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Erlangen
Wissenschaft

Forschung hautnah erleben

Die Lange Nacht der Wissenschaften ist ein richtiger Publikumsrenner.
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Der Innotruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung präsentierte Zukunftsthemen.Ferry, Türpitz
Der Innotruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung präsentierte Zukunftsthemen.Ferry, Türpitz
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Wissensdurstige aus nah und fern pilgerten am Samstag nach Erlangen. Die neunte Lange Nacht der Wissenschaften lockte ab dem Nachmittag mit einem umfangreichen Kinderprogramm und guten Konditionen: Erstmals konnte ein Erwachsener mit bis zu vier Kindern unter 15 Jahren mit einer Eintrittskarte alles anschauen.

Das Universitätsklinikum war einer der Publikumsmagneten. Die Besucher standen Schlange bei den Führungen, die Ärzte mit wehendem Kittel im Akkord abarbeiteten.

"Wer möchte in die Nuklearmedizin?" Viele wollten. Auch in die Apotheke, in die Phoniatrie und in die Pathologie. Zahlreiche Aktionen und Infostände begeisterten - allein hier fanden die Besucher ein abendfüllendes Programm vor.

Herrschte im Außenbereich fast Jahrmarktstimmung, holte der Ernst die Besucher dann etwa in der Hautklinik ein, in der Prof. Michael Sticherling die Moulagen-Sammlung erläuterte. Dabei handelt es sich um über 100 Jahre alte Wachs-Nachbildungen von erkrankten Körperteilen echter Personen.

Nicht nur "modern"

Die FAU, größter Veranstaltungsanbieter bei der Langen Nacht, hatte die Alte Universitätsbibliothek von 1913 für das Publikum geöffnet. Viele nutzten die Gelegenheit zur Besichtigung, etwa des Lesesaals der Professoren, der heutzutage emeritierten Professoren zur Verfügung steht. Führungen durch das Magazin mit historischen Beständen ab dem 15. Jahrhundert waren so heiß begehrt, dass Interessenten teilweise vier Stunden Wartezeit in Kauf nehmen mussten.

Vizeweltmeister in Aktion

An etlichen Ständen der Technischen Fakultät und bei den Sponsoren Schaeffler und Siemens wurden Roboter, 3-D-Druck und Virtual-Reality-Brillen vorgeführt. Im futuristischen "Innotruck" vom BMBF führte Zweiarm-Roboter YuMi seine millimetergenau arbeitenden Greifhände vor. An der Technischen Fakultät bolzten Roboter - sie belegten Platz 2 bei der Roboter-WM 2017.

Im Ausbildungszentrum von Siemens spielte ein von Studenten gebauter Roboter "Vier gewinnt". Im höchsten Schwierigkeitsgrad gewinne meist der Roboter, so einer der Studenten.

Bei Sivantos konnte man in die Welt des Hörens eintauchen. Der Hörgeräte-Hersteller lud zu Hörtests ein. Präsentiert wurden außerdem das Wellenfeldsynthese-Labor und ein Hochleistungs-Windkanal. Mit wehenden Haaren konnten sich Besucher im Luftstrom des Windkanals vorstellen, welche Windgeräusche dieser bei Hörgeräten erzeugen könnte. Ziel ist es, diese so gut wie möglich zu eliminieren.

Der Abend war viel zu kurz für die vielen Attraktionen. Nach Mitternacht konnten Besucher etwa noch Motorsport hautnah erleben. Auf einem abgesperrten Parkdeck auf dem TechFak-Gelände fuhr die "Formula Student" laut röhrend wendige Manöver. Der von Studenten gebaute Rennwagen erreicht 120 Stundenkilometer.

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