Vestenbergsgreuth
Förderprojekt

Fränkischer Tee-Riese will Farmern in Afrika Perspektiven bieten

Die Vestenbergsgreuther Martin-Bauer-Group will an geeigneten Standorten in Afrika Demonstrationsfarmen für ökologische Landwirtschaft aufbauen.
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In Simbabwe beschafft die Martin Bauer Group pflanzliche Rohstoffe in Bioqualität und stärkt die Menschen innerhalb der Lieferkette.   Foto: Maba
In Simbabwe beschafft die Martin Bauer Group pflanzliche Rohstoffe in Bioqualität und stärkt die Menschen innerhalb der Lieferkette. Foto: Maba

Die Vestenbergsgreuther Martin-Bauer-Group und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben die Basis für eine Kooperation bis 2029 gelegt. Wie das Unternehmen mitteilt, unterzeichneten Anne Wedel-Klein und Martin A. Wedel, Mitglieder der Geschäftsleitung der MB-Holding, im Rahmen des G20 Investment Summit - German Business and the CwA Countries vor kurzem in Berlin eine Absichtserklärung.

Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, in mehreren afrikanischen Ländern Demonstrationsfarmen für ökologische und nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen und die Lebensbedingungen der Farmarbeiter, Kleinbauern und Wildpflanzensammler vor Ort zu verbessern. Die vereinbarten Maßnahmen unterstützen die UN-Nachhaltigkeitsziele "Kein Hunger" und "Leben an Land".

Mit seiner finanziellen Unterstützung zeichnet das BMZ die bisherigen Leistungen der Martin-Bauer-Group beim Aufbau nachhaltiger Lieferketten aus. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller lobte das Vorhaben: "Die Martin-Bauer-Group leistet schon heute in Simbabwe Pionierarbeit. Sie treibt den Aufbau der Öko-Landwirtschaft in strukturschwachen Regionen mit viel Know-how und Verantwortungsbewusstsein voran. Damit erhalten die Landarbeiter und ihre Familien etwas sehr Wertvolles: eine handfeste Perspektive."

Das Vestenbergsgreuther Unternehmen stellt pflanzliche Produkte, Pulver, Extrakte und Aromen für die Tee-, Getränke-, Lebensmittel- und Tierernährungsindustrie her. Dafür beschafft sie über 200 pflanzliche Rohstoffe aus mehr als 80 Ländern der Welt.

Das Familienunternehmen nimmt laut Pressemitteilung im nachhaltigen Anbau und der Wildpflanzensammlung eine Vorreiterrolle ein. Es hat vor über zehn Jahren "mabagrown" entwickelt, den unternehmenseigenen Standard für nachhaltig erzeugte Kräuter und Früchte, der von der unabhängigen Non-Profit-Organisation UTZ anerkannt ist. Damit verfügt das Unternehmen über ein langjähriges Know-how beim Aufbau von nachhaltigen Lieferketten.

Training für 10 000 Menschen

In den kommenden zehn Jahren wird die Firma von Marokko im Norden Afrikas bis Namibia im Süden mögliche Standorte untersuchen. Sie prüft vor Ort die Möglichkeit, Arznei-, Gewürz-, und Aromapflanzen in Bio-Qualität anzubauen und führt in ausgewählten Regionen Anbauversuche durch. An geeigneten Standorten baut sie Demonstrationsfarmen auf, die bis zu 1600 Menschen Arbeit geben.

Auf diesen Farmen entstehen auch Trainingszentren, so dass insgesamt bis zu 10 000 Farmarbeiter, Kleinbauern und Wildpflanzensammler in den Grundlagen der Öko-Landwirtschaft und der nachhaltigen Wildpflanzensammlung geschult werden. Betrachtet man auch die Familien der Landarbeiter, profitieren bis zu 70 000 Menschen von den Effekten des Trainings. Begleitend setzt die Martin-Bauer-Group Projekte um, die das Ziel haben, die Lebensbedingungen in den Gemeinden zu verbessern. "Für uns ist es wichtig, dass die Landwirtschaft ein attraktives Beschäftigungsfeld ist und bleibt und auch junge Menschen dort eine Perspektive finden. Nur so können wir der Landflucht entgegenarbeiten und langfristig stabile Lieferketten aufbauen", sagte Alfred Zink, Geschäftsführer Beschaffung bei der Martin-Bauer-Group.

Das BMZ fördert das gesamte Maßnahmenpaket mit bis 35 Prozent der Projektkosten und maximal zehn Millionen Euro. Die DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, die das Programm im Auftrag des BMZ durchführt, begleitet die Martin-Bauer-Group und berät sie fachlich. Die beiden Unternehmen haben bereits gemeinsame Entwicklungsprojekte in Simbabwe, Ägypten und weiteren afrikanischen Ländern erfolgreich durchgeführt.

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