Höchstadt a. d. Aisch
Wahlkampf

Europa im Schnelldurchgang

Martin Schulz (SPD) macht Station in Höchstadt und wirbt für die Europawahlen am 26. Mai.
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Im Heizhaus der Fortuna hielt der ehemalige EU-Parlamentspräsident (re.) eine flammende Rede für das gemeinsame Europa.  Foto: Christian Bauriedel
Im Heizhaus der Fortuna hielt der ehemalige EU-Parlamentspräsident (re.) eine flammende Rede für das gemeinsame Europa. Foto: Christian Bauriedel
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Wie der SPD-Politiker Martin Schulz mit vollem Einsatz für Europa kämpft, konnten am Freitag Nachmittag gut 50 Zuhörer im Heizhaus der Fortuna Kulturfabrik live erleben. Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments und Kanzlerkandidat der SPD war in seinem Element, als der Food-Truck der Partei auf der Wahlkampftour durch Deutschland im Hof der Kulturfabrik Station machte.

Anhänger, Mitglieder und auch jede Menge Mandatsträger der Sozialdemokraten ließen sich die Chance nicht entgehen, den kurzzeitigen Parteivorsitzenden auch einmal aus nächster Nähe zu sehen, zwei schnelle Worte mit ihm zu wechseln oder sich ablichten zu lassen.

Unter ihnen auch Höchstadts Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD). "Ich war noch nie gemeinsam mit Martin Schulz auf einer Veranstaltung", gestand der Höchstadter Namensvetter Schulz und "absoluter EU-Fan" dem FT.

Als Ehemann einer Martin-Schulz-Anhängerin outete sich ein anderer Besucher, der dem Stargast des Nachmittags berichtete, seine Frau habe sich sogar ein Plakat mit Schulz-Konterfei aus dem Bundestagswahlkampf gesichert, das jetzt in ihrer Garage hänge und jeden Tag gesehen werde.

Unermüdlich tourt Martin Schulz derzeit mit dem SPD-Truck durchs Land, von einem Termin zum anderen. Knapp 80 solcher Stopps hat er im Kalender stehen, wie ein Mitarbeiter aus dem Berliner Willy-Brandt-Haus berichtete.

Noch ehe die erste frisch zubereitete Waffel aus dem Food-Truck gereicht wurde, kam Martin Schulz von seiner Stippvisite im Sozialkaufhaus der Laufer Mühle zurück und machte deutlich, dass Europa in einer sich gewaltig verändernden Welt in eine neue Epoche gehe. "Welche Rolle kann die EU im 21. Jahrhundert spielen", sei die Frage. Kritisch äußerte er sich über China, das seine Menschen und das Land ausbeute. Ein Angriff auf die EU sei auch ein Angriff auf Deutschland, sagte Schulz.

Dass die Europäische Union eine Ansammlung kleiner Länder sei, hätten einige in der EU immer noch nicht kapiert. Schulz fordert eine europäische Souveränität. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) könne am besten abwarten, doch die EU kann nicht mehr warten. "Die, die zerstören wollen, sind schon unterwegs", sagte Schulz.

Die EU solle in der Weltpolitik Signale setzen. Mit nicht sozial gerecht und zu bürokratisch attestierte Schulz der EU aber auch Schwachstellen. "Der Wahlkampfmotor muss noch ein bisschen schneller laufen, hier läuft er schon gut an", stellte der ehemalige EU-Parlamentspräsident fest und war offensichtlich mit dem Stopp in Höchstadt zufrieden.

Auf Wunsch der SPD schloss sich noch ein einstündiger Besuch bei der Firma Medwork an. Bei dem Hersteller endoskopischer Geräte gab Qualitätsmanagerin Cathrin Speck einen Einblick ins Unternehmen und dessen Produkte. Schulz durfte an einem Trainingsgerät auch einen Polypen entfernen, was ihm laut Speck "souverän gelang".

Die Medwork-Mitarbeiterin nutzte aber auch gleich die Chance, die europaweit geltende neue Verordnung für Medizinprodukte zu geißeln. Eine Verschärfung der Vorschriften, die niemandem einen Nutzen bringe. Es werde nur teurer. Medwork setze sich wenigstens für andere Übergangsfristen ein. Martin Schulz und seine Parteikollegin im Bundestag, Martina Stamm-Fibich, versprachen, die Forderung zu unterstützen.

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