Schlüsselfeld
Fernsehen

Fünf Franken beim "perfekten Dinner"

Bei der Sendung "Das perfekte Dinner" wurden kürzlich fünf Hobbyköche aus dem Raum Bamberg zu landesweiten Sympathieträgern.
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Solche bierseligen Gäste mag David Hertl (links) gerne: Vanessa aus Bamberg, Esther, ebenfalls Bambergerin, Sabrina aus Sassanfahrt und Uli aus Hallstadt, der das "Perfekte Dinner" am Ende gewann.  Foto: Hertl
Solche bierseligen Gäste mag David Hertl (links) gerne: Vanessa aus Bamberg, Esther, ebenfalls Bambergerin, Sabrina aus Sassanfahrt und Uli aus Hallstadt, der das "Perfekte Dinner" am Ende gewann. Foto: Hertl
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"Der Wahnsinn!" Biersommelier David Hertl aus Thüngfeld bei Schlüsselfeld ist noch immer völlig hin und weg. Der 28-jährige Braumeister kocht einige Tage nach der Ausstrahlung der fränkischen Ausgabe des "Perfekten Dinners" immer noch - vor lauter Begeisterung über seine Erlebnisse in der Fernseh-Show. Fünf Hobby-Köche aus Bamberg, Hallstadt, Sassanfahrt und Schlüsselfeld haben sich eine Woche lang Abend für Abend gegenseitig eingeladen und kreative Kochschlachten geliefert. Den Zuschauern des Senders Vox haben sie damit auch Einblicke in ihr Zuhause gegeben. Und in den fränkischen Dialekt.

David, du wurdest mit deinem fränkischen-amerikanischen Bier-Barbecue am Ende Dritter. Zufrieden?

David Hertl: Nicht nur zufrieden, sondern restlos glücklich. Jeder von uns hat die anderen fränkisch-fair bewertet - und wir lagen im Endergebnis ja auch alle ganz nah beieinander. Darauf ist es aber eigentlich gar nicht mehr angekommen. Wir fünf Kleinunternehmer waren einfach eine super Truppe und wir sind richtige Freunde geworden. Was sollte bei fünf Franken auch schief gehen? (grinst)

Und jetzt geht wieder jeder seinen eigenen Weg?

Nein, wir treffen uns auch weiterhin, ohne Kameras, zum "perfekten Dinner privat". Letzte Woche waren wir bei Uli, dem Gewinner aus Hallstadt, und haben bei ihm Wildschweingulasch gemacht. Lecker!

Bisher kannte man dich als Biersommelier und Erfinder von Craft-Bieren wie dem "Jägermeister-Bock" oder der Gurken-Gose. Seit wann kochst du - und auch noch professionell?

Ich hab" schon immer gern gekocht, wenn ich mal Zeit dazu hatte. Außerdem: Jeder Braumeister ist auch ein guter Koch!

Ernsthaft?

Klar. Wir Bierbrauer wissen, dass man nur mit besten Zutaten ein g'scheites Gericht zustande bringt, und wir sind geduldig. Immerhin müssen wir sechs Wochen warten, bis aus dem Sud Bier wird.

Am Herd sollte das Kochen dann aber doch ein bisschen schneller gehen...

Ein bisschen, ja. Aber das Barbecue, meine Spezialität, braucht schon auch Zeit. Ich habe es in Amerika entdeckt, als ich vor sechs Jahren als junger Braumeister drei Monate in Übersee gearbeitet habe. Drei Tage lang muss man das Fleisch in Bier einlegen. Und dann 16 Stunden "Gib-ihm".

Wie hast du dich auf die TV-Show vorbereitet? Hast du das ganze Dinner einmal vorgekocht?

Ja, mit dem bekannten Sternekoch Alexander Herrmann. Mit ihm habe ich fast täglich zu tun, denn wir sind Geschäftspartner. Beim Probekochen in seiner Küche haben wir das Gericht noch ein bisschen verfeinert - mit Schweinepopcorn und fränkischem Kimchi-Wirsching. Das hat zu der bierig-gerupften Sau im Burger-Brötla mit Bamberger-Hörnla-Chips echt gut gepasst.

Was muss man tun, um in einer TV-Show zu kochen?

Viele Leute bewerben sich wohl bei Vox - ich habe von 800 Bewerbungen aus der Region Bamberg gehört. Bei mir war es so, dass ich vom Sender angeschrieben wurde. Offensichtlich fragt die Redaktion auch von sich aus bei Leuten an, die interessant sein könnten. Ich habe daraufhin einen kurzen Lebenslauf hingeschickt. Drei Monate später, als ich schon gar nicht damit gerechnet hatte, kam ein Schreiben, dass ich unter den zwölf aussichtsreichsten Bewerbern sei. Was musstest du dann machen?

Die haben mir - wie den anderen elf Bewerbern der Endphase - ein Film-Team geschickt, mit dem wir ein richtiges Bewerbungsvideo gedreht haben. Aus diesen Clips hat Vox dann fünf ausgewählt. Unseres war dabei - und so war ich in der Show!

Und du hast es nicht bereut!

Ganz und gar nicht. Klar: Die 55 Drehstunden bei mir auf dem Hof, mitten im Sommer, waren schon auch stressig. Aber die tollen Freundschaften, die da entstanden sind, waren echt alle Mühe wert. Außerdem, das will ich auch nicht verschweigen, haben wir schon am Tag der TV-Ausstrahlung 200 Bestellungen im Online-Shop bekommen. Viele Leute sind außerdem einfach in Thüngfeld vorbeigekommen und wollten sehen, wo die Show gedreht worden ist. Total verrückt! Wir wurden echt überrannt. Auf der Consumenta kürzlich musste ich jeden Tag mindestens 20 Fotos mit wildfremden Menschen machen, die mich aus dem Fernsehen kannten. Ich würde sofort wieder mitmachen, wenn ich dürfte - aber zum "Perfekten Dinner" wird man allerhöchstens einmal eingeladen. Ich könnte freilich hoffen, dass ich mal so populär werde, zum "Promi-Dinner" zu dürfen (grinst). Das Gespräch führte Diana Fuchs.



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