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Höchstadt a. d. Aisch
Teichwirtschaft

Für Karpfen ist die Hitze optimal

Bei den tropischen Temperaturen fühlen sich die Fische in den Teichen im Aischgrund pudelwohl. Vorausgesetzt, es ist immer genug Sauerstoff im Wasser.
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Wenn Martin Oberle, Leiter der Höchstadter Außenstelle für Teichwirtschaft, den Lüfter einschaltet, freuen sich die Karpfen. Foto: Andreas Dorsch
Wenn Martin Oberle, Leiter der Höchstadter Außenstelle für Teichwirtschaft, den Lüfter einschaltet, freuen sich die Karpfen. Foto: Andreas Dorsch
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Während die derzeitigen 30 Grad schon vielen Menschen an die Substanz gehen, leben die Karpfen in den Teichen bei diesen Temperaturen so richtig auf. "Für den Karpfen ist das Wetter optimal", sagt Martin Oberle, Leiter der Höchstadter Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei. Die Karpfen würden sehr gut fressen und wachsen.

"Wie die Pfiffer"

"Die Fische wachsen wie die Pfiffer", stellt auch Walter Jakob aus Mühlhausen fest. Der hauptberufliche Teichwirt und Vorsitzende der Teichgenossenschaft Aischgrund wiegt alle zwei Wochen Karpfen aus seinen zahlreichen Teichen und ist mit dem Ergebnis "rundum zufrieden".

Die beiden Experten halten die 26 bis 28 Grad Wassertemperatur, die augenblicklich in den Teichen gemessen werden, für optimal.
Positiv wirkt sich auch aus, dass die vielen Himmelsweiher jetzt im August noch gut mit Wasser gefüllt sind. Solange die Sonne scheint und Hochdruckwetter herrscht, ist auch der Sauerstoffgehalt des Wassers mit fünf bis sechs Milligramm pro Liter ideal. Das kann sich allerdings schnell ändern, wenn das Wetter umschlägt, Gewitter oder Tiefdruckgebiete aufziehen.

Morgens kann es kritisch werden

"Dann müssen die Teichwirte besonders auf der Hut sein", warnt Martin Oberle. Nachts, wenn die Sonne nicht scheint, sinkt der Sauerstoffgehalt und in den frühen Morgenstunden kann es dann kritisch werden. "Dann bekommen vor allem die Kollegen, die es mit dem Besatz übertreiben, Probleme", stellt Walter Jakob fest. "Viel ist nicht immer viel", sagt der Teichwirt mit Blick auf den Ertrag, der aus einem Karpfenteich erzielt werden kann.

Sinkt der Sauerstoffgehalt soweit ab, dass der Teich kippt, kann das laut Oberle bei einem mittelgroßen Weiher schon mal einen Verlust von bis zu 7000 Euro bedeuten. "Ein guter Aischgründer Weiher verträgt um die 1000 Kilogramm Fisch", rechnet Oberle vor. Je nach Größe der Karpfen und eventueller Beifische - neben Karpfen werden in manchen Teichen auch Zander heranwachsen lassen - liegt der Wert der Fische zwischen 2000 und 7000 Euro, mit Zander sogar noch höher.

Damit es soweit nicht kommt, müssen die Teiche bei Sauerstoffmangel rechtzeitig belüftet werden. Das ist jedoch nicht immer ganz einfach. Weil die meisten Teiche in unserer Region keinen Stromanschluss haben, setzen viele Fischzüchter Traktoren ein, die vor allem nachts Propeller antreiben und so Sauerstoff ins Wasser bringen.

In der Außenstelle in Höchstadt ist die Belüftung der Teiche ein aktuelles Thema. Es wird an Lösungen gearbeitet, Lüfter mit Solarenergie anzutreiben. Dafür wird noch die richtige Speichermöglichkeit gesucht. Strom für die Lüfter wird nachts gebraucht, wenn der Sauerstoffgehalt absinkt, aber auch die Sonne nicht scheint.

Kormoran wieder im Anflug

Eine andere Bedrohung der Teichwirtschaft ist gerade wieder im Anflug: der Kormoran. Der Kormoran-Beauftragte der Außenstelle, Tobias Küblböck, hat im Raum Neuhaus bereits 50 Exemplare des ungeliebten Fischräubers gezählt, darunter auch viele Jungvögel. Da bleibt als Trost für die Teichwirte nur, dass die befristete Stelle des hauptamtlichen Kormoran-Bekämpfers verlängert werden soll.
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