulbau in Uganda. Die Errichtung von mehr als 20 Klassenzimmern hat sie organisiert. Addiert man die Anzahl der Schüler, die mittlerweile durch Michaela Schraudt in neuen oder besseren Räumlichkeiten lernen dürfen, kommt man auf etwa 1000 Kinder. Die 30-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Uniklinikum München nennt das "Herzenssache", als sie nach ihrem Antrieb gefragt wird.

In Uganda die Liebe gefunden

Seit ihrem ersten Praktikum in einem medizinischen Zentrum in Uganda im Jahr 2008 hat sich der Kontakt zum ostafrikanischen Staat tatsächlich weit über berufliche Interessen hinaus entwickelt. Seit Kurzem ist sie mit ihrer Liebe Tadeo Papaye verheiratet. Natürlich hat sie ihren Mann fürs Leben auch in Uganda kennengelernt und in Uganda geheiratet. Zusammen mit dem 33-Jährigen hat sie mittlerweile ihre vierte Schule realisiert. In Kalagi im Mukono Distrikt. Zwar liegt das in der Nähe der ugandischen Hauptstadt Kampala, aber es ist trotzdem weit weg von einer vernünftigen Infrastruktur. "Es gab dort nur eine Lehmhütte, in der die Kinder unterrichtet wurden", beschreibt die 30-Jährige die Zustände vor Ort.
Einige der insgesamt 120 Schüler hatten demnach gar kein Klassenzimmer zur Verfügung und wurden im Freien unterrichtet. Das ist nun vorbei.

Ab Februar startet den Ausführungen der ehemaligen Erlanger Studentin zufolge das neue Schuljahr und der dortige Direktor sei schon hochmotiviert. Genau so motiviert ist auch Schraudt. Statt voller Stolz auf ihre bisherige Arbeit zurückzublicken, plant sie schon ihre nächste Reise nach Uganda.


Im Januar startet Michaela das nächste Schul-Projekt


"Wir wollen eine Erweiterung der Schule in Kalagi errichten", sagt sie zielbewusst. Wieder Steine schleppen. Zement organisieren. Arbeiter einteilen und ausbezahlen. Diese Zielstrebigkeit gefällt auch Gabor Ronay. Der Frauenarzt aus Höchstadt an der Aisch ist vom strukturierten Tatendrang Schraudts begeistert und vom Sinn und Zweck der Hilfsaktionen überzeugt. "Ich weiß, dass hier jeder Euro genau dem Projekt zufließt", erklärt der 56-Jährige.
Er hat auch schon eine Schule zusammen mit der Hilfsorganisation "World Vision" in Burundi finanziert. Doch je größer die Organisation, desto höher auch die Verwaltungskosten. Im März 2011 wird Ronay über einen Artikel in der Zeitung Fränkischer Tag auf Schraudts Einsatz aufmerksam. Er, seine Frau Jeanine und Schraudt treffen sich mehrere Male in Erlangen in einem Café. "Michaela hat mir ihre Bilder und Projektberichte gezeigt. Ich habe ihr vertraut", schildert er die Anfänge der Freundschaft zu Schraudt.

Sein Vertrauen reichte schließlich so weit, dass er der jungen Frau 20.000 Euro für den Schulbau in Kalagi spendet.

Ronays Großzügigkeit

Sein Antrieb? "Ich weiß, dass nur Bildung die Armut überwinden kann", erklärt der in Ungarn geborene Arzt. Im Alter von 15 Jahren ist er mit seinen Eltern nach Franken gekommen. Seitdem haben ihm als Migrant sein fester Wille, sein Glauben und das nötige Glück geholfen, erfolgreich das Leben zu meistern. Der 56-Jährige ist im Raum Höchstadt bekannt für seine Großzügigkeit. Unter anderem ist er Kurator der Suppenküche und Beratungsstelle "Lebensmittelpunkt Höchstadt". "Ich möchte mein Glück nicht für mich behalten. Ich will mein Geld nicht horten", sagt er und beschreibt seine soziale Ader als einen der Gründe, warum er Schraudt beim Schulbau geholfen hat.

Ronays Liebe zu Afrika

Ein anderer Grund ist die Herzlichkeit, die Ronay mit dem afrikanischen Kontinent seit einem Zwischenfall während seiner Hochzeitsreise in Namibia verbindet. Im Februar 2008 war es zu einem Autounfall gekommen. Seine Frau Jeanine und er überschlugen sich mit dem Geländewagen. Nasenbluten, Schleudertrauma. "Wir wurden unglaublich freundlich von Fremden aufgenommen und betreut", schildert Ronays Ehefrau. "Eine solche Gastfreundschaft findet man in Deutschland nur selten", erzählt sie weiter. Seitdem bereist das Paar einmal jährlich den schwarzen Kontinent und versucht auch dort zu helfen. "Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist besser als gar nichts", meint Jeanine Ronay.

Mit Schraudt habe das Paar jedenfalls eine zuverlässige Kontaktperson gefunden. Eine weitere Zusammenarbeit können sich sowohl Schraudt als auch die Ronays sehr gut vorstellen. Bevor allerdings weitere Gelder fließen, wollen sich Jeanine, Gabor und Michaela ihr gemeinsames Projekt in Uganda zusammen persönlich anschauen. 2015 soll es eine gemeinsame Reise nach Kalagi geben. Dann ist vielleicht auch Michaelas fünfter Schulbau bereits vollendet. Und noch mehr Schüler können vom starken Willen und den großen Herzen dreier Menschen aus Franken profitieren.


Spendenmöglichkeit:


Bankverbindung von Neia e.V. (über diesen Verein organisiert Michaela Schraudt die Schulbau-Aktionen)

Projektname: Schulbau in Uganda

VR Bank Dormagen
BLZ: 305 605 48
Kontonummer: 4610910012

IBAN: DE61305605484610910012
BIC: GENODED1NLD


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