Etzelskirchen
Baustelle

Etzelskirchen bekommt ein Becken für den Notfall

In Etzelskirchen entsteht ein Regenrückhaltebecken. Bei sehr starken Regengüssen soll das Wasser gedrosselter abfließen.
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Als Baustelle wirkt das künftige Regenrückhaltebecken in Etzelskirchen riesig.  Foto: Andreas Dorsch
Als Baustelle wirkt das künftige Regenrückhaltebecken in Etzelskirchen riesig. Foto: Andreas Dorsch
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Nicht nur viele Bürger aus dem Höchstadter Ortsteil Etzelskirchen fragen sich dieser Tage, was da im Birkachtal gerade gebaut wird. Logistikzentrum, Großparkplatz für den nahen Sportpark, oder, oder? Nein, die Stadt Höchstadt lässt hier ein Regenrückhaltebecken anlegen und kommt damit einer von den Fachbehörden geforderten wasserrechtlichen Auflage nach.

Auf einer Fläche von mindestens einem halben Fußballfeld entsteht eine Art Weiher, der wohl nur ganz selten Wasser sehen wird. Im Sommer 2015 wurde für rund 200 000 Euro ein Teil des Luderweihers in Höchstadt-Süd ebenfalls in ein solches Rückhaltebecken verwandelt. Anwohnern ist dort allerdings noch nicht aufgefallen, dass es schon einmal geflutet war.


Für die Ökologie

Der Stadt Höchstadt bleibt aber nichts anderes übrig, als gleich mehrere solcher Becken anzulegen. Sie haben die Aufgabe zu verhindern, dass bei starken Regengüssen zu viel Ab- und Oberflächenwasser aus dem Kanalsystem auf einmal in den Vorfluter geleitet wird und dort ökologischen Schaden anrichtet. In Höchstadt-Süd fließt das Wasser über den Schwarzenbachgraben in die Aisch, in Etzelskirchen über die Birkach.

Wie Höchstadts Bauamtsleiter Jürgen Ganzmann erklärt, wird das Wasser aus dem Kanal im Tal der Birkach im Regelbetrieb über ein Pumpwerk zur Höchstadter Kläranlage geleitet. Sind die Wassermassen so groß, dass die Pumpen es nicht mehr schaffen, werden sie in einem bereits vorhandenen, unterirdischen Regenüberlaufbecken gepuffert. Reicht auch das nicht aus, geht ein Überlauf direkt in die Birkach.

Um im Notfall aber das Wasser kontrolliert und gedrosselter in den Bach zu leiten, muss dieses groß dimensionierte Regenrückhaltebecken gebaut werden.
"Für die Natur auf jeden Fall positiv", sagt Ganzmann. Er sieht in der großen Fläche des Rückhaltebeckens auch eine Art Biotop. Muss das Bauwerk doch mit Humus ausgekleidet und einer so genannten Spontanvegetation überlassen werden. Ein- bis zweimal im Jahr müsse das Becken wohl gemäht werden.


Gestank ist kein Thema

Wie schon das Becken in Höchstadt-Süd entsteht auch das in Etzelskirchen unter der Regie der Bamberger Planungsgruppe Strunz. Deren Fachbereichsleiter zerstreute damals in Süd schon im Vorfeld Bedenken der Anwohner, das mit Wasser aus der Kanalisation gefüllte Becken könnte stinken. Klagen wurden bisher nicht laut.

Die Kosten für das Überlaufbecken in Etzelskirchen sind auf 239 000 Euro veranschlagt. Bezahlen muss das Bauwerk die Allgemeinheit über die Abwassergebühren. Grundstückseigentümer oder Anlieger werden nicht extra zur Kasse gebeten.


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