Erlangen
Pumpversuch

Erlanger Trinkwasser wird doppelt geschützt

Bevor der Neubau der Schleuse Erlangen beginnt, wappnet sich das Wasserstraßen-Neubauamt für Notfälle.
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Schutzbrunnen sollen verhindern, dass Wasser aus dem Bereich der Schleusenbaustelle zu den Trinkwasserbrunnen gelangt.    Foto: WNA
Schutzbrunnen sollen verhindern, dass Wasser aus dem Bereich der Schleusenbaustelle zu den Trinkwasserbrunnen gelangt. Foto: WNA
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Noch bis zum 31. Oktober führt das Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA) in enger Absprache mit den Erlanger Stadtwerken (ESTW) einen Großpumpversuch an der zukünftigen Baustelle zum Ersatz der Schleuse Erlangen durch. Dabei werden an sogenannten Schutzbrunnen rund 15 000 Kubikmeter Grundwasser zwischen dem Bauplatz der neuen Schleuse und den Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke abgepumpt, heißt es in einer Pressemitteilung des WNA.

Der geplante Schleusenneubau liegt mitten im Einzugsgebiet verschiedener Brunnengruppen der Trinkwasserversorgung der Stadt Erlangen. "Mit dem Schleusenneubau, der 2020 starten soll und dessen Baugrube eine Tiefe von 25 Metern hat, greifen wir deutlich in die Grundwasser führenden Erdschichten ein. Nimmt man noch die möglichen Gefährdungen dazu, die beim Einsatz von Großmaschinen und bei der Lagerung von Baustoffen für das Grundwasser nicht auszuschließen sind, dann wird deutlich, dass wir neben allen möglichen Vorsichtsmaßnahmen auch Notfalllösungen brauchen", so Andreas Beier, Diplom-Ingenieur und Projektleiter des WNA für den Schleusenneubau.

Schon im Frühjahr 2017 wurden 26 neue Grundwassermessstellen sowie 14 Schutzbrunnen im Bereich der Schleuse Erlangen eingerichtet. Die Schutzbrunnen verhindern, dass Wasser aus dem Bereich der Baustelle zu den Trinkwasserbrunnen gelangt, und es kann belastetes Grundwasser direkt abfangen werden, um so zu verhindern, dass es in die Trinkwasserbrunnen gelangt.

Um die Leistungsfähigkeit dieses Systems und die Wirkung der "Schutzbrunnen" zu testen, wird der Großpumpversuch mit unterschiedlichen Entnahmeszenarien durchgeführt. Dabei werden mehrere Brunnengruppen alleine oder im Verbund an- und abgeschaltet. Die Entnahmemenge beträgt maximal 37,5 Kubikmeter pro Stunde, also ungefähr 900 Kubikmeter pro Tag. Insgesamt werden in den drei Wochen rund 15 000 Kubikmeter Wasser gefördert und über ein provisorisches Leitungssystem in den Kanal abgeleitet. Bevor das abgeleitete Wasser in den Kanal fließt, werden die Schwebstoffe in einem sogenannten Absetzcontainer abgetrennt.

Drei weitere Brunnen gebohrt

Die Erlanger Stadtwerke treffen ihrerseits weitere Vorsorgemaßnahmen. So wurden bereits drei weitere Brunnen gebohrt, um die außer Betrieb zu nehmenden Brunnen für die Bauzeit zu ersetzen. Um die Trinkwasserversorgung der Stadt Erlangen aber auch im Havariefall unabhängig von den Brunnen im Wasserschutzgebiet Erlangen-Möhrendorf-Bubenreuth zu gewährleisten, wird zusätzlich eine so genannte "Ersatzwasserbereitstellung" betriebsbereit gestellt. Damit kann über eine Fernleitung Trinkwasser in das Erlanger Wassernetz eingespeist werden und so die Versorgung der Stadt sichergestellt werden. Anfang 2019 sollen dann die Auswertungen des Pumpversuchs vorliegen. "Insgesamt erhoffen wir uns wichtige Rückschlüsse zur Optimierung dieses Notfallsystems für den späteren Schleusenneubau", so Beier.



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