Höchstadt a. d. Aisch
Brandmelder

Fehlalarme: Immer wieder die Realschule Höchstadt

Gleich zwei Mal musste die Feuerwehr am Mittwoch zu Fehlalarmen an der Realschule Höchstadt ausrücken. Offenbar hakt es bei der Brandmeldeanlage.
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Sollte die voll besetzte  Realschule wirklich einmal brennen: Die Feuerwehr Höchstadt ist zur Stelle - auch bei den beiden  Fehlalarmen am Mittwoch. Foto: Christian  Bauriedel
Sollte die voll besetzte Realschule wirklich einmal brennen: Die Feuerwehr Höchstadt ist zur Stelle - auch bei den beiden Fehlalarmen am Mittwoch. Foto: Christian Bauriedel

Zwei Feuerwehrautos und der dazugehörige Einsatzbus (22 Einsatzkräfte), eine Polizeistreife (zwei Beamte) und ein Rettungswagen (zwei Sanitäter) sind am Mittwoch zur Realschule in Höchstadt geeilt. Und das gleich zwei Mal am Tag. Beide Male hieß es: Fehlalarm.

Am Morgen, gegen 9.45 Uhr, schlug ein Rauchmelder in einem Treppenhaus an. Und dann am Nachmittag, gegen 14.30 Uhr, ging ein Melder in der Schulküche los. Verknüpft mit der Integrierten Leitstelle geht dann die Alarmierungskette los. In 95 bis 98 Prozent der Fälle, wenn eine Brandmeldeanlage losgeht, handle es sich um einen Fehlalarm. "Wir müssen damit leben, dass das ab und zu vorkommt", sagt Benjamin Obexer, Kommandant der Höchstadter Feuerwehr.

Vier bis fünf Mal im Jahr

Bei der Realschule komme das aber schon relativ oft vor. Vier bis fünf Mal im Jahr, schätzt Obexer. Ärgern sich die ehrenamtlichen Feuerwehrler über "unnötige" Einsätze? Nein, sagt Obexer. Man sei immer froh, wenn nichts passiert ist.

Der Kommandant steht mit der Schulleitung vor der Realschule. Rund 150 Schüler, die Nachmittagsunterricht hatten, trotten wieder zurück ins Gebäude. Die Drehleiter fährt wieder vom Hof. "Langsam ist es schon etwas peinlich", sagt Konrektor Thomas Röhlich. Er entschuldigt sich bei der Feuerwehr, auch wenn man als Schule nichts machen kann.

Auch Rektorin Jutta Romeis sagt, sie sei natürlich froh, dass es kein Ernstfall war. Aber die Häufung von Fehlalarmen sei schon unangenehm. Auslöser am Mittwochfrüh sei ein technisches Problem am Rauchmelder gewesen. Am Nachmittag sei die Ursache ein Dampfgarer in der Schulküche gewesen. Der Wasserdampf reichte aus, dass Obexer und seine Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr alles stehen und liegen ließen und ins Auto sprangen.

"Wir haben nach dem Vorfall heute früh sofort im Landratsamt Bescheid gegeben und werden das auch jetzt noch einmal tun", sagt die Rektorin. Bereits vor zwei Jahren habe man auf die falsche Position des Melders in der Schulküche hingewiesen. Daraufhin sei einer der Warner an der Decke versetzt worden - offenbar erfolglos. "Wir sind froh, dass nichts passiert ist. Aber ein Alarm bedeutet großen Stress", sagt Romeis. Über 800 Schüler müssen raus, versammeln sich an Rettungspunkten, Lehrer zählen sie, melden es dem Sicherheitsbeauftragten. Ein Fehlalarm bedeutet also eine massive Unterrichtsstörung.

Stadt bleibt auf den Kosten sitzen

300 Euro koste der Feuerwehreinsatz bei einem Fehlalarm, das sei in der städtischen Ausrückeordnung geregelt, sagt Wolfgang Glotz, bei der Stadt für die Abrechnungen zuständig. Jedoch würde die Rechnung nicht an den Landkreis als Schulträger weitergereicht. Denn das Gesetz gestatte nur sehr eingeschränkt, dass sich Kommunen gegenseitig Feuerwehreinsätze verrechnen.

Zu Deutsch: Der Landkreis hat Feuermelder, die spinnen. Die Stadt zahlt den Einsatz.

Als ehemaliger Kommandant in Höchstadt kennt Glotz sich aus. Alle Vierteljahre müssen Rauchmelder geprüft werden. Ob Mängel immer gleich behoben werden, das sei die Frage.

"Bei den regelmäßigen Wartungsarbeiten sind bisher keine Störungen aufgetreten, die auf einen Defekt schließen", so das Landratsamt auf Anfrage des Fränkischen Tags. Man habe "eine Fachfirma beauftragt, die Brandmeldeanlage umfassend auf einen möglichen technischen Defekt zu prüfen und gegebenenfalls Fehlerbehebungen durchzuführen".

Für die Schulküche schlägt Obexer vor, die beiden Rauchmelder in Reihe zu schalten. Soll heißen: Erst wenn beide anschlagen, wird alarmiert. Nicht schon, wenn eine kleine Wasserdampfwolke aufsteigt.

Das BRK, das am Mittwoch mit einem Rettungswagen kam, verrechne nichts für Fehlalarme, sagt Rettungsdienstleiter Thomas Heideloff. "Das ist Tagesgeschäft." Bei der Realschule Höchstadt kann man das seit Mittwoch fast wörtlich nehmen.

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