Falkendorf
Unser Thema der Woche // Verantwortung

Firma aus Aurachtal setzt auf Umweltschutz mit Druckerpatronen

Eine Firma aus Aurachtal macht es möglich, dass Original-Druckerpatronen mehrfach verwendet werden können.
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Original-Druckerpatronen werden wieder befüllt. Fotos: Superpatronen
Original-Druckerpatronen werden wieder befüllt. Fotos: Superpatronen
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Wer an Umweltverschmutzung denkt, denkt automatisch an Abgase und an mit Plastiktüten verschmutzte Weltmeere. Doch jeden Tag laufen auch die Drucker dieser Welt heiß, produzieren Seite für Seite. Oft hört man, nicht der Kauf des Druckers für daheim sei teuer, sondern die Patronen. Und genau die sind das Problem. Sind sie leer, werden sie weggeschmissen.

"90 Prozent aller verkauften Originalpatronen landen im Müll", sagt Andreas Zenkel. Er ist Gründer einer Firma aus dem Aurachtaler Ortsteil Falkendorf, die grün druckt. Nicht etwa auf dem Papier, sondern der Entstehungsweg ist grün. Denn Zenkel hat mit "Superpatronen" einen Recycling-Zyklus für alte Druckerpatronen eingeführt. Sein Vorwurf an die Druckerhersteller: "Ihr Recycling besteht darin, die guten Patronen zu schreddern."

Seine Firma geht einen anderen Weg. Online vertreibt der Wiederverwerter gebrauchte Originalpatronen. Zuvor werden die gereinigt, mit einem neuen Chip versehen und wiederbefüllt. Die gebrauchten Originalpatronen können so mindestens zweimal wiederverwertet werden, viele sogar "unendlich oft". Sollte das bei einer Druckerpatrone einmal nicht mehr der Fall sein, muss Zenkel sie auch wegschmeißen. Doch: "Grundsätzlich ist jede Patrone wiederbefüllbar."

Bestellt man bei Superpatronen, wird zu jeder Bestellung auch ein kleines Rücksendetütchen beigelegt, erklärt Mitarbeiter Marco Gansmann. Sind die Patronen aufgebraucht, kann man sie kostenlos an die Firma zurückschicken, die diese dann wiederverwertet. Auch Sammelboxen in größeren Firmen installiert Superpatronen. "Wir holen sie dann kostenlos ab", erklärt Mitarbeiter Michael Vu. Eine gute Möglichkeit für die Firma, wieder günstig an die Patronen zu kommen. Wenn allerdings eine neue auf dem Markt ist, sei es laut Zenkel schwierig, denn man brauche den Chip und passende Tinte.

Hohe Entwicklungskosten

"Wir haben hohe Entwicklungskosten", erklärt der Geschäftsführer. Wenn sie einmal nicht genügend Patronen zurückbekommen, müssen sie auch welche hinzukaufen - und das ist teuer. Bis zu acht Euro werden auf dem Markt für leere Patronen verlangt, sagt Zenkel.

Doch Superpatronen setzt auf "Made in Germany". Während ihr Büro in Aurachtal ist, befindet sich die Wiederaufbereitung an der Grenze Frankens. Dort arbeiten 150 Menschen, die junge Firma wächst rasant.

"Es ist wichtig, den Standort Deutschland zu stärken", meint Zenkel. Im vergangenen Jahr verbuchte Superpatronen einen Umsatz von einer Million Euro. 2019 strebt Geschäftsführer Zenkel drei Millionen an, an guten Tagen gehen 500 Pakete raus. "Wir wollen vorne angreifen", sagt er selbstbewusst. In zwei, drei Jahren, so sagt er, möchte er "ganz oben" mit dabei sein.

Viele große Patronen-Händler hätten ihre Waren aus China. Zenkel sagt: "Das ist die größte Kundenverarsche, die es gibt!" Die Patronen würden billig in China produziert werden, Tests hätten sogar ergeben, dass viele von ihnen schädlich für den Menschen sind.

Billigpatronen aus China seien zudem nicht umweltfreundlich, weil sie tausende Kilometer hierher geschippt werden. Außerdem müssten die Patronen der Originalhersteller nicht so viel kosten, wie sie es tun. Druckerpatronen: flüssiges Gold. Die Literpreise sind immens hoch.

Klar, dass deshalb auch die Konkurrenz unter den Herstellern und Vertreibern groß ist. Bis zu 200 Patente liegen auf einer Patrone, meint Zenkel: "Die Originalhersteller legen dir Steine in den Weg." Doch er glaubt an sein Konzept vom umweltfreundlichen Drucken, vom Produzieren in Deutschland, auch wenn das Bewusstsein noch nicht bei allen da sei. Aber Andreas Zenkel ist sich sicher: "Das trifft den Zeitgeist gut."

Wer noch mehr Informationen über die mehrfach verwendbaren Druckerpatronen wissen will, kann die Homepage unter www.superpatronen.de besuchen.

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