Wetter

Freibadsaison in Höchstadt: Gut, aber nicht rekordverdächtig

Der Sommer 2018 war einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Der Bedarf der Bürger nach Abkühlung war folglich groß: Das Höchstadter Wellenfreibad zieht Bilanz.
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Ein letzter Sprung ins kühle Nass: Die Stammbesucher des Höchstadter Freibads feierten den Saisonausklang. Fotos: Jann Weckel
Ein letzter Sprung ins kühle Nass: Die Stammbesucher des Höchstadter Freibads feierten den Saisonausklang. Fotos: Jann Weckel
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Bis an die Spitze der ewigen Besucherrangliste hat es für die Saison 2018 dann doch nicht gereicht. "Wir liegen im oberen Drittel", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL) über die diesjährigen Besucherzahlen im Höchstadter Freibad.

Rund 80 000 Besucher strömten in dieser Saison ins Bad. "Witterungsbedingt ist es in diesem Sommer natürlich insgesamt sehr gut gelaufen", sagt Brehm. Aber an einen Sommer wie im Jahr 2003 reichen die Zahlen dann doch nicht heran. Weit über 100 000 Besucher waren es da gewesen. "Das hat aber auch Gründe. Früher hat man solche Bäder im Umkreis einfach nicht gehabt", sagt Brehm. Die Konkurrenz sei deutlich stärker geworden. Ein weiterer Punkt: "Früher waren besonders die ganz heißen Tage begehrt", sagt Brehm, doch mittlerweile würden sich die Menschen an solchen Tagen eher Schattenplätze suchen, statt sich der prallen Sonne auszusetzen. "Wir haben noch den Vorteil, dass wir zwar ein Freizeitbad sind, aber kein reines Spaßbad."

Gerade das 50-Meter-Becken lockt auch Sportschwimmer an. Über die Jahre hat sich eine Gruppe mit rund 20 Mitgliedern aus unterschiedlichen Altersklassen gebildet, die nicht nur möglichst häufig zusammen schwimmen, sondern die Saison am letzten Öffnungstag auch mit einem gemeinsamen Essen ausklingen lassen. "Absolut ungewöhnlich" sei diese Saison gewesen, sagt Schwimmer Hans Krautblatter. "Wir waren aufgrund des Wetters schon deutlich mehr im Wasser als sonst. Manchmal war es fast so warm wie im Thermalbad."

"Zeiten sind vorbei"

Auch Bademeister Thomas Amtmann hat so einige Saisons miterlebt: 40 um genau zu sein. Der 1. September 1978 war sein erster Arbeitstag im Höchstadter Freibad. "Es war schon reger Betrieb", sagt er über die aktuelle Saison, "aber früher hatten wir 3000 oder 4000 Besucher täglich. Die Zeiten sind vorbei." Es gebe wohl zu viele andere Freizeitangebote.

Bürgermeister Brehm ist dennoch mit dem Ergebnis des Sommers 2018 sehr zufrieden. "Wir sehen es als Motivation, auch weiterhin in das Bad zu investieren", sagt Brehm. 2,7 Millionen Euro fließen aktuell in Umbaumaßnahmen: Ein Kinderbereich samt Kiosk entsteht aktuell, außerdem wird eine neue Breitwasserrutsche angeschafft. "Mit diesen Maßnahmen visieren wir dann schon an, die 100 000 Besuchermarke mal wieder zu erreichen." Allerdings helfe alle Modernisierung nichts, wenn das Wetter nicht mitspielt: "Wenn der Sommer nichts ist, dann bist du eben schnell bei nur 50 000."



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