Erlangen
Kreativität

Frauen gründen in Erlangen Künstler-WG auf Zeit

Barbara Häberlein, Birgit Plankensteiner, Anne Angermüller und Ingrid Modlmayr haben in Erlangen ein Atelier auf Zeit bezogen.
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Barbara Häberlein, Birgit Plankensteiner, Anne Angermüller und Ingrid Modlmayr (v. l.) arbeiteten im Atelier auf Zeit.  Foto: Pascale Ferry
Barbara Häberlein, Birgit Plankensteiner, Anne Angermüller und Ingrid Modlmayr (v. l.) arbeiteten im Atelier auf Zeit. Foto: Pascale Ferry
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Eine vorübergehend leerstehende Wohnung, vier kunstschaffende Frauen und eine zündende Idee - so entstand ein Atelier auf Zeit mit dem Motto "Kunst - Sinn - Macht".

Die Wohnung gehört Anne Angermüller, bekannt durch Lesungen und Fotoausstellungen zum Beispiel in der Erlanger Frauenklinik, bei "Bildung Evangelisch" oder bei "Kunst auf der Couch" vom Kulturpunkt Bruck. Sie fand drei Mitstreiterinnen, die sich wie sie für einen begrenzten Zeitraum ganz ihrer jeweiligen Kunst widmen wollten. Zusammen haben sie sechs Wochen lang gestaltet, gelacht und sich gegenseitig inspiriert.

Asien und der Nahe Osten sind Angermüllers Thema. In Origami-Technik faltet sie filigrane Kunstwerke in Form von Kranichen, kleiner, immer kleiner. Von ihren Dienstreisen für einen großen Erlanger Konzern in arabische Länder hat sie die Erkenntnis mitgebracht, dass "90 Prozent der Menschen dort genauso sind wie wir hier", gekoppelt mit der Feststellung, dass in Deutschland eine große Angst vor eben diesen Ländern besteht. Um dem entgegenzuwirken, stellt sie ihre Fotografien aus dem arabischen Alltagsleben aus.

Barbara Häberlein, Richterin im Ruhestand und Bildhauerin, stellt in ihrer eigenen Werkstatt in Fürth große Holzskulpturen her. In der Kunst-WG hat sie kleinere Objekte gestaltet, teilweise gekrönt von bunten Wollpompons. "Da bricht mein Spieltrieb durch", erklärt sie lachend und nimmt den Skulpturen das Mützchen ab.

Birgit Plankensteiner, eine Kunsttherapeutin, hat das Motto "Kunst - Sinn - Macht" in Fotografien, vielfach geschichteten Acryl-Bildern und witzigen Collagen verarbeitet. Auch Angermüllers Kraniche finden sich in ihren Bildern wieder.

Ingrid Modlmayr, ebenfalls Kunsttherapeutin, arbeitet seit einem Projekt in einer Grundschule mit dem Werkstoff "Jeans". Sie gibt den indigoblauen Beinkleidern an der Nähmaschine ein neues Leben als Umhängetasche oder Obstschale. Angeregt durch Häberleins Holzarbeiten hat sie begonnen, kleine Holzobjekte mit Jeans zu beziehen. Und statt mit Wolle strickt sie mit Kupferdraht, zum Beispiel Lampenschirme, die Lampen einen warmen Glanz verleihen. Nun geht die kreative "Wohngemeinschaft" mit einer Finissage ihrem Ende zu, bei der die Kunstwerke erworben werden können.



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