Lonnerstadt
Gemeinderat

Bürokratie ärgert die Gemeinderäte

Die Gemeinde Lonnerstadt muss die Änderung des Flächennutzungsplans für das Gebiet "Edelgraben" erneut auslegen. Grund dafür ist ein fehlendes Planzeichen.
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Hinter den Bäumen soll das Gewerbegebiet "Edelgraben II" entstehen.Evi Seeger (Archiv)
Hinter den Bäumen soll das Gewerbegebiet "Edelgraben II" entstehen.Evi Seeger (Archiv)
Gerrit Hoppe verstand die Welt nicht mehr. Die Änderung des Flächennutzungsplans für das Gebiet "Edelgraben", inzwischen in der fünften Auslegungsrunde, muss ein weiteres Mal auf den Weg gebracht werden. "Wir haben auch noch andere Dinge zu tun", regte sich der Gemeinderat der Freien Wähler auf. Eigentlich sollte in der Sitzung der Feststellungsbeschluss gefasst und das Verfahren damit abgeschlossen werden.
"Das Ding einfach mal durchziehen und schauen, was kommt", schlug Hoppe vor. Er war nicht der einzige im Lonnerstadter Gremium, der nicht verstand, was das Landratsamt dieses Mal bemängelte. Stein des Anstoßes war lediglich ein fehlendes Planzeichen im Gewerbeareal "Edelgraben I". Für den "Edelgraben I" gibt es seit 2006 einen rechtskräftigen Bebauungsplan, obwohl das Gewerbegebiet aus wirtschaftlichen Gründen nie umgesetzt wurde. Nach einigem Hin und Her hatte sich die Gemeinde dafür entschieden, die ausgewiesenen Flächen nicht aufzulassen. Sie wurden in das laufende Änderungsverfahren mit aufgenommen.
Nun hatte das Landratsamt darauf hingewiesen, dass das fehlende Planzeichen ergänzt werden müsse. Andernfalls könne sich das bereits ausgewiesene Gewerbegebiet "Edelgraben I" immissionsschutzrechtlich auf das neue Gebiet "Edelgraben II" auswirken. Das Landratsamt empfahl daher die nochmalige Auslegung. Bürgermeister Stefan Himpel (FW) plädierte dafür, auf Nummer sicher zu gehen und eventuelle Einschränkungen für ansiedlungswillige Unternehmen auszuschließen.
Beim "Edelgraben II" habe man gleich alles richtig gemacht, erklärte der planende Ingenieur Georg Schreiber. Wie er dem FT auf Nachfrage erläuterte, sagt das Planzeichen nichts weiter aus, als dass im Bebauungsplan Festsetzungen für den Lärmschutz getroffen werden. Nach Schreibers Worten muss die Änderung des Flächennutzungsplans jetzt nur noch zwei Wochen ausgelegt werden. Da alle anderen Punkte bereits erledigt sind, dürfen sich die Stellungnahmen nur noch auf diesen einen Punkt beziehen.
Hingegen konnte für das Gebiet "Mailach Nord", das Areal des Bauunternehmens Fischer, nach dreimaliger Auslegung die Bauleitplanung abgeschlossen werden.


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