Oberndorf
Fundtier

Fundkater landet im Tierheim Oberndorf

Ein Kater, der auf einem Parkplatz an der A 3 ausgesetzt worden war, hatte Glück und ist gefunden worden. Tierschützer appellieren an Vernunft der Halter.
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In dieser Katzentoilette wurde das Tier an der A 3 ausgesetzt.    Foto: privat
In dieser Katzentoilette wurde das Tier an der A 3 ausgesetzt. Foto: privat

Eine kleine Rast wollten sie machen, die beiden Autofahrerinnen aus Unterfranken, die am Freitagmorgen auf der A 3 in Richtung Süden unterwegs waren. Kaum hatten sie ihr Auto vor einer Bank eines Parkplatzes nahe der Ausfahrt Höchstadt-Ost abgestellt, wurde ihre Aufmerksamkeit von einem weißen Kasten angezogen, der unter einer der Sitzbänke stand, daneben ein kleiner Haufen brauner Kügelchen.

Alarmiert beugten sich die beiden Frauen zu dem Behälter hinunter, öffneten ihn und blickten direkt in die ängstlich aufgerissenen Augen einer grau getigerten Katze, die sich in die hinterste Ecke ihrer Katzentoilette - denn darin war sie eingesperrt - zurückgezogen hatte. Die Kügelchen daneben entpuppten sich als loses Katzentrockenfutter, für sie unerreichbar. Wie lange das Tier schon in seiner Toilette dort hatte ausharren müssen, ist unklar. Ohne Skrupel hatte wohl ein Mensch seinen ehemaligen Hausgenossen auf dem wenig beleuchteten Parkplatz abgestellt, einfach ausgesetzt, entsorgt wie Abfall. Dass die Katze gefunden wurde, war glücklicher Zufall, so stark frequentiert ist diese Sitzgruppe wohl nicht.

Die Polizei hilft weiter

Die Frauen verständigten die Polizei, die das Tierheim Oberndorf informierte, und warteten dann auch vor Ort, bis die Katze von einer Tierheimhelferin abgeholt wurde. Nun ist sie in Sicherheit. Sie entpuppte sich übrigens als liebenswürdiger, zutraulicher, süßer junger Kater.

Die A 3 ist unter Tierschützern eine traurige Berühmtheit, weiß das Helferteam vom Tierschutzverein Höchstadt: Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren auf Parkplätzen und nahe der Raststätte ausgesetzte Haustiere gefunden. Ein besonders spektakulärer Fall waren fünf neugeborene Hundewelpen, auch sie wurden durch puren Zufall gefunden, denn sie waren zu langsamem und qualvollem Verdursten und Verhungern dort zurückgelassen worden.

Die Verursacher ausfindig zu machen, ist an dieser belebten Fernstraße schlicht aussichtslos. "Tiere einfach auszusetzen ist das Letzte", empört sich eine Tierschützerin über die unbekannten Täter. "Wenn man wirklich in einer Notlage ist und ein Haustier nicht behalten kann, muss man sich an einen Tierschutzverein wenden, auch wenn es einem unangenehm ist! Und ansonsten muss man gründlich nachdenken, bevor man eines bei sich aufnimmt." Bei weitem nicht immer gibt es nämlich für das Tier ein Happy End wie für den kleinen Kater - dank der beiden wachsamen Autofahrerinnen.

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