Höchstadt a. d. Aisch
Zusammenlegung

Erzbistum Bamberg rationalisiert die Seelsorgebereiche

Das Erzbistum Bamberg arbeitet an einer Verschlankung der Seelsorgebereiche. Sinken soll nicht das Angebot, aber die Belastung der Priester.
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Das Erzbistum Bamberg stellt sich in seinem Seelsorgebereich neu auf. Gebiete werden zusammengelegt.Thinkstock
Das Erzbistum Bamberg stellt sich in seinem Seelsorgebereich neu auf. Gebiete werden zusammengelegt.Thinkstock

Gescheiterte Ehen, Sucht, schwere Krankheiten, Tod und Trauer: Es sind oft die Lebenskrisen, die die Menschen zu den Kirchen treibt, um dort seelsorgerische Hilfe und Trost zu erhalten. Die Kirche bildet dabei ein Netz, das sie auffängt. Und dieses Netz wird gerade neu gestrickt.

Das gesamte Erzbistum Bamberg ist von Hof bis Ansbach in 95 Seelsorgebereiche aufgeteilt. Schon seit längerem gibt es Pläne, diese Bereiche einzudampfen. Ab 2019 soll eine Reform der Seelsorgebereiche greifen. Nun gibt es erste Fakten dazu.

Hintergrund: Der Kirche fehlt es an Priesternachwuchs, weshalb es mancherorts zu einer Überlastungssituation in der seelsorgerischen Tätigkeit gekommen ist. In einem Hirtenbrief hat Erzbischof Ludwig Schick im September vergangenen Jahres eine Reform angestoßen. Das Ziel: Eine Neuorganisation, um "pastorales Personal gerecht und sinnvoll auf das ganze Erzbistum zu verteilen", wie es im Hirtenbrief heißt.

Adelsdorf kommt nach Höchstadt

Die Formel: Auf 12.000 Gläubige sollen in Zukunft fünf hauptamtliche Seelsorger kommen. Im Hirtenbrief war noch von einer Reduzierung der Bereiche auf "circa 45" die Rede. Nun sind es 35 geworden. Für den Raum Höchstadt bedeutet dies eine Verlagerung: Uehlfeld wandert zum künftigen Bereich "Neustadt/Aisch". Der bisher eigene Seelsorgebereich der Pfarrei Adelsdorf/Aisch soll im Höchstadter aufgehen. Zeckern verlässt die Pfarrei Adelsdorf/Aisch und geht nach Röttenbach.

12.889 Gläubige sind es dann im Seelsorgebereich Höchstadt nach Angaben des Erzbistums. Dafür vorgesehen seien 4,25 Seelsorger-Stellen. Damit erreicht man den angepeilten Fünfer-Personalschlüssel fast. Die Gemeinden des bisherigen Seelsorgebereichs "Maria im Dreifrankenland" sollen in einem großen Bereich "Steigerwald" wandern (siehe unten).

Und wie wirkt sich dies vor Ort bei der personellen Belegung mit Pfarrern aus? Wird hier ausgedünnt beziehungsweise gar mancherorts aufgestockt? "Der Prozess möglicher personeller Veränderungen vor Ort wird sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Dazu sind heute noch keine präzisen Angaben möglich", antwortet das Erzbistum auf Anfrage des Fränkischen Tags.

"Es ist sehr wichtig, zu betonten, dass die Menschen keine Angst haben brauchen, dass morgen kein Pfarrer mehr da ist", sagt Adelsdorfs Pfarrer Thomas Ringer. Personell ändere sich zunächst gar nichts. "Adelsdorf/Aisch ist und bleibt ja eine eigene Pfarrei." Dass man mit Höchstadt zusammen geht, findet Ringer sinnvoll.

Zeckern wechselt die Pfarrei

"Außerordentlich bedauerlich" sei es aber, dass Zeckern als komplette Pfarreifiliale nach Röttenbach ausgegliedert wird. Er habe sich gewünscht, dass Hemhofen, Zeckern und Röttenbach mit Adelsdorf einen gemeinsamen Bereich mit Höchstadt bildet.Doch es wurde anders entschieden. Was die neue Struktur in der Zukunft bringe, müsse man sehen. Es sei ein laufender Prozess, so Ringer.

Nicht nur der fehlende Priesternachwuchs ist womöglich ein Grund für die Rationalisierungsmaßnahme. Auch der Rückgang der Gläubigen stellt die Kirche vor eine Herausforderung. Macht eine Vergrößerung der Seelsorgebereiche also vielleicht Sinn, weil schlicht die Nachfrage gesunken ist? "Das kann man nicht generell beantworten. Wo die Zahl der Gläubigen zurückgeht, sinkt auch die Nachfrage nach Seelsorge", so die nachvollziehbar einfache Auskunft des Erzbistums.

Für die räumliche Neuaufteilung habe man viele Gespräche in allen kirchlichen Gremien sowie vor Ort geführt. Nun gehe es darum "aus 95 pastoralen Teams 35 zu bilden, die Leitenden Pfarrer zu bestimmen und die Gremien anzupassen." Dabei solle "das Ziel der Erhaltung einer ansprechenden Verkündigung, lebensdienlicher Gottesdienste, eines froh machenden Gemeinschaftslebens und guter Caritas immer im Blick sein", wird Erzbischof Schick zitiert. Im Herbst 2019 soll der Prozess abgeschlossen sein. Bis dahin werden Koordinatoren vor Ort die seelsorgerischen Teams neu aufstellen.

Seelsorgebereiche im Raum Höchstadt

Der Seelsorgebereich Adelsdorf geht im Seelsorgebereich Höchstadt auf. Zeckern wandert als Pfarreifiliale komplett zu Röttenbach. Uehlfeld (seit 2007 bei Höchstadt) gehört zukünftig in den Bereich "Neustadt".

Geiselwind, Schlüsselfeld, Reichmannsdorf, Wachenroth, Aschbach, Breitenlohe, Elsendorf sollen vom bisherigen Seelsorgebereich "Maria im Dreifrankenland" in den neuen Seelsorgebereich "Steigerwald" übergehen. Dieser soll dann auch Orte wie etwa Scheinfeld, Markt Bibart, Iphofen oder Seinsheim beheimaten.

Sambach, bisher im Pfarreienverbund Ebrachgrund, wandert in den neuen Seelsorgebereich "Bamberg-Land Süd-West 1".

Herzogenaurach, Hannberg, Großenseebach, Weisendorf, Haundorf und Niederndorf werden in einem Bereich "Erlangen 3" zusammengefasst.

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