Frimmersdorf

Frimmersdorfer schützen Fußballplatz mit Strom gegen Wildschweine

Seit einer Woche liegt auf dem Sportgelände des 1.FC Frimmersdorf neuer Rasen. Wildschweine hatten den Platz zuvor verwüstet, Antenne Bayern kam zur Hilfe. Jetzt geht es darum, eine zweite Wildschweinattacke zu vermeiden.
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In der Nacht und vor allem in den frühen Morgenstunden schützt ein Elektrozaun den frisch verlegten Rasen. Foto: Jann Weckel
In der Nacht und vor allem in den frühen Morgenstunden schützt ein Elektrozaun den frisch verlegten Rasen. Foto: Jann Weckel

Spektakulär ist er nicht, der Frimmersdorfer Elektrozaun. Aber er erfüllt seit einer Woche seinen Zweck. Am vergangenen Freitag stand der Vestenbergsgreuther Ortsteil plötzlich im Fokus der Öffentlichkeit. Wildschweine hatten einige Tage zuvor den kompletten Rasenplatz des örtlichen Vereins umgegraben. Darauf wurde der Radiosender Antenne Bayern aufmerksam und machte aus der Frimmersdorfer Not eine Marketing-Tugend. Kurzerhand wurde eine oberbayerische Firma für Rollrasen herangeschafft, die die Kosten noch dazu selbst übernahm.

"Für uns war das Wichtigste, dass wir unser Oktoberfest am 29. September durchziehen können", erklärt Thomas Teufel, Vorstand des 1.FC Frimmersdorf. "Da spielen erst die Jugendmannschaften und dann die Herren, fünf Spiele in Folge. Das wäre natürlich tragisch gewesen." Für das Heimspiel gegen die Reserve des SV Walsdorf, das bei der Berichterstattung von Antenne Bayern im Fokus stand, hätte man wohl auch eine andere Lösung gefunden. Gelohnt hat es sich aber trotzdem: Auf frischem Grün gewann der FC mit 5:4.

Erneuten Besuch vermeiden

Während der Trubel um den Frimmersdorfer Rasen abklingt, ist das Thema für den Verein längst nicht vorbei. "Wir hoffen natürlich, dass wir keinen Besuch mehr kriegen. Aber wenn die Wildschweine einmal da waren, dann kann man darauf warten, dass sie wiederkommen", erklärt Teufel. Tatsächlich sind einige Jäger im Einsatz und tun genau das: "Die schauen sich immer mal wieder um und sitzen an." Viel wichtiger für den Schutz des Rasens ist aber der Elektrozaun, der ebenfalls am vergangenen Freitag errichtet wurde. Weil nachts die Gefahr eines weiteren Ausflugs der Wildschweine auf den Platz am größten ist, steht der Zaun nur dann unter Strom.

Doch was macht den Fußballplatz eigentlich so attraktiv für die Schweine? "Der Rasen ist optimal gewässert, darum sind im Boden viele Würmer drin", sagt Teufel. Die benötigen die Schweine, um tierisches Eiweiß aufzunehmen. "Die finden draußen nichts mehr." In den Wäldern sei aufgrund des trockenen Sommers aktuell kaum noch etwas zu holen, abgesehen von Eicheln. So wurde der Rasenplatz zur neuen Futterquelle auserkoren und die Frimmersdorfer dafür bestraft, dass sie ihr Grün mit viel Aufwand über die trockenen Sommermonate gerettet hatten. Vorher war so etwas dort noch nie passiert, obwohl das Sportgelände direkt am Wald liegt. "Wir hatten aber vorher auch nicht so eine Trockenphase."

Stahlzaun soll her

Zum Dauerzustand soll der unschöne Elektrozaun nicht werden, wenn es nach Vorstand Thomas Teufel geht. "Er bleibt vorerst so stehen, ist aber nur eine vorübergehende Notlösung." Ein fester Stahlzaun rund um den Platz wäre die Wunschlösung. "Das kostet aber alles Geld. Wir sind dabei Angebote einzuholen, aber für einen kleinen Verein sind das Wahnsinns-Summen."

Deshalb hofft der Verein ein weiteres Mal auf Hilfe. Nicht durch viel Medienrummel übers Radio, sondern ganz bürokratisch durch einen Zuschuss des Bayerischen Fußball-Verbands.

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