Höchstadt a. d. Aisch
Plakatschlacht

Falsches Spiel mit der AfD?

An Höchstadts Straßenrändern sind die Spuren der Landtagswahl immer noch unübersehbar.
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m Vogelseck in Höchstadt steht noch ein Plakat der Linken.  Foto: Andreas Dorsch
m Vogelseck in Höchstadt steht noch ein Plakat der Linken. Foto: Andreas Dorsch
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Knapp sieben Wochen liegen die Landtagswahlen jetzt zurück. Die neue Regierungskoalition hat längst ihre Arbeit aufgenommen, aber noch immer zieren Konterfeis einzelner Kandidaten die Straßenränder in Höchstadt.

Laut der von der Stadt erteilten "befristeten Sondernutzungserlaubnis" müssten die Plakate schon längst wieder abgeräumt sein - sind aber immer noch nicht alle. Beispielsweise wirbt Die Linke am Vogelseck noch mit ihrem Landtagskandidaten Lukas Eitel. Im Ortsteil Bösenbechhofen stehen einige von Wind und Wetter schon deutlich gezeichnete SPD-Plakate Kopf.

Wie neu

Unübersehbar hängen an zwei Straßenlampen in Bösenbechhofen aber auch noch wie neu aussehende Plakate des Erlanger AfD-Landtagskandidaten René Jentsch. "Eigentlich sollten die längst alle weg sein", sagt der vom FT darauf angesprochene AfD-Kandidat. Er erklärt, nach der Wahl seine AfD-Plakate wieder eingesammelt zu haben. Bei den jetzt noch hängenden Exemplaren in Bösenbechhofen geht Jentsch davon aus, dass hier AfD-Gegner am Werk sind, die seiner Partei Schaden wollen. So habe man im Wahlkampf immer wieder festgestellt, dass AfD-Plakate verschwunden sind. Jentsch: "Wir haben beispielsweise in Erlangen 60 aufgehängt, am nächsten Tag waren alle wieder weg."

Offensichtlich tauchen solche entwendeten Exemplare jetzt nach und nach wieder auf. Dass die Plakate in Bösenbechhofen nicht von ihm angebracht wurden, erkenne er an den dicken schwarzen Kabelbindern. Er habe nur dünnere weiße verwendet.

Einige Plakate der Linken hängen und stehen in Höchstadt noch seit dem Wahlkampf. Ob sie einfach vergessen oder bewusst stehen gelassen wurden? Kandidat Eitel war am Mittwoch nicht zu erreichen.

Bei der CSU achtet man darauf, beim Plakatieren die Regeln einzuhalten. "Plakatieren ist mit großem Aufwand verbunden, gehört aber dazu", sagt Höchstadts Ortsvorsitzender Alexander Schulz. Eine Woche nach der Wahl seien alle CSU-Plakate wieder eingesammelt gewesen. Auch Schulz selbst war dafür drei bis vier Stunden unterwegs.

Ob im Bundes- oder Landtagswahlkampf die kleinen Plakate überhaupt etwas bringen? Schulz ist skeptisch, "aber man muss sich auch in Erinnerung rufen". Schulz: "Würden wir keine aufhängen, sagen die Leute, die CSU hat es nicht nötig."

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