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Adelsdorf
Prunksitzung

Fasching in Zeiten des Wahlkampfs

Adelsdorf Helau hieß es am Wochenende wieder bei der CSU. Der durchaus unterhaltsame Abend war dem einen oder anderen Gast jedoch zu wahlkampflastig.
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Höhepunkt des Abends: Die Adelsdorfer Tagesthemen mit Theresa Wozelka und Johannes Ort. Fotos: Johanna Blum
Höhepunkt des Abends: Die Adelsdorfer Tagesthemen mit Theresa Wozelka und Johannes Ort. Fotos: Johanna Blum
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Der Ortsvorsitzende der Adelsdorfer CSU Matthias Goß freute sich bei der 22. Prunksitzung des Ortsverbandes wieder über ein "volles Haus" in der Aischgrundhalle. Natürlich ergriff auch Bürgermeisterkandidat Uwe Pöschel das Wort und stellte sein Team vor.

Das im letzten Jahr viel beklatschte Moderatorenteam Mona-Lisa Carai und Nico Kauper führte souverän und erfrischend durchs Programm. Dazu zeigte sich Theresa Wozelka zusammen mit Johannes Ort als deren würdige Nachfolger als Tagesschausprecher.

Die Junge Union war federführend für Programm und Inhalt des Abends zuständig. Der "Senior" der Prunksitzung, Hans Mönius, hatte nur noch im Hintergrund ein bisschen an den Strippen gezogen.

Wie schon seit zwölf Jahren begann der Abend mit dem Einzug des Elferrates der Seku-Narren und einem Gardetanz. Tanzmariechen Lena Schmidt wirbelte über die Bühne.

Der heimliche Höhepunkt des Abends waren die Tagesthemen der JU: Zu jedem der Bürgermeisterkandidaten hatten sie eine Bemerkung parat. "Totgeglaubte leben länger", meinten sie mit Blick auf die SPD, die ja im Landkreis viel Pech habe. Norbert Birkner habe ein Erdbeben ausgelöst, als er von den Freien Wählern zu den Adelsdorfer Bürgern übergelaufen war. Michael Auer (Grüne) habe in der Stichwahl gegen Claudia Roth gewonnen. Die Freien Wähler waren überhaupt ein beliebtes Angriffsziel. Für den amtierenden Bürgermeister hatten die JUler schon ein paar Vorschlage, was er machen könne, wenn Pöschl ihn ablöse. Sie zeigten Karsten Fischkal (FW) als Gärtner oder Fliesenleger, aber auch als Vorleseopa in der Schule sei er gut geeignet.

Lob für Landrat, Spott für "Quotenpärchen"

Lob bekam selbstverständlich der CSU-Landrat - dafür blickten die "Tagesthemensprecher" herablassend auf das "Quotenpärchen" der Freien Wähler, Regina und Christian Enz.

Das Wahlkampfgeplänkel der Narrensitzung machte auch vor kommunalen Themen nicht Halt: So verkündeten die JUler, dass eine Ortskernbelebung geplant sei - mit der Nutzung des Brennerhauses als Swingerclub, der ja in Röttenbach abgeblitzt sei. Zur Eröffnung gebe es ein "365-Euro-Verkehrs-Jahresticket".

Ansonsten bestach der Abend vor allem durch Tanz und Akrobatik sowie der einen oder anderen Büttenrede: Die Hip-Hop-Gruppe der Tanzschule Centerstage zeigte, was sie drauf hat. Die Weisendorfer Blummazupfer bekamen nicht nur vom Landrat für ihren Gardetanz großen Beifall. Wolfgang Voit erzählte von den Problemen der Rentner. Es wurde viel gelacht genauso wie bei Hans Schuh, der als Hobbykoch, "der Schuhbeck von Adelsdorf", die ersten Jahre ein braver Ehemann gewesen sei und alles geschluckt habe, was seine Frau ihm vorgesetzt hat. "Weiß eine Ehefrau einen kochenden Mann zu schätzen?", fragte er ins Publikum.

Auch Moni und Willi wurden nach längerer Zeit wieder auf der Bühne begrüßt und alle lauschten gerne ihren Adelsdorfer Geschichten. Von der neuen Eisweiherwette sprachen sie, die diesmal nackt über die Bühne gehe. Der Investor von Seeside müsse jetzt den Namen ändern in "Wohnpark am Biotop", was eine bevorzugte Wohnlage sei.

Und immer wieder wurde der Abend mit Showtänzen gewürzt. Die Black Diamonds aus Sassanfahrt führten neben einem Rheinischen Gardetanz einen Showtanz auf. Die Aascher Faschingskracher zeigten, wie es auf einer Schweizer Alm zugeht. Ohne eine Zugabe kamen sie nicht weg. Das Männerballett DDT (Drei Dorf Triumvirat) aus dem Seebachgrund hatte Premiere - als "affige" Mannsbilder, die akrobatisch bewiesen, wie die Klimakrise noch abzuwenden ist. Den Abschluss machten das Männerballett des SpVgg Zeckern mit einem zackigen Showtanz.

Für die musikalische Zwischen-Unterhaltung sorgten die Aascher Knutschbär'n. Viel Applaus ernteten am Schluss alle Mitwirkenden, auch die Mitarbeiter im Hintergrund von FU, JU und CSU, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten.

"Es war wieder ein kurzweiliger, unterhaltsamer Abend", bemerkte ein Gast im Hinausgehen. "Allerdings recht wahlmäßig angehaucht und die Freien Wähler waren ein beliebtes Angriffsziel."

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