Weisendorf
Reise

Ex-Soldat will in Indien Weisendorfer Projekt unterstützen

Die Schule im indischen Zubza, die mithilfe vieler Spendenaktionen von Weisendorfer Schülern, den "Zubzas", gebaut werden konnte, ist inzwischen fertig. Walter Rinderer, ein früherer Bauunternehmer, der beim Schulbau als Bauleiter fungierte, hat aber schon weitere Pläne.
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Johann Rupprecht Foto: Richard Sänger
Johann Rupprecht Foto: Richard Sänger
Bevor er erneut eine mehrmonatige Reise nach Indien antritt, machte er Station in Weisendorf und stellte den Schülern Johann Rupprecht vor, der ihn nach Zubza begleiten wird.

Rupprecht, ein gelernter Koch und ausgebildeter Küchenmeister, beendete nach über 32 Jahren seine Laufbahn als Stabsfeldwebel bei der Bundeswehr und quittierte seinen Dienst. Über zwei Jahre war Rupprecht im Kosovo eingesetzt, dann noch über fünf Monate in Afghanistan, und so kommt dem Projekt in Indien auch seine Auslandserfahrung zugute.

Erfahrungen aus Afghanistan

Der Ex-Soldat verhehlte im Gespräch auch nicht, dass Afghanistan das Leben der meisten Soldaten auch gravierend verändere, zwar nicht immer zum Negativen, "aber Einsätze in Krisengebieten hinterlassen schon ihre Spuren". Schließlich seien die Einsätze in Krisenregionen keine Urlaubsreise, auch wenn das jeweilige Land noch
so exotisch sein mag. Wichtig sei dabei nicht nur der Zusammenhalt der eingesetzten Soldaten, sondern noch mehr eine intakte Familie daheim. Wie Rupprecht erzählte, haben viele Soldaten nach ihrer Heimkehr ein größeres Selbstbewusstsein und eine größere Wertschätzung des Lebens. Dabei soll aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich manche nach ihrem Auslandseinsatz "fremd im eigenen Leben" fühlen. Viele würden unter seelischen und manche auch unter körperlichen Verletzungen leiden.

Schließlich werden die Soldaten in den Krisengebieten mit Situationen konfrontiert, die sich normale Menschen eigentlich nicht vorstellen können. Warum die Daheimgebliebenen davon wenig erfahren, sei neben der Schweigepflicht auch auf die "gefilterten" Nachrichten der Führung zurückzuführen. "Zum Teil ist es gut, wenn die Leute daheim nicht alles erfahren, andererseits könnte es aber auch nicht schaden, wenn die Leute hier über manches etwas mehr erfahren würden", erklärte er dazu.

Rupprecht ist auch überzeugt, dass sich die Verhältnisse in absehbarer Zeit in Afghanistan nicht ändern werden, sondern möglicherweise noch schlimmer werden. "Eine Chance auf Erneuerung gibt es vielleicht in 20 bis 30 Jahren, wenn die jetzigen Kinder erwachsen sind und ihnen der Zugang zu Bildung geöffnet wird", erklärt Rupprecht.

Salami aus Indien

In Zubza wird sich Rupprecht einer besonderen Aufgabe widmen. "Das kommt mir als Koch und Küchenmeister sehr entgegen und ich hoffe, ein Teil meines Wissens an die dortige Bevölkerung weitergeben zu können", freut er sich auf die Aufgaben. Mit Unterstützung der Weisendorfer Zubzas wurde an der Don-Bosco-Schule eine Schweinezucht aufgebaut. Rupprecht will die hygienischen Zustände verbessern und den Leuten zeigen, wie Fleisch konserviert werden kann. "Ich will ihnen beibringen, wie sie Wurst und Fleisch über längere Zeit haltbar machen können." So schwebt ihm vor, geeignete Lagerflächen zu schaffen und nach Möglichkeit eine Räucherkammer zu bauen. "Die bauen wir in jedem Fall, das habe ich schon eingeplant", unterbricht Rinderer seinen Freund. "Was in Italien und Spanien machbar ist, geht auch in Indien, nämlich eine schmackhafte Salami zu produzieren." Aber nicht nur in der Fleisch- und Wurstproduktion will sich Rupprecht einbringen, sondern auch erkunden, welche Möglichkeiten es gibt, Getreide und Gemüse anzubauen.
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