Neuhaus
Kräuterführung

Für die Liebe ist ein Kraut gewachsen

Die Kräuterpädagogin Irene Prell erläuterte einen Frauenstammtisch die Wirkung von Brennnessel und Rose.
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Jede Teilnehmerin durfte sich aus Irene Prells Korb ein Kräutlein aussuchen. Foto: Johanna Blum
Jede Teilnehmerin durfte sich aus Irene Prells Korb ein Kräutlein aussuchen. Foto: Johanna Blum
Um sich von der Kräuterpädagogin Irene Prell in das Geheimnis der Liebeskräuter einführen zulassen, waren die Mitglieder des Frauen-stammtisches aus Beutelsdorf am Montagabend nach Neuhaus gekommen. Jede Teilnehmerin wurde persönlich begrüßt und durfte sich aus dem Korb mit Wildkräutern ein Kräutlein aussuchen. Es waren Labkraut, Linde, Beifuß, Rosmarin, Thymian, Meerrettich und mehr.

"Kräuter und Liebe öffnen unsere Herzen. Die Liebe ist ein sehr wichtiges Element im Leben, und man sollte sie täglich pflegen - die Liebe zu sich selbst, aber auch die Liebe zum Partner oder zu Freunden", so die Kräuterfrau. Liebeskräuter seien der Göttin Aphrodite geweiht. Früher hätten die Menschen der Kraft der Pflanzen vertraut. Bei den Naturvölkern habe sich bis heute daran kaum etwas geändert.

Tatsächlich stecke dort, wo die meisten nur Geschmack vermuten, auch jede Menge Wirkung drin. "Die Zaubermittel der Liebesgöttin können uns helfen, unsere Gefühlswelt intensiver zu genießen", erklärte Irene Prell. In vergangenen Zeiten sei geraten worden, liebesfördernde Zubereitungen aus Pflanzen einzunehmen, um die Liebe zu erhalten, ja um das Liebesfeuer weiter oder wieder zu entfachen. Liebeskräuter verwirren die Sinne, seien betörend, luststeigernd, liebesanregend und aphrodisierend. Man habe wieder Schmetterlinge im Bauch.


Für Mönche nicht geeignet

Die Inhaltsstoffe der Brennnessel und deren Samen wirken laut Irene Prell liebesentfachend und der Gundermann wurde früher zum Bierbrauen benutzt, um die Haltbarkeit zu verlängern. Allerdings sei er wegen seiner mannesstärkenden Eigenschaften verboten worden - in den Mönchen sollte sich ja keine mannesstärkende Wirkung entfalten. Die Brennnessel sei neben Rose, Linde, Rosmarin und Thymian eine wunderbare Liebespflanze. "Haben sie schon mal einen Blumenstrauß bekommen, in dessen Mitte eine Brennnessel war? In der Blumensprache heißt das: Ich fühle für dich brennende Liebe in meinem Herzen", so die Kräuterpädagogin.

Bekanntlich geht die Liebe durch den Magen. So gab es während und nach der Führung noch eine Verkostung mit einer Brennnessel-Feuer-Quiche, Brennnesselsamenbrot mit aphrodisierenden Aufstrichen, Gundermannkuchen, Liebes-Rosen-Kuchen, Liebes-Nachspeise und verschiedene Liebestrunks.
Wie die Wirkung später zu Hause ausfiel - wer weiß? Zur Abrundung sangen Siegfried und Irene Prell noch ein paar selbst geschriebene Liebeslieder.
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