Adelsdorf
Rückzug

Filet-Grundstück in Adelsdorf wieder zu haben

Die Pläne der Pommersfeldener Bäckerei Burkard, ihren Betrieb nach Adelsdorf zu verlagern, sind offensichtlich überholt. Wird am alten Standort expandiert?
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Dieses Grundstück am westlichen Ortsrand von Adelsdorf kann die Gemeinde jetzt neu vermarkten. Der Pommersfeldener Bäcker ist seiner Bauverpflichtung nicht nachgekommen.  Foto: Andreas Dorsch
Dieses Grundstück am westlichen Ortsrand von Adelsdorf kann die Gemeinde jetzt neu vermarkten. Der Pommersfeldener Bäcker ist seiner Bauverpflichtung nicht nachgekommen. Foto: Andreas Dorsch
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Viel Wirbel hatte vor fünf Jahren die Ankündigung der Pommersfeldener Traditionsbäckerei Burkard ausgelöst, die Produktion von Pommersfelden nach Adelsdorf zu verlagern. Im Februar 2014 kaufte das Ehepaar Burkard von der Gemeinde Adelsdorf ein 8800 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet am westlichen Ortsrand zwischen dem Aldi-Markt und dem Gelände des Dunstabzugshauben-Herstellers Falmec. Inzwischen hat der Backbetrieb das Interesse an einem Standort Adelsdorf offensichtlich wieder verloren. Der Grundstückskauf wurde rückgängig gemacht.

Nachdem sich auf den 8800 Quadratmetern in den vergangenen Jahren nichts getan hat, ist jetzt die Gemeinde wieder der Eigentümer. "Wir hatten uns mit einer Bau- und Bezugsverpflichtung abgesichert", sagt Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW).

Den ersten Termin für die Bauverpflichtung hatte Bäckereichef Robert Burkard verstreichen lassen und um eine Laufzeitverlängerung des Vertrags gebeten. Die hatte ihm der Gemeinderat auch gewährt, doch ist jetzt die Zeit um. Wie im Vertrag vereinbart, ist das Grundstück wieder zurückgegangen. Einen Spekulationsgewinn hat es für den Pommersfeldener Bäcker dabei nicht gegeben, betont Bürgermeister Fischkal.

Für ihn ist die Rückabwicklung eines solchen Grundstücksgeschäftes eine ganz normale Sache. Verärgert darüber, dass auf dem Areal jahrelang nichts passiert ist, ist Fischkal nicht. Er ist dagegen mehr als zuversichtlich, dass er dieses Filet-Grundstück am Ortsrand mit bester Verkehrsanbindung schnell wieder an den Mann bringt. "Wir stehen schon mit interessierten Firmen in Kontakt", sagt der Bürgermeister, "wir müssen da auch nicht auf andere zugehen".

Ideal sind die 8800 Quadratmeter laut Fischkal für Einzelhandel, Lebensmittel oder alles, was mit Verkauf zu tun hat. Logistiker sieht er dort eher nicht. Dass die im Herbst geplante Eröffnung des Aischpark-Centers in Höchstadt mit seinen 25 Fachmärkten negative Auswirkungen auf die Vermarktung des Adelsdorfer Grundstücks haben könnte, glaubt der Bürgermeister auch nicht.

Mit der Produktionsverlagerung des Backbetriebes sollten rund 160 Vollzeit- und Teilzeitarbeitsplätze von Pommersfelden nach Adelsdorf wandern. Die Gemeinde Pommersfelden hätte damit ihren größten Arbeitgeber verloren. Ursprünglich hatte Robert Burkard in seinem Heimatort einen neuen modernen Backbetrieb errichten wollen. Die schon fertigen Pläne waren bei Teilen der Bevölkerung und Anwohnern auf heftigen Widerstand gestoßen und nicht weiter verfolgt worden.

Der Firmenchef selbst war am Montag nicht zu erreichen. Er hat inzwischen seinen Betrieb am alten Standort ausgebaut. Wie Fedor Glinka, Geschäftsleiter im Pommersfeldener Rathaus, am Montag bestätigte, plant das Unternehmen mit den 13 Verkaufsfilialen offensichtlich eine Erweiterung am alten Standort auf einem firmeneigenen Nachbargrundstück. Dafür lief bereits ein Bebauungsplanverfahren, das damals in der Bürgerbeteiligung steckengeblieben war. Mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll die alte Planung für eine Betriebserweiterung wieder aufgenommen werden. Laut Geschäftsleiter Glinka müsse das Planungsbüro jetzt prüfen, ob die Einwände von damals noch gelten.


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