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Bamberg
Erlebnis- und Begegnungstag

Erzbischof lud kinderreiche Familien ein

Erzbischof Ludwig Schick lud am Samstag kinderreiche Familien zum Erlebnis- und Begegnungstag ein. Auf dem Gelände des Josefsheims am Jakobsplatz tummelten sich fast 200 Kinder.
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Die Buben und Mädchen aus kinderreichen Familien hatten beim Begegnungstag ihren Spaß.  Fotos: Ronald Rinklef
Die Buben und Mädchen aus kinderreichen Familien hatten beim Begegnungstag ihren Spaß. Fotos: Ronald Rinklef
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Beim Joggen morgens um fünf Uhr habe er ein Stoßgebet zum Himmel geschickt, dass es trocken bleiben solle, begrüßte Erzbischof Ludwig Schick seine Gäste im Josefsheim am Jakobsplatz: 41 Familien mit zusammen fast 200 Kindern. Sie waren der Einladung zum Erlebnis- und Begegnungstag für kinderreiche Familien gefolgt, den die erzbischöfliche Familienstiftung Kinderreich unter Mithilfe des "Familienbunds der Katholiken im Erzbistum Bamberg" veranstaltete.

Schicks Draht zu Petrus glühte zumindest am Vormittag, an dem es für die Kleinen und Jugendlichen hieß: Auf ins Abenteuerland nach draußen. Es galt, ein "Dschungelgebiet" mit vielen Herausforderungen zu durchqueren. Und das klappte nur gemeinsam.
So wie es in einer großen Familie auch nur gemeinsam geht, wenn der Alltag funktionieren soll.

Ein Paradebeispiel dafür ist die Familie Hilgert aus Unterickelsheim (Unterfranken): "Unsere Kinder sind alle etwas geworden", freuen sich Richard (56) und Martina (47) Hilgert über ihre neun Sprösslinge im Alter von sechs bis 28 Jahren. Die Älteren würden studieren, Jüngere bereiteten sich auf das Abitur vor. "In so einer großen Familie ist es immer spannend und herausfordernd", räumt die Mutter ein. Doch sie habe immer viele Kinder gewollt. "Aber soooo viele...?", lacht Martina Hilgert über die durchaus auch ungeplante Kinderschar.

"Eine schöne Erfahrung"

Das Ehepaar genießt diesen Erlebnistag sichtlich. Es sei eine "schöne Erfahrung mit anderen Großfamilien": "Man sieht, dass man nicht allein ist", sagt Martina Hilgert. Denn ansonsten würden Großfamilien "oft ausgegrenzt und als asozial beschimpft", weiß sie nur zu gut.

Auch das Ehepaar Lothar und Antje Schmidt aus Bubenreuth erklärt mit dem Brustton der Überzeugung: "Eine große Familie ist wunderschön." Lächelnd schaut es seinen vier Kindern zwischen drei und vierzehn Jahren beim genüsslichen Kauen von Bratwürsten und Schweinesteaks in der Mittagspause zu. "Das Programm hat uns überzeugt", begründen die Schmidts ihr Kommen nach Bamberg. Schließlich gebe es nicht nur Action und Spaß für die Kinder, auch für die Erwachsenen sei etwas geboten.

Nämlich vier Workshops zu den Themen "Gesund und fit durch den Familienalltag", "Mit Kindern über Gott und die Welt reden", "Übergriffe und sexualisierte Gewalt: Wie mein Kind schützen?" und "Die Clique im Netz: Facebook verstehen für Eltern". Antje Schmidt hatte den Facebook-Workshop gewählt, den der Internetredakteur Jürgen Eckert anbot. Geradezu prädestiniert für dieses in Familien heiß diskutierte Thema, denn Eckert hat selbst sechs Kinder zwischen neun und 21 Jahren. "Ich wollte die Leute zum Nachdenken bringen", bilanzierte er seinen Workshop. Eltern sollten soziale Netzwerke wie Facebook nutzen, "damit sie sehen, was ihre Kinder treiben", betonte er.

Regen tat der Stimmung keinen Abbruch

Der Nachmittag brachte dann doch Schnürlregen, was aber der guten Stimmung der Familien keinen Abbruch tat. "Peters Kinderzirkus" im originalen Zirkuszelt auf dem Gelände brachte besonders die Jüngsten zum fröhlichen Quietschen. Was gab es da nicht alles: westafrikanische Trapezelefanten etwa, oder westbengalische Kopfhandstand-Yoga-Tiger. Und dazu allerlei Jonglierkünste, Zaubereien und Späße, deren Opfer die Erwachsenen wurden. Auch der Erzbischof blieb dabei nicht außen vor.

Schick hatte im Jahr 2005 seine Familienstiftung Kinderreich ins Leben gerufen, um die Chancen und den Wert kinderreicher Familien ins Bewusstsein zu bringen. Seine Initiative will kinderreichen Familien Hilfe zur Selbsthilfe geben und sie befähigen, sich in Politik und Gesellschaft Gehör zu verschaffen. Allein im vergangenen Jahr hat die Stiftung 38.000 Euro vergeben. Zu den geförderten Projekten gehören Kindererholungs freizeiten, Jugendprojekte und Familienpflegemaßnahmen. Ihnen wurden Zuschüsse für Heizkosten, Möbel, Kleidung, Matratzen, Musikunterricht oder Zahnspangen bezahlt.

Als "kinderreich" bezeichnet die Stiftung in der Regel Familien mit vier oder mehr Kindern. Die Zuwendungen werden unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft gewährt. Die Betroffenen müssen allerdings im Bereich der Erzdiözese Bamberg wohnen.

Stiftung Kinderreich: Ansprechpartner der Familienstiftung Kinderreich ist Wolfgang Eichler, Diözesanreferent für Ehe und Familie, Jakobsplatz 9, 96049 Bamberg. Telefon: 0951 / 5022120, E-Mail: familie@erzbistum-bamberg.de.

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