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Höchstadt a. d. Aisch
Wetter

Es regnet immer noch zu wenig im Aischtal

Forst- und Teichwirte im Raum Höchstadt wünschen sich noch mehr Niederschläge wie in den vergangenen Tagen. Die Aisch ist wieder einmal angeschwollen.
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Ein seltenes Bild: Die Aisch kriecht wieder einmal aus ihrem Bett und flutet  Geh- und Radwege im Tal.  Foto: Andreas Dorsch
Ein seltenes Bild: Die Aisch kriecht wieder einmal aus ihrem Bett und flutet Geh- und Radwege im Tal. Foto: Andreas Dorsch
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Auf Niederschläge wie in den vergangenen Tagen haben Waldbauern, Land- und Teichwirte seit Wochen gewartet. Aber für sie ist es noch nicht genug, auch wenn die Aisch Dienstagnachmittag wieder auf ein Niveau gestiegen ist wie seit Mai vergangenen Jahres nicht mehr.

Am Pegel Greiendorf erreichte der Wasserstand der Aisch mit 2,91 Meter die Hochwasser-Meldestufe zwei. Einige Kilometer flussabwärts an der Laufermühle fehlten bei 4,16 Meter nur noch 14 Zentimeter zur Meldestufe zwei. Die langsam aus ihrem Bett herauskriechende Aisch flutete zwischen Höchstadt und Gremsdorf bereits Geh- und Radwege.

Niederschläge gut verteilt

"Ja, dem Wald bringt es was", sagt Peter Pröbstle, Leiter des Forstamts Erlangen, zu den Regenfällen der vergangenen Tage, "insbesondere weil die Niederschläge gut verteilt sind". Das Wasser habe Zeit zu versickern. "Allerdings ist das Wasserreservoir der Wälder noch lange nicht gefüllt." Immer wieder würden Förster ein Meter lange Bohrstöcke in den Boden schlagen und feststellen, dass es mit der Feuchtigkeit in 30 bis 40 Zentimetern Tiefe vorbei ist, sagt Pröbstle.

Nach zwei sehr trockenen Jahren wünschen sich die Förster, dass der Wasserspeicher Wald bis März/April wieder aufgefüllt wird. Während Franken noch auf dem Trockenen liegt, waren die Speicher in den Wäldern Südbayerns schon im Herbst wieder voll. "Optimal wäre jetzt Schnee, der langsam taut und in den Boden sickert", meint Pröbstle. Das sollte aber kein Nassschnee sein, der die Kiefern umdrücken könnte.

Nur Eichen halten durch

Überhaupt sei der Zustand unserer Kiefernwälder für Pröbstle "besorgniserregend". Die bis drei Meter tief reichenden Wurzeln der Kiefern bräuchten dringend mehr Niederschläge. Weil es neben der Trockenheit auch immer heißer werde, verdunsten die Kiefern mehr Wasser und bekommen Probleme. Den Buchen und Fichten gehe es ähnlich, sagt Pröbstle. "Nur die Eichen halten das gut durch."

Der Höchstadter Hobby-Meteorologe Willi Scheubel hat am Sonntag 16 und in der Nacht von Montag auf Dienstag 25 Liter Niederschlag gemessen. Werte, die für den Saltendorfer Landwirt Jürgen Peßler ideal sind. Wenn es auch in den nächsten Wochen immer wieder mal so regnen würde, "würde was wachsen". Peßler ist optimistisch und hofft, dass die Trockenheit der letzten beiden Jahre nicht noch länger anhält.

Diese Trockenheit ist auch für die Teichwirtschaft ein ernstes Problem, stellt Martin Oberle fest, Leiter der zum Landwirtschaftsministerium gehörenden Höchstadter Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft. Trotz der Niederschläge der vergangenen Tage gibt es immer noch Teiche, die nicht voll sind. "So trocken war es noch nie", zitiert Oberle die Teichwirte. Auch aus den Wäldern fließe wenig Wasser.

Noch kein Grund zur Panik

Oberle sieht aber noch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Extreme Jahre wie 2018 und 2019 habe es auch früher schon gegeben, sagt er. Die Jahres-Niederschlagsmenge habe auch nicht deutlich abgenommen. Allein aus den vergangenen trockenen Jahren möchte er noch keinen Trend ableiten.

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