Herzogenaurach
Brunchgespräche

Frühstücksbrote raus...

Außer einem guten Frühstück sollte es intensive politische Diskussionen geben. Politiker trafen sich zum Essen und Gedankenaustausch.
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Boulent Ekrem erläuterte die Positionen der FDP am Tisch. Die Leiterin der Montessori-Schule Erlangen, Karin Reif, folgt dessen Ausführungen gespannt. Im Hintergrund diskutiert Joachim Herrmann angeregt (rechts am hinteren Tisch).
Boulent Ekrem erläuterte die Positionen der FDP am Tisch. Die Leiterin der Montessori-Schule Erlangen, Karin Reif, folgt dessen Ausführungen gespannt. Im Hintergrund diskutiert Joachim Herrmann angeregt (rechts am hinteren Tisch).
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Es sind zwei so einfache Sätze: "Mit Herz, Kopf und Hand" sowie "Mit Körper, Geist und Seele". Der Erste stammt von Maria Montessori, der Zweite von Rudolf Steiner. Beides sind die jeweiligen Wahlsprüche der nach ihnen benannten pädagogischen Einrichtungen. Zwei Sätze, denen elf Landtagskandidaten auch nicht wirklich widersprechen wollten oder konnten.
Die beiden Montessori-Schulen aus Herzogenaurach und Erlangen sowie die Freie Waldorfschule Erlangen hatten zum politischen Brunch geladen, um mit den Kandidaten, die am 14. Oktober in das Münchener Maximilianeum einziehen wollen, zu diskutieren. Vorstand Susanne Hehn begrüßte die Diskutanten als Hausherrin in der Herzogenauracher Schule. Sie erklärte: "Wir wollen an den Tischen mit Ihnen über unsere Einrichtungen diskutieren und Ihre Ideen und Einstellungen dazu hören."
Immerhin gelte für die beiden Wahlkreise: "14 Prozent aller Schüler besuchen unsere Einrichtungen. Das sind mehr als 1000 Schüler und somit auch mehr als 2000 Elternteile", betonte die Vertreterin der Schule vor der Diskussion.
Diese fand dann im kleinen Rahmen statt. Maximal zehn Personen waren pro Tisch gesetzt, darunter zwei bis drei der politischen Vertreter. Die anderen Gäste waren Lehrer, Eltern und Schüler. Wobei die Anzahl der Schüler sehr übersichtlich war und diese bei den Diskussionen sich auch in der Regel zurückhielten.


Ungleiche Behandlung

Im Kern ging es vor allem um die Frage, ob die potenziellen Abgeordneten die Schulvielfalt auch in Zukunft sichern oder gar ausbauen wollen und können. Pragmatischer ging es am Tisch von Walter Nussel und Joachim Herrmann zu, da beide als bereits amtierende Abgeordnete entsprechende Entwicklungen und Hintergründe schon seit geraumer Zeit verfolgen. Gleiches galt für die SPD-Abgeordnete Alexandra Hirsemann, die ebenfalls als Abgeordnete im Landtag sitzt.
Bereits vor der Diskussion hatte Anjeli Batra (Waldorfschule) bereits erläutert: "Im Doppelhaushalt 2017/2018 und im Nachtragshaushalt wurden Verbesserungen bei den öffentlichen Schulen berücksichtigt." Sie monierte allerdings: "Dies gilt aber nicht zu selben Teilen bei den privaten Schulen." Dabei seien diese ein wesentlicher Bestandteil der Schullandschaft und eine Möglichkeit den Anforderungen der Gesellschaft gerechtzuwerden.
"Wir haben an unseren Schulen aber auch viele Schüler mit besonderem Förderbedarf", betonte bereits Hehn. Unterstrichen wurde von Batra und der Erlanger Montessori-Vertreterin Karin Reif, dass diese Schüler an den staatlichen Schulen oftmals die entsprechende Berücksichtigung nicht finden würden.
Antworten gab es dann zu den Fragen, wie die Haltung der Parteien zu den Schulen in freier Trägerschaft als Teil des öffentlichen Schulsystems ist? Was die jeweiligen Abgeordneten bei einer Wahl tun würden, um die Schulvielfalt in Bayern zu sichern? Wie sorgen die Parteien für eine faire Schulfinanzierung der freien Schulen? Fragen über Fragen, aber auch Antworten, die im Kern gar nicht so unterschiedlich waren. Im Sinne Montessoris und Steiners gab es weitgehend Bekenntnisse zur Vielfalt und die Willensäußerung zu schauen, was man so machen könne. Am 14. Oktober sind die Wahlen.
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