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Frankens Unternehmerinnen vernetzen sich

Das IHK-Gremium Herzogenaurach veranstaltete zum zweiten Mal eine "Ladies Night". Beim Speeddating lernten sich die Teilnehmerinnen kennen.
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Beim Speeddating konnten alle Besucherinnen neue Kontakte knüpfen.    Foto: Benedikt Herzig
Beim Speeddating konnten alle Besucherinnen neue Kontakte knüpfen. Foto: Benedikt Herzig

Mit der Intention, Frauen in der Wirtschaft besser zu vernetzen, veranstaltete das IHK-Gremium Herzogenaurach die zweite "IHK-Ladies Night". In der Fortuna Kulturfabrik fanden sich viele Frauen zusammen, die wirtschaftliche Führungspositionen innehaben oder anstreben.

"Frauen können sehr viel voneinander lernen", erklärte Jutta Rost, die stellvertretende Vorsitzende des IHK-Gremiums. Die Idee zur "Ladies Night" sei in einer Vorstandssitzung im Dezember 2017 entstanden, und damals sei sie das einzige weibliche Gremiumsmitglied gewesen. Inzwischen sind es zwei Frauen, und im Hinblick auf die bevorstehende IHK-Wahl sei sie sehr stolz, sieben Frauen auf der Liste verbuchen zu können, so Jutta Rost. Das könnten auch bereits Früchte der ersten "Ladies Night" im vergangenen Jahr sein.

Das Impulsstatement kam von Pfarrerin Tabea Richter aus der Kirchengemeinde Schornweisach-Vestenbergsgreuth. Auch sie mache sich ab und zu Gedanken über die schwierigen Wege, die Frauen vor ihr gehen mussten, damit vor 45 Jahren die ersten Pfarrerinnen ordiniert werden konnten und sie heute Pfarrerin sein könne. Deshalb bestärkte Tabea Richter das Publikum: "Frauen müssen keine besseren Männer sein." Und auch die Bibel unterstütze die Frauen, denn es sei egal, welchen Geschlechts man ist, welchen sozialen Status man besitzt oder woher man stammt, wenn man Verantwortung übernimmt.

Damit zusammenhängend brachte Ingrid Hofmann, Geschäftsführerin der I. K. Hofmann GmbH, in ihrem Vortrag an: "Vor den Erfolg hat die Natur den Fleiß gesetzt. Das gilt auch für uns Frauen." Die Unternehmerin aus Leidenschaft ermutigte Frauen, an ihren Karrierezielen festzuhalten, auch wenn der Interessenskonflikt zwischen Karriere und Familie nicht immer leicht sei. Sie als eine Frau, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, gab allen mit auf den Weg, mutig zu sein, denn "ich kann, was ich will, denn ich muss", so Hofmann.

Mut zur Selbstständigkeit

In einer Podiumsdiskussion wurde beispielhaft dieser angesprochene Mut aufgezeigt. Josée Spénard-Kuhlow machte sich nach 14 Jahren Hausfrauenzeit mit ihrem Dessousladen "klein & fein" in der Höchstadter Innenstadt selbstständig. Petra Pöllmann, die mit ihrem Mann das Landhotel "3 Kronen" in Adelsdorf führt, sagte, dass im Gegensatz zu Männern Frauen sich mehr um sich selbst kümmern, weswegen sie belastbarer seien.

Cornelia Höhne wollte den Besucherinnen mit auf den Weg geben, etwas mehr Gelassenheit an den Tag zu legen. Auch weil der demografische Wandel in Deutschland den Frauen in die Karten spiele, solle man nicht zu viel auf den Druck von außen geben, so die in der Geschäftsleitung Martin Bauers tätige Biologin.

Als vierte Frau auf dem Podium gestand Maria Beck als Leiterin für Personalmanagement der Firma Schaeffler in Herzogenaurach ein, dass Frauen sich in Vorstellungsgesprächen teilweise immer noch schlechter verkaufen würden als Männer. Grund dafür sei, dass Männer mit einem anderen Selbstbild in ein solches Gespräch gehen und so klare Vorstellungen formulieren.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab es ein Speeddating. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Speeddating stand hier nicht die Liebe, sondern das Vernetzen im Vordergrund. In fünfminütigen Runden sollten sich die Besucherinnen kennenlernen. Somit wollte man auch dem entgegenwirken, dass man sich immer mit den Personen unterhält, die man sowieso schon kennt, erläuterte Jutta Rost.

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