Erlangen
Übergabe

Erlanger Uni übernimmt den "Himbeerpalast"

Der Freistaat Bayern hat das markanteste Siemens-Gebäude in Erlangen gekauft, das künftig ein geisteswissenschaftliches Zentrum beheimaten soll.
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Der Schlüssel wurde schon mal übergeben, nutzen kann die FAU das Gebäude aber erst ab 2024. Im Bild: Zsolt Sluitner, CEO Siemens Real Estate, Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Marion Kiechle, Innenminister Joachim Herrmann, Joachim Hornegger, Präsident der FAU, Florian Janik (v. l.)      Foto: Pascale Ferry
Der Schlüssel wurde schon mal übergeben, nutzen kann die FAU das Gebäude aber erst ab 2024. Im Bild: Zsolt Sluitner, CEO Siemens Real Estate, Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Marion Kiechle, Innenminister Joachim Herrmann, Joachim Hornegger, Präsident der FAU, Florian Janik (v. l.) Foto: Pascale Ferry
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In Erlangen steht kein Gebäude mehr für die Siemens AG als der sogenannte Himbeerpalast an der Werner-von-Siemens-Straße 50. Der Erwerb des von Hans Hertlein entworfenen und 1953 eingeweihten Verwaltungstraktes wurde am Donnerstag bei einer kleinen Zeremonie zwischen Siemens und Freistaat unterzeichnet.

Symbolisch übergab Klaus Helmrich, Mitglied des Siemens-Vorstands, einen Schlüssel in Siemens-Türkis zunächst an Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der ihn stellvertretend für den Ministerpräsidenten entgegennahm. Helmrich: "Schon immer waren Siemens und die Universität eng verbunden. Das wird auch in Zukunft so bleiben." Das markante Gebäude mit seinem aufgesetzten Flugdach und seinem abgerundeten Glasvorbau wird ab 2020 nicht mehr von Siemens genutzt, da das Unternehmen viele Aktivitäten auf dem gerade im Bau befindlichen Siemens-Campus bündeln wird.

Herrmann reichte den Schlüssel an das zukünftig zuständige Ressort, vertreten von Marion Kiechle, Ministerin für Wissenschaft und Kunst, weiter. "In den nächsten Jahren wird der Freistaat 1,5 Milliarden Euro in diesen Standort, diese Uni, diese Stadt investieren", so Kiechle. Ab 2024 werden die Philosophische Fakultät und der Fachbereich Theologie der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) das Gebäude nutzen. Mehrere Tausend Studierende und ihr Lehrpersonal sollen hier geeignete Räume erhalten.

Auch Kiechle behielt den Schlüssel nicht und gab ihn dem FAU-Präsidenten Joachim Hornegger. Hornegger, der sich sehr freute, einen "Palast" zu erhalten, kündigte an, hier ein geisteswissenschaftliches Zentrum schaffen zu wollen. Und er behielt den Schlüssel. Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) ging sozusagen leer aus, betonte aber, dass der Ankauf eine große Freude für die Stadt sei. "Es wird die Stadt verändern, wenn sich nunmehr auf einer Achse zwischen dem Himbeerpalast und dem Kollegienhaus täglich Tausend Studierende bewegen."

Im Rahmen des Festaktes wurde auch bekanntgegeben, dass Teile der Technischen Fakultät auf den Siemens-Campus ziehen sollen und dass der Verbleib der "TechFak" in Erlangen gesichert sei. Auch soll der Campus ein zentrales, repräsentatives Empfangsgebäude erhalten. Seine Fassade wird aus Glas und Natursteinen aus dem Altmühltal gestaltet. Eine von insgesamt vier jeweils zehn Meter hohen Wings-Skulpturen des Star-Architekten und Künstlers Daniel Libeskind wird das Gebäude zieren. Siemens mag sich vom denkmalgeschützten Himbeerpalast trennen, aber mit dem Campus hält das Unternehmen Erlangen die Treue.



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