Im April waren 22 Achtkläßler des Collège Raymond Sirot aus der französischen Kleinstadt Gueux in der Champagne für eine Woche zu Gast am Gymnasium in Höchstadt. Für viele Schüler war es der erste Besuch beim deutschen Nachbarn, da fallen die Unterschiede in der Lebensweise schon auf, heißt es in einer Mitteilung der Schule.
"Die Deutschen essen andere Sachen und sie essen viel früher zu Abend", stellte Pierre schon nach der ersten Nacht in Deutschland fest. "Eine Schulstunde ist viel kürzer als bei uns", sagte Nicole, "und die Pausen auch". "Schön ist, dass der Schulalltag viel früher zu Ende ist als bei uns, wir müssen täglich bis 17 Uhr in der Schule bleiben", meinte André. "Hier in Deutschland wechseln nicht die Schüler, sondern die Lehrer den Klassenraum" staunte Nicolas. "Die Häuser in Deutschland sind groß und solide gebaut", stellte Céline fest. "Die Deutschen trinken viel Bier aus großen Gläsern, bei uns in der Champagne trinken die Erwachsenen eher Champagner", warf Marie-Cécile ein.
In einer Woche kann man eine Menge erleben, besonders wenn man so viele Ausflüge machen darf wie die französischen Gäste. Die Französischlehrerin vom Gymnasium, Sabine v. d. Emde-Frank, hatte ein abwechslungsreiches Programm für die jungen Besucher zusammengestellt. Als erstes wurden die jungen Gäste vom Bürgermeister der Stadt Höchstadt empfangen, der ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fakten der Stadt lieferte. Nach einem kleinen Imbiss in der Fortuna Kulturfabrik lief man gestärkt wieder zur Schule zurück. Am nächsten Tag ging es nach Bamberg, wo die Schüler die Stadt mittels einer Rallye allein erkunden durften. Die Fränkische Schweiz durfte natürlich nicht fehlen.
Der absolute Höhepunkt war allerdings ein Besuch in München, wo vor allem die AllianzArena die jungen Franzosen tief beeindruckte.
Das Wochenende in den deutschen Gastfamilien war für viele Schüler eine große Herausforderung, denn hier mussten sie sich ganz allein und ohne Hilfe ihrer Lehrer verständlich machen. Alles in allem war der Besuch ein voller Erfolg und beladen mit vielen deutschen Spezialitäten (Lebkuchen, Kloßteig, Schwarzbrot) kehrten die jungen Franzosen wieder heim. Alle waren sich einig, dass es nicht der letzte Besuch beim deutschen Nachbarn gewesen ist. ft