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Erlangen
Mobilität

Erlanger OB-Kandidaten strampeln sich ab

Die acht Anwärter auf den Chefsessel im Erlanger Rathaus mussten bei einer Diskussion der Initiative "Radentscheid Erlangen" auf Ergometern Platz nehmen.
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Die OB-Kandidaten gerieten bei der Podiumsdiskussion nicht nur wegen kritischer Fragen ins Schwitzen.     Foto: Pascale Ferry
Die OB-Kandidaten gerieten bei der Podiumsdiskussion nicht nur wegen kritischer Fragen ins Schwitzen. Foto: Pascale Ferry

Die Initiative "Radentscheid Erlangen" bereitete am Aschermittwoch allen acht Erlanger OB-Kandidaten eine gelungene Überraschung. Die Anwärter mussten für eine Podiumsdiskussion auf Ergometern Platz nehmen. Auch die Moderatoren, Christian Martini und Karsten Schäfer, strampelten mit. Die parteiunabhängige Bürgerinitiative setzt sich für die Sicherheit von Radlern und eine bessere Fahrrad-Infrastruktur ein. Mit einer Unterschriftensammlung wird ein Bürgerentscheid angestrebt.

"Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie durch Erlangen radeln?" lautete die erste Frage. Florian Janik (SPD) fühlt sich allgemein sicher, sieht aber mehr Gefahren, wenn er mit seinen Kindern unterwegs ist: "Schlimm ist es nicht, aber es gibt viel zu tun."

Jörg Volleth (CSU) sieht hingegen Verbesserungsbedarf bei den häufig zu schmalen Aufstellflächen an den Ampeln. Dies könne man bei anstehenden Straßensanierungen umgehend beheben. Außerdem plädierte er für mehr Über- oder Unterleitungen für Radler.

Susanne Lender-Cassens (Grüne Liste), leicht außer Puste, warb für mehr Gleichbehandlung aller Verkehrsbeteiligten. Für ihr "Wir müssen uns trauen, dem Auto etwas wegzunehmen" erhielt sie viel Applaus. Der Winterdienst auf Radwegen funktioniere nicht, klagte Johannes Pöhlmann (Erlanger Linke) schnaufend. Für mehr Sicherheit fordert er ein flächendeckendes Tempo 30 in der Stadt. Holger Schulze (FDP) kann sich vorstellen, Straßen für Autoverkehr zu sperren, da eine bauliche Trennung von Radweg und Straße in der Altstadt oft nicht möglich sei.

Schmale Wege in der Altstadt

Teurere Anwohnerparkplätze fordert Anette Wirth-Hücking (FWG). Viele Radwege in der Altstadt seien zu schmal, insbesondere bei Begegnungsverkehr mit Bussen. Sebastian Hornschild (Klimaliste) gab an, sich als Radfahrer nicht sicher zu fühlen. Er ereiferte sich über die riesigen Parkhäuser am Siemens-Campus und die verlängerten Wartezeiten für Radler an den Ampeln der Günther-Scharowsky-Straße.

"Wenn alles so super wäre, hätte sich der Radentscheid nicht gegründet", argumentierte Joachim Jarosch (ÖDP) an Janik gerichtet. Unterwegs mit seinen drei Kindern habe er manchmal Angst.

Erlangen autofrei? Volleth (CSU): "Das halte ich nicht für realistisch. Uniklinikum und Einkaufsstadt sollen erreichbar bleiben." Schulze (FDP), Professor an der HNO-Klinik, befürchtete gar, dass sich der Pflegenotstand durch ein Autoverbot verschärfen könnte. Lender-Cassens hingegen definierte "autofrei" wie folgt: Autos auf den Großparkplatz und eine City-Bus-Ringlinie, die auch das Klinikum anbindet. Auch die wild abgestellten Räder am Bahnhofsvorplatz und die von der Koalition im Stadtrat abgelehnten Anträge der CSU für eine Radüberführung an der Michael-Vogel-Straße und ein Radparkhaus an den Arcaden kamen zur Sprache.

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