LKR Erlangen-Höchstadt

Ernst Rappold: Ein "Grüner" durch und durch

Erst seit fünf Jahren engagiert sich Ernst Rappold politisch - und schon ist der Weisendorfer Bundestagskandidat für die Grünen im Wahlkreis Erlangen. Seine Ziele: Mehr ÖPNV, mehr bezahlbarer Wohnraum und mehr Geld für die Infrastruktur.
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Ernst Rappold aus Weisendorf will für die Grünen in den Bundestag. Foto: privat
Ernst Rappold aus Weisendorf will für die Grünen in den Bundestag. Foto: privat
Mehr ÖPNV, eine verbesserte Wohnsituation und mehr Geld für Infrastrukturmaßnahmen - das sind Ziele, für die sich Ernst Rappold im Bundestag einsetzen würde, wenn ihm die Wähler ihr Vertrauen schenken.

Warum soll der Wähler gerade bei Ihrem Namen sein Kreuzchen machen?
Ernst Rappold: Weil ich für "Grün" stehe, für ein gesellschaftliches Konzept, das alle, insbesondere die Schwachen, berücksichtigt. Ein Konzept, das anders als das merkelsche, sich nicht von Märkten und Konzernen gängeln lässt, sondern direkt von den Menschen und deren Bedürfnissen.

Was hat Sie dazu bewogen, eine politische Karriere einzuschlagen?
Letztlich, weil ich stolz darauf bin, ein "Grüner" zu sein.
Weil ich mitwirken und gestalten möchte und weil ich glaube, dass ich mit meinen Ideen und meiner Kraft meinen Beitrag für eine gerechtere und umweltschonendere Politik leisten kann.

Wofür würden Sie sich als Bundestagsabgeordneter besonders einsetzen - was dürfen speziell die Bürger aus dem Wahlkreis Erlangen von Ihnen erwarten?
Die Wohnsituation mit den immer teurer werdenden Grundstücken und Wohnungen kann so nicht weiter gehen. Kurzfristig müssen Mieten gedeckelt werden, mittel- und langfristig müssen Strukturen angepasst werden. Zum Einen muss der ÖPNV ausgebaut und verbessert werden. Das Modell Karlsruhe schwebt mir da vor, das mit der "Stub" einen Anfang finden könnte. Für mich gilt aber zum Anderen auch: Jeder Arbeitsplatz braucht entsprechend einen möglichst nahen Wohnplatz, um Verkehr zu vermeiden. Was wir aus den 70er Jahren mitgenommen haben, ist überholt. Im Grünen wohnen und in der Stadt arbeiten führt zum täglichen Verkehrskollaps und kostet den Pendlern und der Gesellschaft Milliarden. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Arbeitsplätze besser verteilt und nicht nur in den Ballungszentren konzentriert werden und dass in den Städten mehr Wohnungen entstehen können. Vor Allem für den sozialen Wohnungsbau braucht es dort viel mehr Unterstützung.

Sie haben die Stadt-Umland-Bahn von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach bereits angesprochen. Macht ein solch schienengebundenes Verkehrsmittel überhaupt noch Sinn?
Ja! Ich erinnere an Karlsruhe. Dort wachsen die Fahrgastzahlen fast täglich, weil es ein ÖPNV-System gibt, das den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. "Draußen" einsteigen und mitten in der Stadt, dort, wo man eigentlich hin möchte, wieder austeigen. Ein geniales und extrem umweltfreundliches Verkehrssystem, das es zu fördern gilt.

Mit der A3 führt aber auch eine der europäischen Hauptverkehrsadern quer durch den Wahlkreis. Wie stehen Sie zu einer Autobahn-Maut für alle Fahrzeuge?
Ich halte nichts von einer Maut, die pauschal pro Jahr oder Monat abgerechnet wird, weil dies die Wenigfahrer stärker als die Dauerfahrer belastet und damit ungerecht ist. Wir haben schon ein funktionierendes Mautsystem für Lkw. Dieses könnte man leicht auch für Pkw verwenden. Das System wurde schon von Beginn an darauf ausgelegt, das zu können - und es wäre gerecht. Dass wir für unsere maroden Straßen viel mehr Geld brauchen, sieht jeder, ob dann aber auch jeder seinen Anteil an den Kosten für die Instandhaltung übernehmen möchte, wird politisch sicher ein harter Kampf werden.

Die Bewohner an der B 470 in Gremsdorf fordern seit Jahren eine Ortsumgehung. Dürften sie auf Ihre volle Unterstützung hoffen?
Umgehungsstraßen sind teuer und die Töpfe sind leider leer und müssen deshalb nach Prioritäten verteilt werden. Wir Grünen möchten mit unseren Steuerplänen auch für Infrastrukturmaßnahmen mehr Geld verfügbar machen. Aber ob dann ausgerechnet Gremsdorf auf der Liste des Ausbauplans weiter nach oben rutschen wird, ist heute leider noch nicht zu versprechen.

Die Fragen stellte Andreas Dorsch.

Persönliches Geboren am 7. Juli 1958 in Johannesburg, verbrachte Ernst Rappold die ersten neun Jahre seines Lebens in Südafrika. 1967 zog er mit seiner Familie nach Ochsenfurt. Über die dortige Volks-, Real- und die Fachoberschule in Kitzingen gelangte er zum Studium der Architektur an die FH nach Nürnberg. Heute lebt er in Weisendorf.

Berufliches Zum Ende des Studiums Mitarbeit an einem Forschungsauftrag zu energiesparendem Bauen mit Holz. 1984 erfolgreiches Diplom und Anstellung bei einem Architekten in Feucht. Ein Angebot aus Weisendorf führte ihn in seinen heutigen Wahlkreis. Nach 15 Jahren der Architektur wurde er Web- und später Medien- und Produktdesigner. Seit zwölf Jahren ist er selbstständiger Medien- und Produkt-Designer, seit 2010 plant er auch wieder Gebäude.

Politisches Rappold ist seit fünf Jahren Mitglied bei den Grünen und hat bisher die beiden grünen Gemeinderäte in Weisendorf bei ihrer Arbeit unterstützt. Seit Herbst 2012 ist er im Kreisvorstand der Partei als Beisitzer und seit drei Jahren als Delegierter bei Landes- und Bundesparteitagen für den Kreisverband tätig.
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